Donnerstag, 14. Mai 2015

Wohin mit den Abstufungen? Und vor allem mit wem?


Also letztens, da hatte ich ja mal über die praktischen und nicht gastroführergeeigneten Abstufungen in Sache Kneipen und so berichtet. Und auch mit einigem Abstand kann das so stehen bleiben.

Allerdings ist mir aufgefallen, dass die Frage zwar nicht gestellt, aber umso mehr nicht hinreichend beantwortet ist. Vor allen Dingen, wann und vor allem mit wem!

Deshalb in umgekehrter Reihenfolge:


"Leck mi am Arsch!":
Auf keinen Fall mit dem schnöseligen Kollegen, der alles besser weiß und schon überall war. Der macht alles mies. Und mit dem Chef auch nicht. Der macht sich die falschen Gedanken, wenn es Dir zu gut geht. Aber mit den handverlesenen Hedonisten unter Deinen Bekannten. Und viel Zeit. Und sooft Du es Dir leisten kannst.

"Kosch net meckern"
Wenn der Chef okay ist, kann man den mitnehmen. Ausnahmsweise. Und die nette Kollegin sowieso. Und wenn man vor der Oper noch eine Kleinigkeit essen möchte, geht man da kurz vorbei. Oder bei fast jeder anderen Gelegenheit.

"Gar net schlecht"
Das ist die Kontroller-Kneipe! Also bei Besuch von Revision, Aufsicht oder Zentrale. Solche, leider viel zu seltenen Einrichtungen, sind der ultimative Seriosidingens! Und hält einen selbst am Leben!

"Wia dohoim"
Eltern, sonstige Verwandschaft und Erbtante! Und als Kantinen- Ersatz. Oder sehr gut als Wanderschaftsbegleiterscheinung.  Auf jeden Fall nicht verkehrt, wenn es einem eh mehr nach Apfelschorle ist.

"war ganz okay"
Liegt strategisch günstig, "Wia Dohoim" hat geschlossen, oder ist zu weit weg, der Hunger ist nicht mehr beherrschbar und eigentlich wird gut Essen eh überschätzt. Kann man fast alle Kollegen und Kolleginnen mitnehmen, auch die buckelige Verwandschaft und überhaupt fast alle sonstigen Bekannten. Und die werden einen für die tolle Auswahl loben.

"nettes Froilein"
Da geht man keinesfalls mit Vorsatz hin. Nur wenn es sich ergibt. Zum Beispiel, weil der vorhergehende Standort schließt, oder weil die Lichter so schön bunt sind, oder die Mitpraktikantin plötzlich Caipi. Oder der Klugscheißer aus dem Büro im vierten Stock dir erklärt dass das total angesagt. Also Augenverdrehen und durch!

„Wenn mr Honger hat“
Niemand geht da in Begleitung hin. Zumindest nicht nüchtern. Aber auf dem Heimweg vom Praktikantenball, dem Wasen oder dem Gautschen zum Beispiel, kann es schon mal vorkommen, dass sich ein Schlenker nicht vermeiden lässt. Ist so eine Art "Fest-Flüssig-Ausgleichsstelle". Und insofern gerne mal die vorletzte Station im Nachtfinale. 

"Muasch halt aus dr Flasch drenga"


Unbedingt aufzusuchen vor Feiern, die ein gepflegtes Erscheinen unabdingbar machen. Ich garantiere so eine Art Spitzen-Service in Tateinheit mit großer Unsicherheit. Und das Gefühl, sich wie im Käfig zu fühlen. Aber auch sehr gut geeignet, die Zeit bis zur ersten U-Bahn zu überbrücken. In ein derartiges Etablissement würde ich selbstverständlich nur wirklich gute Kumpels mitnehmen. Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich eine Praktikantin, wider besseres Wissen entscheidet da mitzugehen, ist nicht auszuschließen, dass die weitere Abendgestaltung ähnlich äh unsauber wird. 

Und damit habe ich auch eine elegante Überleitung zu den aufgeschäumten Kartoffeln mit Onsen-Ei und Pflücksalat:

Schaumschlägernachtrag:
300 g mehlige Kartoffeln
200 ml Milch
50 g heller Fond
Thymian und Rosmarinzweig
Salz
  • Kartoffeln wie Pellkartoffeln garen und ausdampfen lassen.
  • dann einzeln in Alufolie einwickeln und nochmal 40 Minuten im Backofen bei 180° weitergaren.
  • Leicht abkühlen, pellen und durch die Kartoffelpressen drücken.
  • Die Milch mit dem Fond, etwas Salz und den Kräuterzweigen aufkochen, vom Feuer nehmen und noch etwas ziehen lasssen.
  • Die noch warme Milch zu der Kartoffelmasse geben und alles glatt rühren.
  • Erforderlichenfalls durch ein Sieb streichen und in einen Siphon füllen. Eine Patrone und bei etwa 60° warm halten.
  • Natürlich sind auch auch andere Kräuter oder Aromaten vorstellbar; Lorbeer oder Kafirlimmette zum Beispiel sind auch schön. Oder nur würzen.
Soviel zum stabilen Schaum; der hier abgebildete ist die schnelle Variante:
  • Pellkartoffeln durchdrücken
  • Milch, Salz, wenig weißer Pfeffer, Muskat, und Butter aufkochen und zur Kartoffelmasse geben. Dabei ist der Anteil Flüssigkeit höher, als bei der stabilen Version.
  • den Rest wie gehabt, allerdings mit drei Patronen.
Und was das Ei angeht, experimentere ich noch ein wenig mit verschiedenen Temperaturen zwischen 60° und 64,5° und Garzeiten von 45 Minuten bis 60 Minuten.

 
 


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