Donnerstag, 16. Februar 2017

Sonntagsspaziergang und Sonntagsbraten


Nicht oft, aber dann um so schöner.

Familienspaziergang:






Und Sonntagsbraten nach Familienrezept.

Svíčková na smetaně - tschechischer Rinderbraten mit Rahmsauce

Seit ich denken kann unzählige Male mit Hingebung gegessen, jetzt endlich das erste mal selbstgekocht. Das Rezept vom Lieblingsonkel, das mich zunächst ein wenig zweifeln lies, aber am Ende einen eins-A Sonntagsbraten ergeben hat.
Man darf seinen Vorurteilen also ruhig entschlossen entgegen treten. Das gilt für Rezepte, aber auch für Wein - Sei an dieser Stelle nochmal angemerkt.
Für Svíčková gibt es in Tschechien vermutlich soviele Originalrezepte wie bei uns für Sauerbraten oder Böfflamott. Die Variante von meinem Onkel spickt nicht wie die meisten das Fleisch mit Speck und verwendet auch kein Filet, sondern ein Bratenstück. In meinem Fall ein Stück Rinderschulter.



Svíčková - tschechischer Rinderbraten für 4 Personen

1,5 kg Rinderbraten aus der Schulter
1 Zitrone
150g Butter
1 Zwiebel, gewürfelt
50g Knollensellerie, gewürfelt
50g Karotte, gewürfelt
2 Lorbeerblätter
4 Körner Piment
Salz, Pfeffer
1 Streifen Zitronenschale (unbehandelt)
ca 100ml leicht angeschlagene Sahne (je nachdem wie üppig man es mag)

Fleisch kräftig salzen und pfeffern, die Zitrone auspressen und das Fleisch mit dem Saft einreiben. Die Butter schmelzen und das Fleisch immer wieder damit beträufeln und einstreichen, bis es wie von einer Wachsschicht überzogen ist. Abgedeckt im Kühlschrank über Nacht (oder auch zwei) marinieren lassen.

Das gewürfelte Gemüse mit Lorbeer und Piment in einen Bräter geben, den Braten darauf legen und mit Deckel im Ofen bei 150° O/U garen (ja, es wird tatsächlich nichts angebraten), bis das Fleisch weich wird. In meinem Fall waren das gut 2,5-3 Stunden. Dabei immer wieder die entstandene Flüssigkeit in eine Schüssel abgießen und aufheben (ich hab die erste Stunde alle 20 min., später dann alle halbe Stunde abgegossen). Dann den Deckel abnehmen, den Bratensaft wieder dazugeben und noch ca. 40 min. offen fertig garen.  
In dieser Zeit die Beilagen fertigstellen, in meinem Fall waren das nicht die klassisch dazu gereichten Serviettenknödel, sondern Breznknödel
Das Fleisch aus der Sauce nehmen und warm stellen. Piment und Lorbeer aus der Sauce nehmen, die Sauce mit dem Gemüse fein pürieren und passieren. Mit der leicht angeschlagenen Sahne mischen und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Zitronenschale kurz in der Sauce ziehen lassen und wieder entfernen.

Mit Knödeln und für mich reichlich Preiselbeeren servieren. Dann zufrieden auf die Couch rollen und Tatort gucken...




Kommentare:

  1. Boah, klingt das lecker!
    Am zweitbesten gefällt mir dann der Ausklang mit dem Auf-die-Couch-Rollen und Tatort gucken!

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  2. Hallo Toni, ich lese gerne gut geschriebene Texte und erfreue mich an gut in Szene gesetzten begleitenden Fotos. Außerdem bin ich ein großer Buffet- und Fingerfoodfan. Daher verfolge ich euren Blog regelmäßig, obwohl ich als langjährige Vegetarierin kein Fleisch kochen kann. Jetzt aber mal eine ganz abseitige Frage: Seit einem Tag bin ich glückliche Besitzerin eines Arzberg Bastdekor Geschirrs (zumindestens vom ersten Grundstock), das ich mir auf eBay ersteigert habe, weil ich es bei deinen Fotos immer mal wieder gesehen habe und ich es einfach schön finde. So schön, dass mir erst jetzt die Frage in den Kopf kommt: Ist das eigentlich spülmaschinenfest? Über eine praxiserprobte Antwort würde ich mich freuen. Herzliche Grüße, Pia


    mal eine ganz abseitige Frage: Ich habe mir auf eBay nun das Geschirr Arzberg im Bastdekor ersteigert, weil ich es wirklich sehr hübsch finde. Spülst du das mit

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  3. Hallo Pia, vielen Dank für das Lob, das freut uns wirklich sehr!

    Zum Arzberggeschirr. Das nehme ich nicht als Alltagsgeschirr her, sondern bei Einladungen und eben für die Fotos. Nach Einladungen bin ich zu faul, alle Teller per Hand zu spülen und pack sie in die Spülmaschine, d.h jeder Teller ist im Jahr vielleicht so 10x in der Maschine und davon haben sie bisher keinen Schaden genommem. Ich habe aber auch Teller, die Anfangs häufiger in der Maschine waren und die doch etwas blasser sind als die anderen. Deswegen würde ich für den Alltagsgebrauch nicht die Spülmaschine nehmen, wenn Du länger Freude an dem Geschirr haben willst.
    Da mir mein Alltagsgeschirr nicht mehr gefällt werde ich mir demnächst die Form 2025 von Arzberg neu in weiß zulegen.

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    1. Hallo Toni,

      vielen Dank für deine Antwort, die mir schon mal weiterhilft. Wenn allerdings das Geschirr nicht springt, sondern nur etwas blasser wird, so ist das kein Problem. Ich habe keine Lust auf Handwäsche und ja: Ich hatte tatsächlich vor es als Alltagsgeschirr zu verwenden. Weil ich es eben so schön finde.

      Ich hatte bei meinem ersten Post überlegt, ob ich etwas zu Susa schreiben soll, aber es wäre mir komisch vorgekommen und auch grenzüberschreitend, da wir uns nicht kennen und die Verbindung ja nur virtuell und da auch noch einseitig vorhanden ist. Aber vielleicht tue ich es doch: Mein Vater ist überraschend gestorben, da war ich 13 Jahre. Ich glaube, das hat mich so geprägt, dass ich tatsächlich sehr im "hier und jetzt" lebe. Ich kann nicht viel auf später aufschieben ... und mir ein wirklich schönes Geschirr kaufen und es dann nur für Besuch zu verwenden ... ist nicht meins. Niemand weiß, wie lange wirklich "länger" für den Einzelnen noch dauert.

      Oh je, ich hoffe, es ist okay, wenn ich das so schreibe. Aber das ist mir durch deine Antwort nochmal bewusst geworden und ist jetzt natürlich nicht als Leitschnur oder gar "Ratschlag" für andere gedacht. Wäre ja auch vermessen. Aber "das Thema" schwingt für mich auf diesem Blog seit September mit.

      Herzliche Grüße, Pia

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