Montag, 26. Oktober 2015

Amateure im Mengenmodus

"Du sag mal" fing Ossi an, "was würdest Du denn machen, wenn Du für 80 Leute kochen müsstest?" "Und welche Mengen muss ich da planen?" 

Die Fragezeichen auf meiner Stirn hatte kaum Gelegenheit sich niederzulassen, da ging es weiter: "Und vielleicht hättest Du zufällig Zeit?" 

An der Stelle muss ich vorwegschicken, dass Ossi nicht nur unser 180° Messerwart ist, sondern auch mich noch gar nie niemals nicht hat hängenlassen. Womit auch recht klar ist, dass ich, wenn irgendwie möglich, Zeit haben werden.

Es geht darum, dass in seiner Gemeinde alljährlich eine Veranstaltung stattfindet, auf der er schon früher mal in der Küche, unter der Ägide eines Profis, ausgeholfen hat. Allerdings stand dieser dieses Mal nicht zur Verfügung und außerdem wollte er mal "Pulverfrei".

Ist ja kein Problem für mich, so ein Ding. Also nur weil ich sowas noch nie gemacht habe, heißt dass noch lange nicht, dass ich es gar nicht unbedingt auch nicht können muss. Die Gerichte habe ich praktisch aus dem Ärmel geschüttelt. Und schon nach wenigen Treffen (deutlich weniger als hundert) stand fest, was es gibt:

  • Färsenbrust, geschmort, mit Servietten-Dings und Saucentraum
  • Spinatknödel mit Käsesauce
  • Spaghetti mit Pilzsauce.
Zwischenzeitlich hatten sich die Anmeldungen auf Hundertzehn erhöht, wobei die Vorfeldorganisation bewusst nicht übertrieben wurde. Also alle kamen für jedes Gericht in Frage. Wäre ja auch etwas zu aufwändig für eine Non-Profit-Veranstaltung zu Dumpingpreisen. 

Jedenfalls sind wir dann Freitags mit einer Liste, die aus all meiner überschaubaren Erfahrung heraus gefertigt wurde, zum Einkaufen gefahren. 

Samstag dann Küche:



Ich sag nur "Tschakka" und "Attacke". Vor allem letzeres musste wir. Weil uns ja die Pülverchen fehlten. Also uns Vier, soviel waren wir. Und es war auch nicht verkehrt, dass wir schon ab und zu was zusammen gekocht haben.

Samstag von Zwei bis Neun mal ganz entspannt ein bisschen vorbereitet; Wuschel und der Pilz haben sich den goldenen Knödel am Bande verdient und auch Ossi und ich waren nicht untätig:


Dafür waren wir am am Sonntag um Neun am Platz. Was auch gut war. Weil ersten braucht in diesen Mengen alles sehr viel länger, und zweitens wurden die Teilnehmer zwischenzeitlich auf Einhundertzwanzig erhöht. 

Egal, wir waren fertig als es zählte und tatsächlich funzte es sogar einigermaßen. Übrigens haben wir noch Nadja gewinnen können um zu annoncieren. Hätte ich nicht erwartet, dass das so extrem hilfreich ist. Ist es aber. Jedenfalls konnten die Leute einigermaßen stauarm versorgt werden und das bisschen Geschirr, samt Kaffee und Kuchen, hatten wir dann auch so gegen Vier abgefrühstückt. Die Küche sauber machen war ja praktisch Dings. 

Jedenfalls sind wir nicht untergegangen, haben kein Miese gemacht und natürlich keine Chance gehabt auch nur einen Teller zu fotografieren. Abgeklatscht haben wir uns trotzdem; enthusiastisch! 

Abends habe ich dann gelesen, wie ein "befreundeter" Profi erzählte, er hätte jetzt 180 Pax, davon 30 vorbestellte Menüs, Rest À la Carte, gehabt. Vier Köche und drei Azubis. Haubenniveau! Das relativiert doch einiges. 


Kommentare:

  1. Ach, 30 Personen mehr oder weniger, von was reden wir. Dings. Oder? :)
    Klingt nach einer Menge Spaß.

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    1. Oh ja, Spaß hatten wir. Aber auch deutlich gespürt, dass wir nicht Nichts getan haben. Insofern erkennen wir die Leistung der Profis, die solch ein Programm regelmäßig und mit deutlich mehr Druck bewältigen, mehr denn ja an.

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  2. Hildegard Reinsch26.10.2015, 11:04:00

    Hochachtung! Super Performance und ich weiß wovon die Rede ist. Vor einigen Jahren habe ich mehr oder weniger regelmäßig für einen Musikklub (ohne Küche) für 80 bis 120 Pax Menues und Büffets zaubern dürfen - es war mehr oder weniger wie im Fitnessstudio. Danach waren Knochen und Hände sehr pflegebedürftig und man war immer wieder erstaunt, wie viel manche Menschen doch essen können, ich hatte immer gut kalkuliert - fast nie war was übrig. Alles in Allem war es eine spannende Erfahrung. Und - auch bei mir wurde nie was fotografiert!
    Liebe Grüße Hildegard

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    1. "Ohne Küche" ist dann tatsächlich noch mehr wie Fitnessstudio.

      Ich hätte ja im Grunde schon mal fotografiert. Aber im Angesicht einer hungrigen Meute konzentriert man sich doch spontan auf das Abfüttern. Hat auch was von Selbsterhaltungstrieb ;-)

      Nach etwa 90 Minuten Stoßzeit kommt einem dann das Spülen recht erholsam vor. Und Du hast Recht, eine spannende Erfahrung!

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  3. Hut ab, das war echt eine Herausforderung!

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    1. Ja, das war es einerseits. Verstärkt natürlich auch durch die Unwägbarkeiten bei der Anzahl der angebotenen Gerichten, das unbekannte Terrain und die fehlenden Erfahrung. Andererseits muss ich ehrlicherweise zugeben, dass ein Großteil der Vorbereitungen auch mit weniger Personal zu bewältigen gewesen wäre.

      Okay, dafür haben wir ein bisschen Spaß gehabt; oder wo kommt es schon vor, dass in der Küche besserer Wein getrunken wird, als bei den Gästen?

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    2. ...na das ist ja wohl das Wichtigste....Guter Wein für die Köche!

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