Freitag, 20. September 2013

Take 5 - zweiter Versuch



OPTIONAL: Take 5



Bei unserer letzten Blogbesprechung vor dem Event schlag ich noch vor, dass wir uns aber intern unsere Kochideen gegenseitig zeigen, wäre ja schon blöd, wenn wir alle was Ähnliches kochen würden. "Ach Quatsch" sagt die Toni "Ich find das so spannend und lass mich viel lieber überraschen. Wir sind doch alle so kreativ!" Ha, die hat gut reden, als Erste konnte ihr da ja auch nicht viel passieren.

Aber andere sind nicht weniger kreativ. Ich war mir so sicher, auf die Burgeridee kommt niemand und tüftelte eine Woche lang an "Parmesanburger in Walnussbrötchen mit scharfer Kürbis-Tomatensalsa". Und dann kommt nata und - seht selbst Suses-Take-5-Sandwich. So kann ich nicht arbeiten, das geht doch jetzt nicht mehr. Kopiert würden sie alle schreien, abgekupfert, geguttenbergt am End.

Also alles wieder auf Anfang, zweiter Versuch.

Jetzt werden es eben zweierlei Ravioli. Die Sache enthebt mich übrigens auch des Problems mit der Zutatenbeschränkung. Ich bin nicht sicher, ob ich Hefe, die nun mal ein unabdingbarer Bestandteil eines Brötchens ist, als Standardzutat zählen darf  oder dafür schon einen Joker zücken muss (in Suses Aufzählung steht sie nicht drin und aus den Juravorlesungen weiß ich noch von früher, dass man sich auf irgendwelche etc. in Vertragstexten ehr nicht verlassen sollte, was nicht explizit erwähnt ist, ist im Zweifel kein Vertragsbestandteil). Denn für die Salsa braucht es unbedingt Chilischote und Ingwer und die müsste ich in jedem Fall beide als Joker ziehen, sonst wird die Salsa zu fad. Und ein Burger ohne Salatblatt drunter ist auch kein Burger. Das wäre also im schlimmsten Fall dann schon der vierte Joker.

Nun ja, diese Gedanken muss ich mir nun nicht mehr machen, jetzt bin ich ganz klar im Rahmen der Wettbewerbsbedingungen. Aber zuerst muss ich von dem sehr großzügig bemessenen Hüftsteak die Hälfte abschneiden. Die grill ich morgen zu Mittag, das wird den Leo freuen. Der musste letztes Wochenende ein fleischloses Menü (nur mit "Fich") ohne Bordeaux ertragen. Und dann liegen da schon seit ewigen Zeiten noch ein paar Reste getrockneter Tomaten, die werden auch gleich verwertet, schließlich steht doch die Aktion unter dem Zeichen der ResteZutatenverwertung.

Und so gibt es

Zweierlei Ravioli in Walnussbutter
oder: Make two out of five




Zu Beginn das Zutatenbeweisfoto


und daraus werden Tomaten-Rint- und Kürbis-Parmesan-Ravioli.

Für je 16-20 Ravioli von jeder Sorte braucht es

für den Nudelteig

100 g Hartweizengrieß
200 g Mehl
3 Eier
1 Eigelb
½ TL Salz
2 EL Olivenöl

Gries, Mehl, Salz, Öl, das Eigelb und 2 Eier zu einem elastischen Teig verkneten, wenn er sich nicht verbinden will, die Hände mit warmem Wasser anfeuchten. Den Teig mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen. Ich lege ihn dazu unter eine mit heißem Wasser ausgespülte Tonschüssel. Nach einer halben Stunde sollte man den Ausspülvorgang ggf. nochmals wiederholen.

Das Eiweiß mit dem letzten Ei kurz verrühren und beiseite stellen, es wird später benutzt, um die Ravioli zusammenzukleben.


für die Kürbisfüllung

300 g Hokkaidokürbis gewürfelt
125 ml Gemüsebrühe
1 Zwiebel
120 g Parmesan
ein paar Rosmarinnadeln, sehr fein gehackt (Joker!)
Pfeffer, schwarz, frisch gemahlen oder gemörsert
1 TL Piment d'Espelette
Schalenabrieb und Saft einer halben Biozitrone
Butter und Olivenöl

Die Zwiebel fein hacken und in je einem EL Butter und Olivenöl glasig andünsten, sie darf keine Farbe annehmen. Die Kürbisstücke dazu geben, mit der Brühe auffüllen und weich kochen. Wenn die Flüssigkeit verkocht ist (kurz bevor die Masse am Topfboden anbackt), den Kürbis mit dem Stabmixer pürieren, den Parmesan und die Rosmarinnadeln unterrühren und mit Pfeffer, Piment d'Espelette, Zitronensaft und –schalenabrieb abschmecken. Wahrscheinlich braucht die Masse kein zusätzliches Salz, weil der Käse schon sehr salzig ist. Die Masse vollständig auskühlen lassen.

Ich hab die Chose übrigens im Unaussprechlichen gemacht und konnte mich so gleich der nächsten Füllung widmen.


für die Rindfleischfüllung

250 g Rinderhüfte
5 getrocknete Tomaten, fein gewürfelt
2 Fleischtomaten, entkernt, enthäutet und gewürfelt
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
100 ml Rinderbrühe
Pfeffer, schwarz, frisch gemahlen oder gemörsert
Salz
2 Wacholderbeeren
2 Zweige Rosmarin (Joker!)
Olivenöl und Butter

Zwiebel und Knoblauch fein hacken, die Rinderhüfte in schmale Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch in Öl und Butter anschwitzen, die Fleischstreifen und die Rosmarinzweige dazu geben und von allen Seiten scharf anbraten. Wacholderbeeren quetschen und zum Fleisch geben: Hitze reduzieren, nun beide Sorten Tomaten dazugeben und mit der Brühe ablöschen. Die Masse sanft köcheln lassen bis alle Flüssigkeit verkocht ist, dann mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Etwas abkühlen lassen und zu einer nicht ganz homogenen Masse cuttern.

Ravioli

Pro Person rechne man 3-4 Ravioli von jeder Sorte als Hauptgericht oder je eine als Vorspeise; überzählige können eingefroren werden. Man muss sie bei späterer Verwendung nicht auftauen, sondern kann sie gleich gefroren ins Wasser geben, sie benötigen dann eine bis zwei Minuten länger.

Den Nudelteig nicht hauchdünn zu einem etwa 5-6 cm breiten Streifen ausrollen (Atlas-Nudelmaschine Einstellung 5), im Abstand von 2 -3 cm zwei TL Füllung aufsetzen, um die Füllung herum das verquirlte Ei aufpinseln, mit einer zweiten Nudelteigbahn abdecken, Teig andrücken und die Ravioli mit einem Raviolostempel ausstechen oder einem Pastarädchen ausradeln. Oder, so man im Besitz dieser äußerst praktischen Klappformen vom Kaffeeröster ist, aus der Teigbahn mittels einer umgedrehten Kaffeetasse Kreise ausstechen, diese auf die Form legen, Füllung drauf, Ei drum rum, Form zuklappen … fedd … feststellen, dass man zu viel Füllung verwendet hat, die nun aus allen Ecken hervor quillt, fluchend den ersten Raviolen entsorgen …neuer Nudelteigkreis, weniger Füllung, Ei drum rum, zuklappen, feddisch. Und nicht zu nah an den Scharnieren arbeiten.

Die Ravioli in heißem aber nicht kochendem Salzwasser gar kochen (wenn sie an der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig).


Walnussbutter

5 – 6 Walnüsse
5 – 6 EL Butter
1 Prise Muskat

Walnüsse knacken und die Nusshälften in kleine Stücke hacken. In einer trockenen Pfanne kurz anrösten, dann Hitze reduzieren, die Butter dazugeben und aufschäumen lassen. Mit einer Prise Muskat würzen.


Ravioli von jeder Sorte in vorgewärmte Teller geben und mit der Walnussbutter beträufeln.

















Und übrigens kann man bei dem take 5!-Event nicht nur die titelgebende CD gewinnen sondern dazu auch noch eine ultimative 180°-Kaffeetasse! ... und vielleicht noch eine kleine Extra-Überraschung.


Kommentare:

  1. Super, jetzt haste ganz nebenbei noch Dein Burgerrezept erzählt. Ich bin ja nach wie vor der Meinung, das wär schon klargegangen.

    Aber die Ravioli sind noch viel besser, denn bei mir gibt es so gut wie nie selbstgemachte Nudeln. Umso mehr freue ich mich, wenn andere sie machen.

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    1. Vor Nudeln hab ich mich auch lange gedrückt, aber das Teigrezept da oben ist mein absolutes Gelingrezept, das klappt immer. Auch ohne Nudelmaschine, aber die ist so nett teambildend mit Herrn susa an der Kurbel und mir am Teigstrang.

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  2. NEIN!! Das gibts doch nicht! Ich hatte eine Ravioli-Serie geplant, und zwar als nächstes die take-five Hüftsteaknudeln! Ich mach sie aber trotzdem, Guttenberg oder nicht, aber etwas anders.
    Deine sind wunderschön.

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    1. Bitte gerne, ich freu mich schon drauf, wann und wo darf ich sie bewundern ? Aber es ist schon ein Kreuz mit den vorweggenommenen Ideen, nicht wahr?

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