Sonntag, 15. April 2018

Laufende soll man nicht aufhalten…


Ja, ich weiß, das heißt eigentlich anders, aber da es sich nicht um eine Reise, sondern um einen Lauf handelt, welcher mich gerade nahezu zu bloggerischen Höchstleistungen bringt (zumindest aus 180°-Sicht), musste ich dies geflügelte Worte mal kurz für meine Zwecke umformulieren. Und äh nein, es geht weder um Huhn, Gans und Ente, geschweige denn Wachtel, die geflügelten Worte waren rein sinngemäß und ohne inhaltliche Hintergedanken gewählt :-)
Und außerdem müssen diejenigen sich sputen, die in Erwägung ziehen, das hier Vorgestellte nach zu basteln.

Auch wenn Orangen mittlerweile das ganze Jahr über erhältlich sind, steht die Beendigung der Saison mit der entsprechenden Sortenvielfalt ganz kurz bevor.
Auch die Grapefruitsaison geht bald vorbei, leider. Wegen mir könnte es sie 12 Monate, 52 Wochen, 365 Tage im Jahr geben, vor allem die pinkfarbenen. Im Moment bekommt man herrlich große Früchte mit schön dicken Filets. Kennt ihr das auch, dass man die Filets auslöffelt? Dazu werden die Früchte quer halbiert und die Filets mit einem dünnen, scharfen Messer an den Häutchen und der dicken Schale entlang geschnitten, dann etwas Süße nach Wahl raufgeben und die Filets mit einem Teelöffel auslöffeln. Boah, zum Niederknien lecker und sooo simpel.


Ich habe nun eine weitere Möglichkeit gefunden, Grapefruit zu schlemmen und dabei noch über die Saison hinaus auszudehnen, aber zuerst berichte ich noch kurz, wie ich dahin gekommen bin.
Also, zurück zu den Orangen, mit denen quasi alles begann:
In einer fb-Gruppe stellte jemand ein Rezept für äußerst leckeres selbstgemachtes Orangeat vor, welches man neben der Verwendung im Stollen auch ganz wunderbar für Panettone oder einfach so zum Naschen hernehmen kann. Ja, richtig gehört. Denn dieses Orangeat hat mit dem klebrigen, bitteren Zeugs, welches man sonst so kaufen kann, rein gar nichts zu tun. Probiert es aus! Rezept dazu stammt aus dem Blog von Herrn Grün.

Nun hatte ich also jede Menge geniales Orangeat und reichlich Orangen ohne Schale. Was also tun damit? Essen, klar oder Saft oder Smoothie oder Quarkspeise machen. Jo, geht, aber ich wollte was Kreativeres. Und da kam mir die Idee zu einem schönes Orangen-Curd, dem Bruder (oder Schwester?) des englischen Klassikers Lemon-Curd. Genial lecker, aber auch irgendwie nervig, weil man das so lange rühren muss, bis die Frucht-Butter-Zucker-Masse durch das enthaltene Ei endlich dicklich wird. Und so machte ich mich auf die Suche nach einem schnelleren Rezept, ohne Ei, und wurde fündig… zufällig wieder bei Herrn Grün, wie passend ;-)


Und weil die Herstellung sooo kinderleicht und das Ergebnis genial lecker war, habe ich gleich noch zwei große Grapefruits zu einem entsprechenden Curd verarbeitet. Genau meine Kragenweite! Himmlisch! Und genau das Richtige für „aufs Brot“, in den Joghurt, in den Kuchen oderoderoder.
Die Zusammensetzung habe ich ggü. der Rezeptvorlage nach meinen Ansprüchen angepasst.

Und für alle Leser, die bis hierher brav meine Worte verfolgt haben, gibt es nun auch das Rezept. Die veränderten Zutaten des Orange-Curds habe ich ebenfalls noch einmal aufgeschrieben, die Zubereitung ist identisch. Wer die Orangen aus der Orangeatproduktion verwendet, lässt den Schalenabrieb einfach weg

Pink Grapefruit-Curd ohne Ei

2 Große Bio Grapefruits mit pinkfarbenem Fruchtfleisch (Gewicht ohne Schale ca. 400g)
120 g Rohrohrzucker
1 EL Vanille-Zucker
150 g Butter
150 g Sahne
32 g Speisestärke

Zutaten für das Orangen-Curd
4 Bio-Saft-Orangen (Gewicht ohne Schale und „geputzt“ ca. 340g)
100 g Rohrohrzucker
1 EL Vanille-Zucker
130 g Butter
130 g Sahne
26 g Speisestärke

Obst heiß abspülen, von einer Frucht die Schale dünn abreiben (nicht das Weiße!) und anschließend beide Früchte mit dem Messer schälen, dass keine Schale mehr am Fruchtfleisch ist. In grobe Stücke schneiden, das Weiße innen knapp wegschneiden und Kerne entfernen. Fruchtstücke in einen starken Mixer geben und fein pürieren. Zusammen mit dem Schalenabrieb in einen Kochtopf geben. Zucker zugeben und erhitzen, bis er sich aufgelöst hat. Butter zugeben und schmelzen lassen. Sahne mit der Speisestärke verrühren, in den Topf geben und ein paar Minuten unter Rühren aufkochen lassen, bis die Masse angedickt ist. Das Curd noch heiß in Gläser füllen und sofort verschließen. Gläser im Kühlschrank aufbewahren, aufgrund der Zutaten wird es bei Raumtemperatur verderben. Erst wenn es gut durchgekühlt ist, erhält das Curd die endgültige Konsistenz: streichfest und trotzdem cremig, ohne gummibärchenartig zu sein.









Kommentare:

  1. Whow, das liest sich toll! Was denkst du, wie lange das (der?) Curd im Kühlschrank haltbar ist? Als Singlehaushalt ist das für mich immer ein wichtiges Argument, auch wenn ich solch leckere Sachen gern schon mal für zwei esse.

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  2. Obwohl wir ein 2-Personen-Haushalt sind, ist das Curd auch nur für eine, nämlich für mich :-)
    Gut verschlossen sollte das ohne Probleme 4 Wochen im KS halten...wenn es dann nicht schon längst aufgebraucht ist ;-)

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