Freitag, 18. Juli 2014

Kein Tierfreitag



Um die Sache gleich vorweg zu nehmen: Ich hab's vergeigt.

Dabei machen es alle. Alle tonangebenden Persönlichkeiten der  Foodszene leben wenigstens eine Zeitlang vegan. Weil vegan, das ist nicht einfach nur eine Ernährungsweise. Vegan ist bewusst, richtig, zukunftsweisend und wer sich vegan ernährt, der fühlt sich nach einiger Zeit befreit, voller innerer Harmonie und läuft den Halbmarathon, wo er noch eine Woche vorher schon beim Treppensteigen gepfiffen hat. Und lebt mindestens 10 Jahre länger. Und das Bewusstsein wird durchgepustet wie ein verstopftes Abflussrohr mit Natriumhypochlorit. Schlussendlich, so musste ich mir jüngst vorhalten lassen, könne ich auch nicht so einfach von Dingen ex cathedra schreiben.

Also gut, ich hab's mir dann auch in die Hand versprochen. 3 Wochen vegan! 21 Tage! Wo ich im Moment so viele Texte schreiben muss, kommt mir so eine frische Brise durch die Gehirnwindungen gerade recht. Und diese innere Erleuchtung. Mein einschlägiger Blogbeitrag über diese Kräfte, die mich nun durchfuhren, war eigentlich schon fertig. Und ich sah mich schon jung, dynamisch und voll innerer Reinheit.

Jemand erzählte mir, er habe eine Bekannte, die ganz schwer an Neurodermitis erkrankt sei und jetzt, da sie sich konsequent vegan ernähre, habe sie die Krankheit im Griff. Eine andere Bekannte möchte unbedingt etwas in ihrem Leben ändern, wo sich ihr Mann gerade von ihr getrennt hat. Jetzt lebt sie vegan. Und es tut ihr gut, sagt sie. Sie sei nun mit sich und der Welt im Reinen.

Ich hab auch so ein quasi-neurodermitisches Hautproblem am Fuß und wenn ich auf diese Weise eventuell die Medikamente los würde, das wär's doch wert. Allein deswegen musste ich das probieren. Einzige selbstgestellte Bedingung, keinerlei Ersatzstoffe, nichts, was aussieht wie Fisch, Fleisch oder andere tierische Produkte und so schmeckt schmecken soll, kein Visch, kein Vleisch, kein Gevlügel, weder Sojawürstchen noch Tofuschnitzel. Außerdem essen wir sowieso nicht so sehr viel Fleisch, Fisch oder tierische Produkte. Da sollte ein Totalverzicht jetzt nicht so schwer fallen. Allerdings - ein Leben ohne Käse? Wird schwer, ist aber zu schaffen.

Natürlich muss man eine solche Sache organisiert angehen. Schließlich kann man sich ja nicht bei plötzlichen Hungerattacken schnell mal einen Schokoriegel reinziehen eine Käsestulle schmieren. Also Wochenplan, Einkaufszettel, Zwischendurchstrategie, Abwehren spöttischer Bemerkungen im häuslichen Umfeld.


Ich fing an, mit mir zu handeln, ob ich nicht wenigstens morgens meinen Milchkaffee trinken könnte? Nein, wenn man schon so anfängt, wird das nichts. Kaffee ohne Milch bekomm ich aber nicht runter (ohne meinen Morgen- und Mittagskaffee bin ich außerdem eher die *hust - Diva), also gibt es Grüntee, mit – hach gut, dass mir das noch eingefallen ist – natürlich nicht mit Honig. Im Tee fällt Agavendicksaft übrigens nicht weiter unangenehm auf.

Es geht los: Jeden Morgen Margarinebrote mit Konfitüre … bereits nach drei Tagen begann ich Quark und Ziegenfrischkäse zu vermissen. Ei ging ja auch nicht. Haferbrei mit und ohne Nüsse und ein wenig Obst ist ein sehr nahrhaftes und wirklich wohl schmeckendes Frühstück. Auch ohne Sahne oder Milch. Ehrlich. Doch. Wirklich.

Mittags war das geringste Problem. Wohl auch, weil die Mittagsmahlzeit als Hauptmahlzeit immer auf fünf Tage im Voraus geplant war. Es gab wahlweise Risotto mit Pilzen; Nudeln, Reis oder Kartoffeln mit Gemüse; Linsencurry; Erbseneintopf; Reibekuchen mit Apfelmus, Sellerie- oder Kohlrabischnitzel, da hab ich eigentlich nichts vermisst. Und ein Nachtisch in Form von Pudding, Quark, Eiscreme oder Joghurt ist sowieso überschätzt, ein Stück Obst reicht vollkommen.

Abends wurd' es dann wieder hart: Wer isst abends schon Marmeladenbrot? Und nach Salat kann ich nicht gut schlafen. Dreimal hab ich vor lauter Verzweiflung gar nicht zu Abend gegessen. Zweimal nur Bananen. Kann man ja mal machen, ist aber keine Dauerlösung.


Nachts träumte ich von Brathähnchen, grünem Salat und Camembert.

Du gehst das falsch an, sagt mir eine vegan lebende Freundin. Du fokussierst auf alles, was Du nicht essen sollst. Sieh es als Chance, neue Dinge kennenzulernen. Vegan ist nicht Verzicht. Freu Dich auf Dein Essen. Denk daran, dass wegen Dir kein Tier leiden muss, wenn Du vegan lebst. Dafür leide ich wie ein Tier, wollte ich schon antworten. Manchmal opfere ich der Pointe die Wahrheit. Aber so richtig wohl, befreit, verändert fühl ich mich wirklich nicht. Mein Haut juckt, schuppt und nässt auch wie immer, immerhin auch keine Erstverschlechterung.

Ich lese jeden Tag im  Ottolenghi. Viel weiter bringt mich das jetzt auch nicht. Ich arbeite ein bisschen mehr mit Nüssen. Das ist gut, das werd ich öfter machen. Überhaupt waren Pommes mit Erdnusssauce mehr als einmal meine abendliche Überlebensration. Auberginen und Brokkoli mag ich übrigens immer noch nicht. Und Kokosfett ist eine wirklich gute tierproduktfreie Bratfettalternative. Außer bei Bratkartoffeln.

Dann wurde es Freitag. Freitags ist bei uns Wochenmarkt. Eigentlich mein Lieblingseinkaufstag. Mein Weg führt mich zuerst am Käsestand mV vorbei. Schon von weitem sehe ich den perfekten Brillat-Savarin in der Auslage. O. winkt schon von Weitem und deutet auf unser beider Lieblingscamembert. Der hat heute genau die richtige Reife, weich, cremig. Und extra wegen mir hat O. unter der Theke jetzt Bordierbutter. Ich winke freundlich und verdrücke mich zum Gemüsestand. Der hat heute wieder Gänseeier. Ich muss leider ablehnen.

Beim Metzger kaufe ich ein Kotelett und ein paar Scheiben Wurst für Herrn susa. Fräulein H. guckt mich sorgenvoll an. (Ich lebe auf dem Lande und Fräulein H. beseht auf dieser Anrede. Bevor es hier noch zum #Aufschrei kommt.)

Der Rückweg führt beim Fischhändler vorbei. Herr L. deutet durchs Schaufenster auf die Tafel mit den Tagesangeboten. Seit drei Wochen frage ich jeden Freitag nach Schwertfischsteaks. Heute hat er welche. Ich winke und eile weiter.

Ich könnte mich ja jetzt mit einem großen Milchkaffee belohnen. Hallo? Susa? Geht's noch? Milchkaffee???? Ach ja, geht ja nicht.

Ich bin einfach noch nicht so weit. Ich denke noch nicht vegan. Und ich fühle mich auch weder befreit noch gereinigt. Meine kranke Haut sieht auch noch so aus wie immer. Ich überlege ständig, was ich wann wie essen kann. Meinem Kochen geht die Spontaneität verloren.  Ich denke nicht mehr: Hach, DAS könntest Du jetzt mal machen, da hast Du jetzt Lust drauf. Ich denke, kannst Du das überhaupt? Ich stelle die Sache mit der Lust hintenan. Überall lauern Fuß- bzw. Fleischangeln. Wie gehe ich mit "kann Spuren von Milchpulver enthalten" um? Pragmatisch? Oder dogmatisch?

Immerhin spare ich eine ganze Menge Geld, kein Brillat-Savarin, keine Bordierbutter, kein Schwertfisch, keine Milchkaffees, kein Eis auf die Faust.

Das investierte ich gleich mal in Pumps, schließlich ist gerade Sommerschlussverkauf Summer Sale. Öhhhm, Obermaterial Leder, Innensohle Leder, Sohle Leder. Nicht vegan. Andererseits vertrage ich wegen dieser Hautgeschichte weder Kunststoff- noch Textilfasern am Fuß (habe hautärztliches Attest), höchstens so ein Korkzeugs (und ich trage keine Birkenstock – aus Gründen). Vielleicht ist es ok, wenn ich die Schuhe erst nach Beendigung des Experiments anziehe? Andererseits bestehen alle meine Schuhe aus Leder.

Nach 11 Tagen hab ich die Faxen dick. Wenn ich in meinem Leben was ändern will, lass ich mir wieder die Haare abschneiden. Ich beschließe, die Regeln zu lockern, ich werde für den Rest der Zeit "nur" vegetarisch leben. Fleisch und Fisch ist weiterhin tabu, aber es wird endlich wieder Käse geben, und Eier, und Honig, und … endlich wieder Milchkaffee. Schon die Vorstellung zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.

Hach, ist das ein Frühstück am nächsten Morgen! Milchkaffee, Brot dick mit Quark bestrichen und mein aus der Provence mitgebrachter Kastanienblütenhonig.

Die Mittagsmahlzeiten werden um Omelettes erweitert, um Aufläufe mit Käse überbacken, Milchreis, Flammkuchen, arme Ritter, Bratkartoffeln wieder mit Butterschmalz. Und es gibt wieder Pudding.

Auch abends läuft's sprichwörtlich wie geschmiert. Statt Margarinebrot mit Gurke und Tomate, Käsebrot mit Gurke und Tomate. Auch mal ein hart gekochtes Ei aufs Brot. Oder ich hol mir beim Türken Spinatbörek mit Tzatziki (bevor Proteste kommen, mein Türke nennt das so).

Also ganz ehrlich, vegetarisch ist ein Klacks, muss man sich überhaupt keine Gedanken machen. Läuft. Schmeckt! Macht Spaß!


Der letzte Tag. Mir geht es wie immer. Haut wie immer. Laune wie immer. Ideenfindung wie immer. Es ist Freitag. Ich gehe zum Markt, O. bedauert, heute kein Brillat-Savarin und der Camembert wäre auch nicht so, dass er ihn mir anbieten wollte. Aber es ist neuer Ziegenkäse da, von seinem Freund, einem Ziegenzüchter aus der Voreifel.

Dann muss ich noch zum Baumarkt, Silikon, Blumenerde etc. Und da steht sie, mitten auf dem Parkplatz, dunkelrot, einladend, der Duft zieht zuerst ganz sanft und dann immer intensiver bis zu mir. Und ich hör es es brutzeln. Und ich rieche diese süßlich-scharf-fette Sauce, dieses Inferno von Glutamat, E-Nummern und Gewürzzubereitungen. To make a long story short. Mein vegan-vegetarisches Experiment war sowas von gescheitert beendet!


  
Beim Wein, das gebe ich zu, habe ich nicht drauf geachtet, ob er geschönt war oder wenn, ob mit tierischen Produkten wie Gelatine oder Hühnereiweiß. Da reicht(e) es mir vollkommen, wenn ich mir der Ehrenhaftigkeit des Erzeugers versichert sein konnte. Und da kann ich im vorliegenden Fall alle meine Hände für ins Feuer legen.

2013 Riesling Fürstenberg
Dalgaard &Jordan, Mittelrhein

Dalgaard & Jordan, das ist die Christin von Hauptsache Wein, die uns hier immer so ein schönes Adventskalendertürchen öffnet, und der Lars, der alte Schwede Däne. Die beiden machen nun seit ein paar Jahren im Rheingau Wein, mit viel Mut, Liebe, Hingabe und Christin kann dabei auch noch wunderschön fluchen – das müsst Ihr auf facebook mal lesen, wenn sie wieder mit der Rebschere oder einem unbotmäßigen Lieferanten kämpft. Großes Kino!

Den Fürstenberg haben wir zum Halbfinale geöffnet (die Deko stammt vom Leo). Nein, nicht als eines der bei uns beliebten Opfer. Da müssen wir ja immer Rosé trinken. Und das tun wir bekanntermaßen nur, wenn die Lage hoffnungslos ist scheint.

Wir hatten Lust auf einen wirklich trockenen Riesling. In einem solchen Fall ist man bei D&J wunderbar aufgehoben, knalltrocken, dabei äußerst lebendig und mit animierender Säure. Noch ein kleiner Hefehauch schwebt über dem Wein, dann schmecke ich ein wenig Limette, ein wenig Grapefruit, getrocknete Apfelringe, kühler Pfirsichkern, ein kleiner mineralischer Anklang und knarzige Gerbstoffe.

Der muss noch mal in den Keller (also nicht die angebrochene Flasche, die hat nur bis zum 5:0 gehalten), aber der Rest, dem geb' ich mal noch zwei, drei Jahre Ruhe. Ich könnte mir denken, dass er dann noch ein bisschen zulegt. Ich leg das Projekt mal zur EM 2016 auf Wiedervorlage. Solange halte ich mich an den einfachen Martinsthaler, ein blitzsauberer, frischer, saftiger Zechwein aus gleichem Hause.




Kommentare:

  1. Made. My. Day.
    *lachtränchenwegwisch*

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    1. Ich glaube, 21 Tage nix, so wie Du das machst ist viel einfacher.

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    2. Das sehe ich genau so. Mit Verzicht habe ich es nicht so, ich bin eh eher für ganz oder gar nicht, in jeder Lebenslage :)
      Wenn ich vegane Rezepte poste - und darum mache ich beim Tierfreitag so gerne mit, auch wenn Katha mir letzte Woche eins auf den Deckel gegeben hat - dann möchte ich gerne das lustvolle Kochen übertragen auf meine Leser, die ja doch bei mir einen Blog mit relativ hoher - ähem - Fleischkompetenz gewohnt sind. Und sie müssen natürlich bei mir damit rechnen, dass auf ein veganes Eis das nächste Kotelett folgt. Nichtsdestotrotz versuche ich schon allein aus gesundheitlichen Gründen, meinen Fleischkonsum einzuschränken, aus Tierschutzgründen eh, da fällt aber dann halt die ganze Milch- und Käseproduktion mit rein. Und Biomilch- und Käse sind halt immer noch kein Garant dafür, dass nicht eine sofortige Trennung von Kuh und Kalb geschieht - dieses Verfahren verdirbt mir immer mehr den Appetit. Ich mag die ganzen Ersatzprodukte nicht, die Chemie nicht, die man braucht, um sie herzustellen. Keinen Väse, kein Vleisch usw. Und doch kann ich halt viele Vegetarier und Veganer verstehen, die aus ethischen Gründen auf tierische Produkte verzichten und zeitlebens dem Umami hinterherweinen. Ich merke derzeit, dass mir Butterverzicht kein Problem macht, Eiverzicht ebenso nicht, Käse fehlt mir. Ein Leben ohne Käse? Machbar aber sinnlos, so scheint es mir. Und der Tropfen Milch für meinen Kaffee, es geht einfach nicht ohne, da kann ich tun, was ich will.

      Aber wie angedeutet, ich habe ein sehr schwerwiegendes gesundheitliches Problem (das kling kryptisch, aber ich bin halt scheiße krank auf deutsch gesagt) und der Verzicht auf tierische Produkte wirkt sich ausgesprochen positiv auf meinen Zustand aus. Und doch noch nicht so ausreichend, dass ich gegen meine Fleischeslust^^ und jahrelange Konditionierung ankomme. Ich schaue einfach relativ gelassen, wohin mich das alles führen wird... Vor der versprochenen Kalbszunge für Katha kann ich eh nix ändern ;)

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  2. Ich sags ja immer: Vegan wird deutlich überschätzt.

    Viele Grüße
    Manfred

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    1. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu ... zu ... deutsch (siehe Loriot, Stichwort: Vic Dorn).

      :D

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  3. mich erinnert das an was, aber ich hab's trotzdem beinhart durchgezogen. schön, wie ehrlich du beschreibst, was in dieser selbst gewählten versuchsanordnung so passiert. und interessant, wie (ich meine: WIE) wichtig für viele omnivor/inn/en von uns milchprodukte (und eier) sind. bei mir war's die butter, schon ab dem ersten morgen. ganz schlimm. aber ja, auch deshalb (oder vor allem deshalb) habe ich den tierfreitag ins leben gerufen, damit alle, die ausprobieren oder öfter mal aus welchen gründen auch immer rein pflanzlich essen wollen, zumindest eine appetitliche auswahl für die anderen mahlzeiten des tages parat haben. (und du hast recht: per definitionem passt dein beitrag hier nicht dazu, leider ;-))

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    1. Das mit der Butter stimmt. Ich hatte ja bei Dir schon die Margarinensache gelesen und ich kann Dir nur zustimmen. Auf Eier würde ich übrigens noch am ehesten verzichten können.

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  4. Jetzt lieb ich Dich noch mehr!!!

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  5. Selten gibt es so viele „Mythen“ wie um die „richtige“ Ernährung, und dann auch noch ideologisch und moralisch besetzt.
    Jetzt mal ganz sachlich und back tot he roots:
    - Fressen und gefressen werden ist ein grundlegendes Prinzip allen Lebens auf dieser Erde, ob es uns (moralisch hochstehenden ?) Menschen gefällt oder nicht.
    - Pflanzen ( und Bakterien etc …..) sind ebenfalls Lebewesen – auch wenn sie nicht 2-4 Beine haben - , Früchte und Nüsse sind zu deren Vermehrung vorgesehen, also quasi deren Kinder. Eine pflanzliche Ernährung ist demzufolge in gewisser Weise auch mit Töten verbunden.
    - Eine rein vegane Ernährungsform kann nicht wirklich vollwertig sein, bei der Versorgung mit Vitamin B12 ist der Mensch auf die Zufuhr von Nahrungsmittel tierischen Ursprung angewiesen – es sei denn man bevorzugt den Salat inklusive der Kopfdüngung aus Tiermist. Alternativ: Vitamin B12 Tabletten. Die ausreichende Versorgung mit Eisen und Kalzium über vegane Ernährung erfordert einigen Aufwand und Wissen. Daher ist diese Ernährung aus medizinischer Sicht nicht für „Heranwachsende“ geeignet und auch nicht wirklich gesünder.
    - Wichtiger ist m.E. ein verantwortungsvoller Umgang mit Nahrungsmitteln egal welchen Ursprungs, sowohl bei der Erzeugung als auch der Verarbeitung. Die Entsorgung in den Müll sollte keine Normalität sein – o.k. läßt sich manchmal nicht ganz vermeiden, aber nicht in den derzeit üblichen Mengen von ca. 80kg pro Jahr und Mensch.
    - Welche Ernährungsform ein Mensch für sich bevorzugt ist ganz allein seine Entscheidung. Sinnvoll und physiologisch ist eine ausgewogene Mischkost mit ausreichend Gemüse, Obst, Getreide, Milch, Eiern und – je nach Überzeugung – auch Fleisch und Fisch.
    Insofern – viel Freude an den Schuhen (und der Milch im Kaffee ) – vegane Schuhe sind nicht wirklich ökologisch besser.
    Noch nen schönen Tag, Phyllloxera

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    1. -> vegane Schuhe sind nicht wirklich ökologisch besser <- vor allen machen sie wirklich keinen schicken Fuß
      :D

      Die Sache mit dem B12-Mangel, so habe ich gelesen, soll wohl nicht so schlimm sein, wenigstens nicht bei gesunden Erwachsenen.

      Ich hab mich natürlich durch haufenweise Literatur gelesen.

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    2. Vitamin B12 wird im Körper gespeichert und wer erst als Erwachsener auf vegane Ernährung umgestellt hat, der hat noch für Jahre genug davon im Depot.

      Kritischer ist das bei Kindern und Heranwachsenden. Die müssten sich vermutlich hauptsächlich von Sauerkraut ernähren um genug davon zu kriegen.

      Aber geht Sauerkraut? Was ist mit den Milchsäurebakterien?

      Viele Grüße
      Manfred

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    3. Nun dann begib dich bitte in ein Löwengehege deiner Wahl und erwarte die Reaktion des dort hausenden Rudels. Aber wehe du rennst weg! Fressen und gefressen werden, meine Liebe.
      Und Pflanzen sind auch Lebewesen? Früchte sind ihre Kinder? Boah welch Weisheit! Dann hoffe ich, dass sich auf deinem Teller auch keine Pflanzen finden, wo du sie doch offenbar mehr bemitleidest als Wesen mit einem Gehirn und komplexen Nervensystem (ergo: Leidensfähigkeit).

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    4. Bitte, nicht so bissig. Die Gedanken von Phyloxera sind durchaus mal nachdenkenswet. Und wenn man anderer Meinung ist, kann man das ruhig etwas freundlicher formulieren.

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  6. Du sprichst mir sooo aus dem Herzen !
    Danke für den mit Hochgenuss gelesenen Post. Klasse geschrieben !

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    1. danke, und Gruß nach Basel
      (und sorry, dass unser Fußballclub den Euren immer leer kauft *ggg)

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    2. Danke ebenso :-)
      Und der da wäre ... ? (es gibt drum mehrere Fussballclubs)

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    3. Der FC, wo wir zuerst den Granit Xhaka und jetzt den Yann Sommer geholt haben.

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    4. Alles klar > Borussia Mönchengladbach (mit dem Trainer zusammen wären es dann 3 CH)
      Danke !

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  7. Danke für diese - SO EHRLICHE - Erheiterung am Morgen.
    Du weißt gar nicht, wie gut ich dich verstehe...vor allem das mit der Currywurst: eine richtig gute Currywurst macht auch bei mir alle Vorsätze zu Nichte.

    Wo ist dieser tolle Wochenmarkt?

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    1. Ja, jeder hat halt seine kleine schwache Seite. ;)
      Der Wochenmarkt ist eigentlich eher übersichtlich, O. und sein Käsewagen und der Biogemüsestand sind die einzig lohnenswerten Ziele. Und wir sind ganz tief im Westääään, fast schon in Holland.

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    2. wie peinlich...nun hab ich dich mit Suse verwechselt, die ja ganz in meiner Nähe wohnt. - SORRY!

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    3. Das passiert uns öfter.

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  8. @anonym:
    Warum fühlst Du Dich so persönlich angegriffen? Leider hast Du Dir nicht die Zeit genommen, den Text im ganzen zu verstehen . Schade


    Was den Vitamin B12 Speicher betrifft, so ist der wie so vieles begrenzt und reicht – individuell unterschiedlich – maximal für ein paar Jahre. Insgesamt ist Vitamin B12 Mangel in den Bevölkerung nicht selten und wird häufig auch erst spät diagnostiziert.

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  9. haha super! endlich eine lustige Abwechslung zu den grassierenden bedeutungsvoll ernsten veganen Versuchen der Bloggerwelt

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    1. Ich hab sowieso den Eindruck, dass diese Diskussion mit einer etwas unangemessenen Humorlosigkeit geführt wird.

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  10. Wow, du hast es aber ganz schön lange ausgehalten. Ich würde wohl nicht mal 24 Stunden schaffen. ;-)

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    1. Nun ja, so ein bisschen Ehrgeiz hatte ich ja doch.

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  11. Großartig geschrieben, dankeschön :-)

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    1. Gerne. Ganz ehrlich, das Schreiben hat dann wieder richtig Spaß gemacht.

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  12. Schaun wir doch mal, wieviel wirklich vegane Margarine es so gibt. Oooops!
    Und was ist in der dann drin?
    Ach Palmöl, das Zeug also, wegen dessen wir bald keine lustigen anderen Primaten mehr haben?

    Solang vegane Lebensweise das Problem auf andere Kontinente abwaelzt -bevorzugt die schon so lang unter Kolonialismus leidenden- und uns ein toll reines Gewissen beschert mit dem wir hausieren gehen koennen, geht mir das grad mal sonstwo vorbei.

    Kauft doch eure Plastikschuhe, wenn dafuer kein Tier leidet. Oh ...

    Danke Susa.

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    1. Ach? Normale Margarine ist nicht vegan? Auch dieses Aslanzeugs nicht?
      Tja dann - epic fail!
      Schön, noch mal was von Dir zu lesen.

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  13. Sooo geil. Selten so gelacht! Klasse.

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    1. Ich soll Dich übrigens vom Leo grüßen. :))

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  14. Wieso vergeigt? Es war ein Versuch und er hat ein Ergebnis gebracht.
    Ich finde den Bericht einfach KLASSE!

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    1. Das ist gut. Diese Sichtweise muss ich mir angewöhnen. ;)

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  15. Was ich noch aus aktuellem Anlass hinzufügen möchte: Deine Currywurst ist mein Mettbrötchen :-)
    Hemmungsloses Ding, ich.

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  16. Da steht wirklich alles drin, was zu diesen veganen Zwangsvorstellungen zu sagen ist, super geschrieben.
    Ich habe den Eindruck, dass die meisten Leute, die gerne essen, auch gerne mal ohne Fleisch und andere Tierprodukte kochen - manchmal ohne es zu beabsichtigen!
    Aber doch nicht gleich drei Wochen lang...
    Übrigens soll Mandelmilch zum Kaffee gut schmecken.

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    1. Dazu passt ja die Erkenntnis unserer Firmenkantine: Wenn Reibekuchen mit Apfelmus oder Spinat, Ei und Kartoffeln als Hauptgericht angeboten wurden, wurden sie c. 25% mal öfter nachgefragt als wenn sie unter Vegetarisch angeboten wurden.

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  17. Hallo Susa,
    vielen Dank für den erfrischenden und ehrlichen Beitrag zu deinem Selbstversuch. Ich selbst lebe seit ca. 25 Jahren vegetarisch. Da mir Fleisch nicht mehr schmeckt und auch nicht gut tut, ist dies keinerlei Verzicht, auch da ich die vegetarische Ernährung als ideal für mich erlebe. Sehr abwechslungsreich und Genuss pur. Diesen Hype um vegan kann ich nicht verstehen, zumal es auch Meinungen gibt, dass eine Mangelernährung entstehen kann. Der Trend zur Vorgabe "man darf nur noch 100% gesund essen und leben" führt bei mir eher dazu, dass ich den Genuss noch mehr in den Vordergrund stellen möchte. Ich mag keine Vorschriften und Dogmen und gehe davon aus, dass es unterschiedliche Ernährungsformen für unterschiedliche Menschen gibt. Mit einer guten Selbstwahrnehmung spürt jede/r schon selbst, was passt und zu eng im Denken und Leben zu sein macht auch krank. Essen soll auch Spass machen! Den hatte ich beim Lesen deines Beitrags auf jeden Fall. Herzliche Grüße Andrea

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    1. Srimmt, die Hysterie ums Gesundessen (hat inzwischen sogar schon einen lateinischen Namen "Orthorexia nervosa") ist wirklich lächerlich. Und nicht selten bedenklich.

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