Dienstag, 14. Januar 2014

Zurück!



Neujahr 2014, Null Uhr fünfzehn und ein paar Zerquetschte. Ich stehe mit einem Feuerzeug in der Hand draußen auf einer Einfahrt. Vor mir auf dem Boden steht eine Flasche, in der eine Feuerwerksrakete steckt. Unter normalen Umständen wäre das sicherlich nichts Außergewönliches, vermutlich wird es Millionen von Menschen geben, die -rein äußerlich betrachtet- in diesem Moment haargenau dasselbe vorhaben wie ich.
Aber für mich sind die Umstände alles andere als normal. Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die sich aktiv am neujährlichen Feuerwerk beteiligen. Nein, eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die mit der Gefahr von Nackenverspannungen gebannt in den Himmel schauen und mit leicht übertriebenem, deutlich zu vernehmendem "Oooooh!" und "Aaaah!" das Feuwerwerk am Himmel bestaunen. Maximal eine Wunderkerze in der Hand macht mich sonst zu einer Verbündeten der Pyrotechniker.
Aber dieses Mal bin ich mitten drin im Getümmel. Ab und an ziehe ich zwar etwas ängstlich den Kopf ein, weil ich befürchte, dass mir so ein oller Raketenstock oder eine lästige Plastikkappe auf den Kopf fällt, aber ich bin mittendrin.
Der Grund für meinen besonderen Mut ist mein fester Wille, ein paar Dinge loszuwerden, welche mich 2013 ordentlich ins Stolpern gebracht haben. Und so schicke ich also mit jeder eigenhändig beschrifteten Rakete eben solch ein "Ding" in den Himmel und lass' es in einem leuchtenden Feuerregen verglühen...

Obwohl ich bislang der festen Überzeugung war, dass die Zahl 13 es besonders gut mit mir meint, habe ich seit letztem Jahr so meine Zweifel. Bereits Anfang April 2013 traf mich die Aussage über meinen gesundheitlichen Zustand wie ein Schlag. Ich? Wieso? Ich lebe doch recht gesund, treibe Sport und ernähre mich überlegt. Und nun das...
Aber rückgängig machen ging nicht mehr und so war mein Weg von da an ein ganz anderer, als ich ihn mir ursprünglich vorgestellt hatte. Ging es doch sonst in meinem Leben stets voran, hatte ich in den folgenden Wochen und Monaten viel zu oft das Gefühl auf der Stelle zu treten oder sogar wieder zurück zu fallen.
 Es dauerte bis ich akzeptieren konnte, dass das alles mit MIR geschieht, dass mein altes Leben Vergangenheit und die Zukunft ungewiss ist. Bewegung und Sport wurden durch Kraftlosigkeit und Starre ersetzt, die Selbständigkeit des Handelns durch Angewiesen sein und die Freude am Kochen und Essen durch Appetitlosigkeit und Ekel. Ein Ende war lange nicht abzusehen...

Rückwirkend erscheinen schwierige Zeiten oft weniger schlimm, schließlich liegt das alles ja hinter einem und irgendwie ist man da schließlich durchgekommen. Irgendwie.
Ich weiß genau, was an diesem Irgendwie grundlegend beteiligt war: Menschen. Menschen, die sich im letzten Jahr für mich aufgeopfert haben und dies noch immer tun. Menschen, die mir selbstlos ihre Hilfe anbieten und diese auch umsetzen, Menschen, denen mein Wohlbefinden wichtig ist, Menschen, die mich aufheitern oder trotz allem zum Lachen bringen, Menschen, die mir Geschenke machen, Menschen, die mir mit Worten und Gesten viel Kraft geben oder aber auch mich dadurch zum Weinen bringen. Menschen, die mich trotz langer Abwesenheit nicht vergessen und aus deren Blick echte Freude spricht, wenn ich ihnen nach langer Zeit wieder begegne. Menschen, denen ich nicht egal bin und die mich das spüren lassen.
Ich bin unendlich dankbar für all diese Menschen und weiß, dass sie mich durch eine schwere Zeit getragen haben und aktuell noch immer tragen.

Warum ich das alles erzähle? Nun, es fiele mir schwer, wieder an die Blogoberfläche zu treten und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre, zumal ich noch lange nicht die "Alte" bin, die Rekonvaleszenz noch nicht abgeschlossen ist.

So langsam gehe ich Schritt für Schritt dahin zurück, wo ich mich wohlfühle und da gehört Hundertachtziggrad definitiv zu. Eine gute Voraussetzung dafür ist, dass ich wieder regelmäßiger koche, allerdings vertrage ich nicht (mehr) alles, so dass ich viel improvisiere. Spurlos geht's eben nicht.

Ein dickes Danke schön an dieser Stelle gilt dem allerbesten Blogteam der Welt, das übrigens uneingeschränkt in die Gruppe der oben beschriebenen Menschen gehört. Toni, Susa, Gottfried, Leo und auch eure Lieben im Hintergrund, Ihr habt das Alltagsgeschäft in den vergangenen Monaten hier erhalten und meine fehlende Beteiligung kompensiert.

Und hier issie nun wieder, die Suse, nicht nur mit vielen Worten, sondern auch mit einem kleinen Rezept:

Rote-Bete-Kokos-Suppe

500g Rote Bete
1 rote Zwiebel
1 EL fein gewürfelter Ingwer
Rapsöl
400ml Kokosmilch
300 ml Gemüsebrühe
Saft und 2 Streifen Schale einer Bio-Limette
2 Kaffirlimettenblätter
1 Stängel Zitronengras, angequetscht
1 TL Curcuma
ein wenig Currypaste

Rote Bete schälen und in ca 1-2 cm gleichmäßige würfel schneiden. Rote Zwiebel pellen, halbieren, fein würfeln.
Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Ingwer darin anschwitzen. Rote Bete zugeben und Kokosmilch und Gemüsebrühe angießen. Gewürze einlegen und köcheln lassen bis das Gemüse gar ist. Blätter, Limettenschale und Zitronengras entnehmen. 1/3 bis ca. 1/2 der Rote Bete herausnehmen und die Suppe pürrieren, je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Flüssigkeit angießen. Rote Bete als Einlage zufügen.


Kommentare:

  1. Liebe Suse, ich hoffe, Du konntest den ganzen Mist zu Silvester mal so richtig abschießen. 2014 kann ja nur besser werden! Wäre schön, wieder mehr von Dir zu lesen.

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  2. Das beste Blogteam der Welt hat sich ja wirklich sehr bemüht. Aber kompensieren konnte es die fehlende NL Nord nicht wirklich. Du hast ja wohl nicht ernsthaft geglaubt, dass die Leser Deine Pause nicht bemerken!

    Es ist echt supersuperklasse, dass Du wieder zurück bist.

    Und dafür sehe ich sogar großzügig über die rote Beete hinweg, für die ich mich immer noch nicht begeistern kann, egal wie gut das Rezept klingt.

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  3. Ich schließe mich MatthiasH vollumfänglich an!
    Endlich bist Du wieder da! Wie schön!

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  4. Liebe Suse - du hast mir letztes Jahr wirklich gefehlt. Ich wünsche dir viel Kraft und Appetit für das kommende Annus Mirabilis!!

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  5. Eine knallrot-optimistische Suppe zum Jahresbeginn von Suse, wie schön!
    Ähnlich elend ging es mir 2013 auch einige Monate und ich habe mich letztlich wieder herausgewurstelt. Du scheinst auch auf dem besten Weg zu sein - alles Gute, liebe Suse!

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  6. Ach, das tut gut. Vielen lieben Dank für die netten Worte und den warmen Wiederempfang.
    Ihr habt mir übrigens auch gefehlt, sehr sogar.

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  7. Liebe Suse, ich weiss zwar nicht, was dir widerfahren ist, aber ich freue mich sehr, wieder von dir zu lesen. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen Gesundheit! Gesundheit! Gesundheit!

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    1. Lieben Dank, das kann ich gut gebrauchen

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  8. Liebe Suse, ich bin ganz gerührt beim Lesen deines Post's. Möge in Zukunft die 14 die Superzahl für dich sein, die hat mit der sieben zu tun, und sieben Leben hören sich doch schon mal gar nicht schlecht an. Sehr, sehr schön, dass du wieder an Bord bist.
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich euch allen ein dickes Kompliment machen: Ihr seid mein absoluter Lieblingsblog.Jeden Einzelnen von euch mag ich gerne lesen und habe dabei das Gefühl, euch schon recht gut zu kennen. Ihr gehört für mich zu einem der Highlights in meinem Hobbyköchin-Leben. Auf ein gutes neues gemeinsames Jahr!

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    1. Sowieso. Die 13 kann mich ab sofort mal...
      Lieben Dank auch für die Auszeichnung "Lieblingsblog", das freut uns alle sehr. Wir versprechen, uns größtmögliche Mühe zu geben, dass es auch in 2014 so bleibt.

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  9. Es geht bergauf...alles wird gut. So ne Knaller-Farbe-Suppe ist schon mal ein guter Anfang. Ganz liebe Grüße an dich.

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    1. Jawoll, bergauf. In eine andere Richtung wird gar nicht erst geblickt

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