Donnerstag, 9. März 2017

Planlos

Im Januar fand in Freiburg an perfekter Stelle ein perfekt organisiertes Kochtreffen statt. Danke vorab schon mal an das hierfür verantwortliche, kongeniale Duo Eva und Christina. Und bei den berüchtigten "Gwex-Events" ist auch im Vorfeld klar, was gekocht werden soll. Das meiste zumindest. Und eingekauft ist auch.

Ihr seht, wir haben exzellente Vorbilder für ein eigenes äh Event. "Wir könnten doch, mal was mit Fleisch machen" meinte der Ossi, unser Messerwart. "Und zwar mal so verschiedenes Luxusfleisch mit- und gegeneinander." Der Pilz, ebenfalls ein Freund teilvegetarischer Beilagen, schlug ebenso ein, wie unser Brenner Lars und ich. Wuschel ist ja eh klar.

Dann verständigten wir uns noch schnell auf einen Termin und hatten fortan keine Zeit mehr, uns um lästige Details zu bemühen. Außerdem werden Rezepte eh überschätzt. 


Klar war, dass jeder selbst das Fleisch organisiert, das er gerne zubereiten möchte. 

Und der Pilz ist dann freundlicherweise morgens noch kurz über den Markt gerast und hat das eingekauft, was er für das Nötigste hielt. Und jeder hat noch mitgebracht, von dem er dachte, dass es vielleicht gebraucht werden könnte.

Insofern war also für ausreichend Alkoholika gesorgt. 

Dann kam erst mal alles auf den Tisch und die Köpfe wurden zusammengesteckt. 
Ergebnis:




Ceviche und Sulz vom Tiroler Milchkalb. Eigentlich war der Plan, aus dem Kalbsschwanz eine frittierte Praline zu basteln. Aber nachdem es so fein ansülzte, war dies sicher die bessere Entscheidung. Okay, optisch mit Potential, was aber auch daran liegt, dass ich recht ungeschickt die Tellerchen aussuchte. 



Und dann rotgekochte Haxe vom Klosterschwein mit sautierten Rosenkohlblättern und Brokkoli-Schaum mit gebratenen Zuckerschoten.

Leider war die Haxe noch nicht ganz aufgetaut, als es losging. zwei Stündchen mehr Zeit hätte der Sache sicher nicht geschadet. Aber diese Art von Rosenkohl funktioniert immer wieder gut. Selbst bei Rosenkohlverächtern.

Obwohl der Schaum hier schon ein wenig gesetzt ist, war er doch noch sehr fluffig. Da konnte ich ausnahmsweise das zusätzliche Geschirr, das doppelwandige Glas,verantworten. 

Alles in Allem sehr anständig.





Der Pilz hat dann ein Stück Bison rausgehauen. Mit einer Creme von roter Bete und einer Ziegenkäse-Lauch-Lasagne auf einen Kartoffel-Chip.

Das auf dem Fleisch ist, wenn ich mich recht erinnere, fermentierter Pfeffer. Sehr fein. Wie alle auf dem Teller.

Die Lasagne konnte übrigens nicht größer ausfallen, weil der sensationelle Ziegenfrischkäse so gut zum Kochriesling passte; oder umgekehrt. 

Das Bison hat mir auch sehr gut geschmeckt; richtig aromatisch. Die hier deutlich erkennbare Sehne störte ein wenig; vielleicht hätten wir anders schneiden sollen. Außerdem müssen wir noch andere Zubereitungen ausprobieren.

Aber auf  jeden Fall ein toller Gang!




Womit wir auch schon beim fetten Fleisch angekommen sind: Variation vom Kobe-Rind. Tatar mit schwarzen Nüssen, Risotto und Kurzgebratenes auf allerlei exotisch anmutendem Gemüse.

Sicher entgeht dem geübten Beobachter nicht, dass der Anteil von Kurzgebratenem überschaubar ist. Ist aber quasi Maximalprinzip. Der Risotto wurde mit geriebenem rohem Kobe gewürzt. Hatte allerdings geschmacklich nicht den erhofften WOW-Effekt. Wie überhaupt der ganze Gang den nicht hatte. Also gut, aber nicht so aufregend wie erhofft.

Was man beim Star des Abends nicht sagen konnte:



Txogitxu, Pak Choi und Shitake; und ich habe keine Ahnung, wie Txogitxu ausgesprochen wird. Aber eine Ahnung wie es duftet. Schon roh aus der Verpackung. Gelbes Fett, das absolut appetitlich roch. Und Fleisch, das einfach toll schmeckt. Der Pak Choi durfte mit etwas Butter und Gewürzen ein Wasserbad nehmen und wurde dann nur kurz angebraten. Insgesamt sehr gute Kombination. Und dass Ossi seinen Grill beherrscht, sieht man. 




Einen schnellen Nachtisch hatte es dann auch noch gereicht; Birnenmouse auf Bisquit und Birnenragout. Das Grünzeug obendrauf müsst Ihr euch wegdenken. War irrelevant. Aber der Rest war durchaus brauchbar.

So richtige Rezepte gibt es keine, da alles ziemlich aus dem Handgelenk... 

Ganz vielen Dank an Ossi und Wuschel, die uns Küche und Keller zur Verfügung stellten und noch einen ganz besonderen Dank an Wuschel, die nicht nur umfassend mitwirkte, sondern die Bande ziemlich souverän gebändigt hat. Also im Rahmen des Möglichen...


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