Mittwoch, 10. Juni 2015

Lieblingssommerspätstück

Herr Toni und ich sind leidenschaftliche Langschläfer. Sobald ein Wecker erforderlich ist, um zu einer bestimmten Zeit aufzustehen, ist das per Definition kein Ausschlafen mehr. Auch wenn die Weckzeit 10 Uhr ist.
Steht sogar noch eine 8 oder weniger an der Stundenposition, dann fällt das eindeutig in den Zuständigkeitsbereich der Genfer Konventionen! Unter der Woche stehen wir also jeden Morgen nur unter Protest und mit großem Gejammer auf. Und freuen uns riesig auf’s Wochenende!
Den verbringen wir gerne, wie bestimmt schon bekannt in unserem Landsitz Garten. Da kann es dann durchaus auch mal vorkommen, dass mich das schöne Wetter früher aus den Federn lockt. Muss aber nicht.
Meistens ist es schon ziemlich warm und der Hunger groß, so dass es als sehr spätes Frühstück unser aktuelles Lieblingssommersandwich gibt:

Schinken-Käse-Tomaten-Sandwich mit Spiegelei



Das mag jetzt trivial klingen, für die perfekte Zubereitung gibt es aber ein paar Kniffe. Hier die Anleitung für diejenigen, die es genau wissen wollen. Die anderen bauen einfach das Schichtmodell nach Foto.

Das Toastbrot: Hier mag ich am liebsten die Vollkornvariante, die ist herzhafter. Außerdem ist eine
ausgefeilte Toast-Taktik erforderlich. Eine Toastscheibe wird ganz konventionell von beiden Seiten getoastet, die zwei anderen allerdings nur von einer Seite. Weil:

Diese eine getoastete Seite wird großzügig mit Käse belegt, darauf kommt der Schinken und darauf eine Tomatenscheibe. Darauf wiederum Schinken und darauf Käse. Dabei ist darauf zu achten, dass jeweils ein Rand frei bleibt, sodass am Ende der Schinken die Tomate, der Käse den Schinken und der Toast den Käse ummantelt.
Abgedeckt wird mit der zweiten einseitig getoasteten Seite und das ganze insbesondere an den Rändern gut zusammengedrückt. Die beiden ungetoasteten Seiten zeigen also nun nach außen. Weil, jetzt kommt’s: wir rösten dieses Arrangement in einer Pfanne von beiden Seiten knusprig braun bei milder Hitze, so dass der Käse schön schmilzt.
An dieser Stelle denke ich übrigens regelmäßig über den Erwerb eines Sandwichmakers nach.


Das Spiegelei: normalerweise mag ich es am liebsten sunny side up, in diesem Fall empfiehlt

sich aus verpackungstechnischen Gründen die Variante sunny side down, also von beiden Seiten gebraten. Aber nicht zu lange, das Eigelb soll noch schön wachsig sein. Ist das erledigt bestreichen wir eine Seite des Schinken-Käse-Toasts mit Frischkäse und eine Seite der konventionell getoasteten Scheibe. Dann spendieren wir noch einzwei Basilikumblättchen, salzen das Spiegelei und verpacken es zusammen mit einem Salatblatt zum jetzt fast final fertigen Sandwich.


Die Essenstechnik: hier hat sich bewährt, die Schichten mit zwei Holzstäbchen zu fixieren und diagonal durchzuschneiden. Außerdem praktisch aus Teilungsgründen bei großem Hunger von Herrn Toni und mir (hier kennen wir genauso wenig Spaß wie beim Ausschlafen)

Jetzt aber: Fertig!



Diesen Post widme ich unserer geschätzten Leserin und seit kurzer Zeit Original 50er Jahre Toaster Besitzerin Christine. Da ich auch im Besitz von so einem Schmuckstück bin, schätze ich den Vorteil, einseitig toasten können. Und dass das Teil schick ausschaut. Und an meiner 50% Ausschussquote arbeite ich. Es gibt nämlich keine Auswurfautomatik, ich neige zu Ungeduld und beschäftige mich gerne nebenher mit anderen Dingen. Bis es qualmt…

Kommentare:

  1. Was für ein formidables Sandwich - formidabel genannt, damit das Lob zum 50er Jahre Toaster passt. Und so akribisch, wie es ein hersusragendes Sandwich verlangt.
    Mein 3 Jahre alter WMF-Toaster kann übrigens beides: einseitig toasten und auswerfen ;-)

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  2. Formidabel ist ein tolles Wort! Und in der Tat lebt so ein Sandwich davon, dass es genauestens geschichtet wird. Sowohl was den Formschluss angeht, als auch die Mengendosierung der Zutaten. Quasi Wissenschaft!
    Dein Toaster ist im Vergleich zu meinem highend :D!

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  3. @Sandwichwissenschaft
    Was wäre ein Clubsandwich z. B. doch für ein Genuss, wenn es exakt und wissenschaftlich geschichtet ist. So dass man es auch mit allen Zutaten auf einmal, Bissen für Bissen essen kann. Und nicht aufgrund der unüberlegten, dem Grössenwahn geschuldeten Übertreibungen wieder in Einzelkomponenten zerlegen muss.

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    1. Das denk ich mir auch jedes mal. Ich ess das ganz gerne, aber das Hähnchen ist grundsätzlich zu dick geschnitten.

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  4. Wie schön, dass Du diesen Post Christine gewidmet hast ! Da hat sich mein unverzagtes Ausharren und Zusprechen während des in der Länge nicht unerheblichen Kaufentscheidungsprozesses (zwischenzeitlich waren wir sogar kurz zum Nachbarstand abgewandert) jetzt sogar noch mehr gelohnt!

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    1. Also abgesehen davon, dass die Christine das eh verdient hat freut mich das natürlich doppelt.
      Und die Toast-Industrie vermutlich auch ; D

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