Sonntag, 6. März 2016

Lese- und Wurzelzeit



März und September stehen in unserem Land jedes Jahr jeweils im Zeichen des Buches. Im März findet nämlich in Leipzig und im September in Frankfurt die Buchmesse statt. Jetzt ist März und in Leipzig stehen sie für das Ereignis vom 17. bis 20. schon in den Startlöchern.
Bislang wurde meine Aufmerksam nur am Rande davon gestreift, aber seit ich letztes Jahr selbst an drei Tagen in Leipzig durch die riesigen Hallen mit dem überfordernden Angebot an Büchern aller Art streifte, bin ich echter Fan dieser Messe.
Dass die Veranstaltung in Leipzig gegenüber ihrer Frankfurter Schwester nicht nur für die Autoren, Verlage, Lektoren, Buchhändler usw., sondern bewusst auch für den Konsumenten ausgelegt ist, wird gern von letzteren mit Begeisterung angenommen und macht sie zu einem absoluten Publikumsmagneten.
Allein durch die stets in einer der Hallen parallel veranstaltete Manga-Comic-Con, der Messe für eingefleischte Comic- und Mangafans, wird die Besucherschaft aufgelockert und zu einem bunten Blumenstrauß, denn viele werfen sich oft in sehr aufwändige Gewänder und vervollständigen ihre Metamorphose zu ihrem Lieblingshelden der gezeichneten Welt durch aufwändiges Schminken. So kann es einem schon mal passieren, dass man in einem der S-Bahnen dem Tod mit (selbstgebastelter) Sense leibhaftig gegenüber steht.

Aber auch ohne diese sehenswerten „Kreaturen“ bietet die Messe viel Programm. Wer vom Herumlaufen in den Hallen noch nicht genug hat, der hat die Möglichkeit an einer der unzähligen Lesungen auch außerhalb des Messegeländes und der regulären Öffnungszeiten teilzunehmen. „Leipzig liest“ heißt das umfangreiche Programm, bei dem in Cafés, Hörsälen, der Nationalbibliothek, Kirchen, aber auch Zahnarztpraxen undundund Autoren aus ihren Büchern vortragen. Die lange Kriminacht fand im letzten Jahr passenderweise in einer Friedhofskapelle statt.
Und noch etwas wirklich Besucherfreundliches bietet die Buchmesse. Unter dem Namen „Buchmesser für Einsteiger“ gibt es eine kurze Einführung mit anschließendem Rundgang durch die Hallen, um eine erste Orientierung zu bekommen. Wir haben dieses im vergangenen Jahr dankend angenommen. Überhaupt war ich schwer begeistert von der Buchmesse, dem riesigen Angebot, den tollen Veranstaltungen, der Präsenz vieler namhafter Autoren und anderer Prominenz. Wow!
Und so war es eigentlich fest geplant, dass wir uns auch in diesem Jahr rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern, um wieder Teil der Buchmesse sein zu können. Eigentlich.
Aber leider kam etwas dazwischen und so werde ich lediglich virtueller Teilnehmer sein und warte schon mit Spannung auf die Neuheiten, die das Ereignis mit sich bringen wird. Und ich lese. Ich habe derzeit viel Zeit dazu und nutze dies auch schamlos aus. Einen kleinen Stapel im altmodischen Papierformat habe ich dieses Jahr schon abgearbeitet.


Ich habe alle bis zum Ende gelesen und mich auf unterschiedliche Weise unterhalten gefühlt. So richtig verschlungen und nur mit großer Entbehrung aus der Hand legen konnte ich folgende:

Runa von Vera Buck
Nächsten Sommer von Edgar Rai
Unterleuten von Juli Zeh 
Die Frau auf der Treppe von Bernhard Schlink

Die nächsten Wochen sind zum Glück gesichert, denn ich schaffe mir immer gern einen Lesepuffer, auf den ich nach Beendigung einer Lektüre zurückgreifen kann. Und dann gibt es ja bald neues Lesefutter ;-)).
Es muss aber nicht immer das neueste vom Buchmarkt sein, ich lese auch gern Exemplare, die schon etliche Jahre auf dem Buckel haben. Wobei es auch gern jenseits der Bestsellerlisten sein darf, da entdeckt man nämlich so manches Schätzchen fernab von Mainstreamthemen und –erzählweisen. Wer also den ultimativen Buchtipp für mich hat, dem gilt die dringende Bitte mir diesen nicht vorzuenthalten (bitte keine Phantasy und keine platten Liebesromane

Und da das schönste, dickste, aber auch mal zäheste Buch irgendwann ausgelesen ist, lasse ich die Handlung gern mal bei meditativen Arbeiten Revue passieren. Und was bietet sich da mehr an als die Produktion von Gnocchi. Noch hat Wurzelgemüse Hochsaison und so verrate ich im Gegenzug zu dem ein oder anderen Buchtipp folgendes Rezept für die leckeren


Petersilienwurzelgnocchi in Petersiliensoße

Gnocchi
500 g Petersilienwurzel
700 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
2 Eigelb
1 EL Grieß
Salz, Pfeffer, Muskat

Petersiliensoße
2 Schalotten
1 Bund glatte Petersilie
Butter
150 ml trockener, nicht zu rassiger Weißwein
400 ml Fond (Gemüse oder Huhn)
Etwas Sahne
Salz, Pfeffer n. Bel.

 Gemüse und Kartoffeln schälen, ich grobe Stücke schneiden und 20 min im Dampfgarer garen, ausdämpfen lassen (alternativ im Wasser kochen). Beides noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken und auskühlen lassen. Eigelbe, Grieß und Gewürze zugeben, schnell verkneten und zunächst auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen formen und Gnocchi abschneiden. Mit der Gabel eindrücken bzw. über ein Gnocchibrett rollen. Anschließen im Dampfgarer 10 Min bei 100°C garen (alternativ im Wasser köcheln, bis die Gnocchi aufsteigen.

Für die Soße die Schalotten pellen und fein würfeln. Petersilienstängel von den Blättern schneiden und ebenfalls würfeln, Blätter grob zerkleinern. Schalotten und Stängel in aufgeschäumter Butter im Topf anschwitzen, mit Wein ablöschen, Fond angießen und reduzieren. Etwas Sahne angießen, Petersilienblätter zugeben und alles pürieren, sofort mit den Gnocchi und angeröstete Walnüssen servieren. Wer es nicht rein vegetarisch möchte, ersetzt die Nüsse durch hauchdünn geschnittenen Kochschinken.




Kommentare:

  1. Susann Pfeiffer08.03.2016, 07:44:00

    Liebe Suse, mein letztes Highlight aus dem deutschen Buchmarkt war "Altes Land" von Dörte Hansen. Vielen Dank fürs Rezept.

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  2. Da du nicht die erste bist, die mir das Buch empfiehlt, komm ich wohl nicht umhin, es demnächst mal zu lesen zumal der Ort des Geschehns bei mir fast um die Ecke ist ;-)

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    1. Das "Alte Land" gibt es auch als sensationelles Hörbuch. Ein echtes Erlebnis!
      Dann kannst du lauschen und Gnocci rollen zugleich ;-)

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    2. Ich hab das Buch mittlerweile gelesen, ach...was sag ich, verschlungen. Wirklich toll. Was allerdings nicht gegen das Anhören des Hörbuchrs spricht, wenn du es sooo anpreist...

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  3. Heute ist mir nochmal ein Buch eingefallen: Der Poet der kleinen Dinge von Marie-Sabine Roger.

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    1. Bisschen spät, trotzdem ganz lieben Dank noch für den Buchtipp. Ich hab mir das Buch angesehen und auf meine Liste gesetzt :-)

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