Freitag, 26. Juli 2013

Weinrallye #65 - Urlaubswein - Weinurlaub oder: Leos ultimativer Bordeaux-Wein-Reiseführer

Passend zur Urlaubszeit beschäftigt sich die Weinrallye, die in diesem Monat von dem Blog-Kollegen von WeinReich ausgerichtet wird, mit dem Thema Urlaub. Und sie fragten nach Tipps für Weinreisen. Bitteschön, dann reisen wir heute in das Mutterland aller Weingebiete, nach Bordeaux.

Die Weinrallye ist inzwischen eine aus der deutschsprachigen Weinbloggerszene nicht mehr wegzudenkende Institution. Sie findet immer am letzten Freitag eines jeden Monats statt. Ein Blog übernimmt als Monatsgastgeber die Federführung für ein Thema seiner Wahl, und lädt Blogger und weinbegeisterte Gastautoren ein, Artikel zu dem Thema zu veröffentlichen.


Guten Tag!

Einige von Ihnen kennen mich ja schon. Ich bin der Leo! Blog- und Weinkellerlöwe bei susa, also Familienmitglied. Deswegen bin ich bei susa und Herrn susa auch UnifisahlUniversalerbe. Und ich hab eine Rechtschreibschwäche. Die susa sagt, ich wäre aber nicht hochbegabt. ??? Und ich bin der Mentor unseres 180°-Praktikanten, owee sag ich nur.

Anschnallen! Es kann losgehen!
Als Familienmitglied ist es Ehrensache, dass ich auch mit in den Urlaub fahren darf. Wir machen immer im Frühjahr und im Herbst Urlaub, das geht schon immer so.

Wussten Sie, dass die Menschen, je älter sie werden, umso weniger ihre Urlaubsgewohnheiten ändern? Bei susa und Herrn susa ist das auch so, Frühjahr KohtasürCôte d'Azur, im Herbst geht es jedes zweite Jahr nach BoddohBordeaux, dazwischen mal wo anders hin, mal nach Südtirol oder an die Nordsee, oder nach Amerika.

Dieses Jahr wollen sie zum Beispiel im Herbst an die Rhône (und mein bester Freund fährt auch mit *freu) und sie erzählen immer so was von einem Pickinfalongs, was immer das nun wieder ist. In Amerika war ich aber nicht mit, die susa hat gesagt, wegen der Einreisebestimmungen, Löwen dürften da nicht rein. Löwen nicht, aber Igel wohl? Die spinnen doch, die Amis. Und an der Nordsee gibt es keinen Wein, deswegen fahren die beiden auch nicht so oft dahin.

Birnauer Kirchhalde, Bodensee
Und dann fahren sie noch mindestens einmal im Jahr an den Bodensee, weil da Verwandte wohnen, die sie besuchen und dann sagt der Herr susa immer: Oh Mann, wenn die da unten nur nicht so einen (Beate E. Wimmer, Sie müssen jetzt ganz stark sein) Scheißwein hätten. Ist doch sonst so schön da! Vor allem in Konstanz, und in Hagnau da gibt es ein gutes Weingeschäft, da kauft er sich dann immer italienischen oder französischen Wein.

Am liebsten fahren sie nämlich da hin, wo es Wein gibt, deswegen ja auch so oft nach Bordeaux. Und das muss ich jetzt mal erzählen. Vielleicht wollen Sie ja auch mal nach Bordeaux. Das ist die allerschönste Stadt in Frankreich (obwohl der Herr susa sagt, dass es die meisten gut aussehenden Frauen in Aix-en-Provence gibt. Er sagt aber nicht Aix-en-Provence, er sagt immer nur Ä!).

Und hier folgt nun mein ganz spezieller Leo-R.-Bordeaux-Weinreiseführer:



ohne Karte geht gar nix, die D2 im Médoc
Es ist immer dasselbe: Ungefähr im Dezember fängt Herr susa an zu fragen: Hast Du die SchattohsChâteaux schon angeschrieben? Dann sagt die susa immer: Wir haben doch noch gar nicht ausgemacht, welche wir besichtigen wollen. Und es ist auch noch viel zu früh. Fast noch ein ganzes Jahr. Neun Monate, sagt Herr susa dann oder: zehn Monate, je nachdem.

Danach diskutieren sie tagelang und werfen nur so mit Namen um sich (… Moment: Luuuuzie (Luzie ist meine Verlobte und die fährt natürlich auch mit, ist ja wohl klar), hol mal den dicken Parker, ich muss die Namen nachkuken, das kann sich doch kein MenschLöwe merken, wie man die schreibt!), Figeac, Pontet Canet, Léoville-Poyferré (ja, ja, ja, das ist mein Lieblings-Château), Pavie-Macquin, Talbot, Gazin … Die beiden lieben es nämlich, im Urlaub Weingüter zu besuchen und zu kuken, wie der Wein gemacht wird und mit den Leuten zu diskutieren und den Wein auf dem Gut selber zu probieren. Manchmal holen die Winzer den Wein dazu direkt aus dem Fass, mit so einem Glasröhrchen..

Und dann, so Ende Mai/Anfang Juni, nach dem Côte d'Azur-Urlaub (nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, sagt die susa) schreibt die susa dann Emails an die Châteaux und fragt, ob wir sie mal besuchen dürfen und sie macht dann einen Plan mit Internet, GuhgelmäppsGoogleMaps und viamichelin und Kalender und murmelt immer so: … also wenn wir um elf bei Gazin sind, dann sind wir spätestens gegen halb eins fertig, was zu Mittag essen, dann könnten wir um drei zu Figeac und verdammt, in ganz Pomerol kannste Du Dir ja nicht mal ne Fritte auf die Faust kaufen, da müssen wir dann zum Essen doch nach Libourne reinfahren, aber klappt schon. Man muss die Mails übrigens immer auf französisch schreiben, sagt die susa, die Franzosen wären da eigen.

Und dann gibt es einen Urlaubsplan, der sieht aus wie ein Stundenplan von der Schule, da steht dann drin, an welchem Tag um wie viel Uhr sie auf welchem Château einen Termin haben, und weil Herbst ist, wann bei welchem Supermarkt die FwarohwengFoires aux Vins anfangen und wann sie wo essen, weil bei manchen Restaurants muss man auch viele Wochen vorher reservieren. Und deswegen ist es total wichtig, sich am ersten Urlaubstag die September-RewüdüwengdefrongsRVF zu kaufen, das steht alles Wichtige über die Foires aux Vins drin. Und dann muss man eine Liste machen, wo man wann welchen Wein kauft.

Wo wir schon überall waren I
Manche Leute sagen, das ist doch kein Urlaub, das ist doch Stress und diese Weingüter, die sehen doch alle gleich aus, und wenn ihr Pech habt, dann regnet es genau an den Tagen, an denen ihr keine Châteautermine habt und ihr könnt nicht an den Strand und wenn ihr Termine habt, dann ist super Wetter. Ja, das ist so. Aber das ist denen egal. Wenn kein Strandwetter ist, dann fahren die im Médoc die D2 rauf und runter an allen wichtigen Châteaux vorbei und kuken sich im CahfdülissCave d'Ulysse oder beim Intendant Weinflaschen an. Einfach so. So wie die susa sich in Bordeaux auch Schuhe in Schuhgeschäften ankukt oder Handtaschen. (Manchmal bleibt es aber nicht beim Ankuken).

Auf diese Weise haben wir schon ganz viele Châteaux kennengelernt und die meisten Leute haben auch gar keine Angst vor uns Löwen, wenn sie uns einmal kennen gelernt haben. Vor der Luzie sowieso nicht, die ist ja FegitarierinVegetarierin.

Wo wir schon überall waren II

Wo wir schon überall waren III
Übrigens müsst Ihr mal einen Test machen: Fragt mal jemanden, ob er Euch erklären kann, was eine Wendeltreppe ist und ihr werdet sehen, der macht dann so eine kreisende Bewegung mit der Hand. Und dann fragt mal einen Bordeauxverrückten, was der Intendant ist. Und dann achtet mal auf die Handbewegung.

Bar à Vin, CIVB
Schräg gegenüber vom Intendant ist übrigens nicht nur die tolle Bar à Vin vom CIVB  sondern auch mein Lieblingsrestaurant, da gibt es saugutes (hihihi) Rint. susa und Herr susa gehen da immer sonntags hin, da haben die meisten anderen Restaurants sowieso zu. Und sie sagen, das ist Kult und das muss man mal mitgemacht haben und außerdem kann man so viel Fritten nachnehmen wie man will. Und zum Nachtisch nimmt man immer die Profiteroles, eine Portion reicht für zwei und die mag die Luzie auch gerne. Und es ist nicht teuer. Das ist gut, weil das geht sonst alles von meinem UnifUniversalerbe ab und die kaufen ja auch immer so viel Wein da.

Übrigens mag die Luzie auch gerne Croissants und da haben wir die allerbesten in der ganzen Welt nicht in Paris sondern in Bordeaux gefunden und zwar in einer Bäckerei in der rue Judaïque. Das war zwar ziemlich weit von unserem Appartement weg, aber da hat Herr susa jeden Morgen Croissants geholt, nach zwei Wochen haben die Mädchen schon die Tüte fertig gehabt, wenn sie ihn durch das Schaufenster kommen gesehen haben.

Bistro du Sommelier, rue G. Bonnac
Und in der Nähe von unserem Appartement ist noch ein Lieblingsrestaurant von susa und Herrn susa. Die gehen nämlich am liebsten da essen, wo es nicht nur gutes Essen gibt, sondern auch eine gute Weinkarte. Und im Bistro du Sommelier da ist die Weinkarte super, manchmal, wenn man Glück hat, setzt der Wirt alte Bordeaux auf die Karte, die man sogar noch bezahlen kann. Der Herr susa sagt heute noch mindestens einmal die Woche: Was kann ich mich ärgern, dass wir damals den 89er ObriongHaut Brion für 120€ nicht genommen haben. Und einmal hat die susa eine Wurst mit ganz vielen A gegessen, die hat dem Herrn susa nicht geschmeckt. So was muss man mögen. Da gibt es oft so traditionelle Gerichte. Aber eigentlich ist alles toll, was die kochen. Und man sitzt im Innenhof, wo Weinreben eine Pergola bilden.

Und einmal, da haben die zwei Millésima besucht (wir Löwen natürlich dabei, aber wie immer in der großen Tasche versteckt, weil die susa hat gemeint, dass die nette Frau Treptow sich bestimmt erschreckt, wenn zwei wilde und gefährliche Löwen mitkommen). Das ist vielleicht toll da, eine alte Schnapsfabrik so groß wie ein Dorf (weil der alte Bernard ja eigentlich ein Schnapsfabrikant war) und voller Weinkisten. Wie das duftet! Und auch ganz große Flaschen. Die allergrößte, sagte Herr susa, die sah aus wie eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Und die Frau Treptow hat erzählt, dass die Großformate am allermeisten von Deutschen gekauft werden.
Millésima

Auf derselben Straße wie Millésima fast gleich daneben ist übrigens auch ein super Jazz-Lokal.

Natürlich kann man in Bordeaux auch in richtigen Restaurants gut essen. Beim Ramses, sagt der Herr susa. Und es gibt viele Bars, wo man Wein offen ausgeschenkt bekommt und eine Kleinigkeit dazu essen kann. Und guten Käse gibt es bei Baud et Millet, aber denen ist nicht auszureden, dass man Käse mit Rotwein essen muss. Es gibt aber auch Sauternes da. Und zum Käse kaufen gibt es natürlich nur eine Adresse: Jean d'Alos.

Verkostungsbüro, ist bestimmt wichtig
Apropos Sauternes. Das ist ja der Lieblingswein von meiner Luzie. Und in Sauternes gibt es ein Restaurant, die kochen ein ganzes Menü und dazu gibt es nur Sauternes. Und auf Luzies Lieblingschâteau hat das nette Mädchen (das der Luzie ein eigenes Glas zum Probieren gegeben hat und sie hatte kein bisschen Angst vor uns Löwen) gesagt, dass der Patron dorthin immer einlädt, "… quand il faut impressionner les gens." Dabei sieht das Restaurant, so ein kleines Häuschen, gar nicht beeindruckend aus.

Aber das haben wir überall in Frankreich gelernt: Man sollte sich nicht von pompösem Äußeren beeindrucken oder von unscheinbarem abschrecken lassen. Unbedingt hingehen. Und wenn man nach einem Besuch dort dann zu Hause ist, noch eine Flasche roten Bordeaux trinken, "pour la méditation".

Und die andere Restaurant-Muss-Adresse, die hat die susa ja hier im Blog schonmal vorgestellt, da muss man mindestens zweimal essen, wenn man da ist.

Smith-Haut-Lafitte
Will man sich aber partout von pompösem Äußeren beeindrucken lassen und das zu Recht, dann kann man wunderbar ein paar Tage auf Château Smith Haut Lafitte verbringen, also das Hotel heißt Les Sources de Caudalie. Da gibt es alles, Wellness (auf Weintraubenbasis), gutes Essen, tolle Weine und ein kleines Turmzimmer, dahin kann man sich einen Wein des Hauses servieren lassen und mit einer guten Zigarre in den Abendhimmel über die Weinfelder gucken.

Sehr interessant ist auch ein Besuch in der eigenen Küferei. Der Ausstoß liegt bei maximal zwei Barriques pro Tag und deckt ungefähr ein Drittel des eigenen Bedarfs. Der Rest muss zugekauft werden.

Da braucht man dann auch keinen Fußball.

Aber wenn Sie schon mal in Bordeaux sind, dann können Sie sich ruhig mal das alte Fußballstadion angucken. Die Bordelais haben ja jetzt ein neues gebaut wegen der Fußball-EM 2016. Das Stade Jacques-Chaban-Delmas ist nämlich das einzige Art-déco-Fußballstadion der Welt (oder Europas, ich weiß nicht so genau). Da spielen die Girondins, aber in Franreich bin ich Fan von Olympique de Marseille (nur nicht, wenn die in der Euroleague gegen Borussia Mönchengladbach spielen, da muss Löwe schon eindeutig Prioritäten setzen).
Stade Jacques-Chaban-Delmas

eines von susa Lieblingsgenussbüchern
Und noch ein Tipp. Wer Bücher liebt, der muss in Bordeaux unbedingt in die Buchhandlung Mollat gehen, die ist so schön und sie haben auch ein eigenes Zimmer nur mit Wein- und Kochbüchern. Es ist ein altes Gebäude und man merkt gleich, dass die Leute da Bücher lieben. Bis vor ein paar Jahren hatten alle Mitarbeiter da noch weiße Kittel an, heute tragen sie alle schicke graue Pullis oder Twinsets. Man erkennt gleich den Unterschied zu diesen Fnacs oder den anderen großen Ketten. Und da hat sich die susa unter anderem eines von ihren Lieblingsgenussbüchern gekauft (siehe Bild links). Fast hätte sie da letzt auch noch drüber geschrieben, aber das kommt bestimmt noch. Sie kauft da übrigens immer was, wenn sie da reingeht.

Aber wir machen ja Weinurlaub, da fahren wir ständig kreuz und quer durch die Gegend und wenn hinter der nächsten Ecke wieder neue Weinfelder zu sehen sind, sagt der Herr susa: "Wer soll das denn alles trinken? Leo, da müssen wir den Franzosen aber helfen!" Das tu ich doch gerne.

Und dann fahren Sie ruhig mal bei "La Winery" vorbei, an der D1 bei Castelnau gelegen. Klar, die echten Weinenthusiasten und Weingralshüter werden Ihnen sagen, das wär ja alles viel zu kommerziell, das wäre ja sowas wie ein Wein-Disneyland. Lassen Sie sie reden. Fahren Sie hin. Man kann ein paar nette Häppchen essen, dazu ein Glas Wein trinken, Wein kaufen (die Preise sind einigermaßen o.k. - also für Frankreich), Riesensortiment (und - ungewöhnlich für Frankreich - auch viele interessante ausländische Weine) es gibt Veranstaltungen, Filme und Degustationen oder man kann die Kunst in den Wiesen drum herum bewundern (die susa meint, das am Eingang wär ein Calder. Aha!), oder an einem der angebotenen Kurse teilnehmen. Alles mit viel Spaß! Ein kleines Video gibt einen ersten Eindruck. Klick!


unsere Löwentasche
Auf so einer Tour sind wir auch in Langoiran vorbeigekommen und haben mal drei Nächte im St. Martin verbracht (die haben keine eigene Webseite). Verschlafener kleiner Ort, gute ländliche Küche, ganz köstlich, dazu passend einfache aber keineswegs langweilige Weine und ein Original als Wirt. Das Esszimmer im ersten Stock bietet abends einen wunderbaren Blick über die Gironde, die direkt vor dem Haus vorbei fließt.

Ein Ort zum Verlieben, aber ganz ehrlich, zum Übernachten fahren wir dann doch lieber wo anders hin. Wir Löwen haben ja unsere Wohn/Schlaftasche, das hat manchmal entschiedene Vorteile.

Und wenn wir uns von den ganzen Châteauxbesuchen erholen wollen, fahren wir nach Carcans an den Strand. Das ist unser Lieblingsstrand.


Sehen Sie mal, rechts unten, die susa hat am Strand schon wieder einen Stein gefunden.


Wo wir in Bordeaux gerne wohnen, wollen Sie jetzt sicher wissen?

Wenn wir länger als 10 Tage bleiben, dann mieten wir uns ein Appartement über abritel. Bei kürzeren Aufenthalten gehen wir ins Hotel.

Le Pont Bernet
Ein einfaches, freundliches Familienhotel ist das Le Pont Bernet, das zwar postalisch zu Le Pian gehört, aber eigentlich an der D1 liegt, was man allerdings nicht allzu unangenehm bemerkt. Für einen Urlaub, bei dem man alles gleich gut erreichen will, die Strände von Lacanau und Carcans, die Weinbaugebiete und die Stadt ist die Lage optimal. Und der hoteleigene Pool ist nach einer anstrengenden Tagestour nicht zu verachten und in Hotels dieser Kategorie durchaus nicht selbstverständlich.

Nicht weit entfernt davon ist das vor etwa sieben Jahren neu gebaute Le Golf du Médoc ähnliche Lage, aber anspruchsvoller mit zwei eigenen Golfplätzen, wunderbar ruhig gelegen, gute Küche, gute Weinkarte.

Unser Stammhotel war jahrelang die Hostellerie les Criquets in Blanquefort. Allerdings fanden wir es doch etwas seltsam, dass der Pool direkt im Frühstücksraum lag, was wohl der Grund dafür ist, das ihn nie jemand benutzte und man den Eindruck hat, das ist auch nicht wirklich gewünscht. Die Küche ist gut, die Weinkarte bietet noch einiges an Optimierungspotenzial.

Und nach so viel Weinurlaub jetzt noch ein Urlaubswein.

Im Urlaub trinken susa und Herr susa abends gerne ein kühles Glas Weißwein, so als Aperitif zwischen Tag und Abend, wenn sie vom Strand oder einer Besuchstour zurück kommen. Manchmal machen sie das in einer kleinen Bar oder auch zu Hause. Das ist eine schöne Tageszeit, entspannt, freundlich und man freut sich auf den Abend.

Einer unserer Lieblingsaperitifweine im Bordeauxurlaub ist der

Vieux Château Gaubert blanc
Graves

Da haben sie sich gleich nachdem sie die erste Flasche getestet hatten, sechs Flaschen gekauft (für den Urlaub, Mitnehmmenge ging noch mal on top). Ich soll hier extra keinen Jahrgang angeben, das ist ein Wein, der nicht allzu lange liegen sollte, der wächst (leider nur auf 6 ha) jedes Jahr nach, sagt die susa. Und die Mädels haben sich von dem auch gerne ein Glas nachgeschenkt, auch die Luzie, obwohl der nicht süß ist, sondern trocken. Wir Männer haben gedacht, wir trinken nur ein Glas, dann bekommen wir mehr von dem Roten, den wir später noch trinken, aber das war dann doch nicht so.

Die Weine von diesem Château haben wir übrigens im St. Martin in Langoiran kennengelernt, dort allerdings den roten. Das war der Lieblingswein von dem Wirt.

Der Wein hat so fein geschmeckt, wir haben ihn heute noch auf der Zunge, frisch, saftig, Zitrusaromen, vor allem Grapefruit und Limette, ein bisschen nach Blüten duftend, schmelzig am Gaumen und mit einem feinen Abgang, auch so ein bisschen mineralisch (ich darf aber nicht "salzig" sagen und auch nicht "geil", aber so war er trotzdem – so!). Ein toller Wein für jeden Tag und ein super Sommerwein.

Und wenn sie Lust auf was Süßes haben, aber keinen Sauternes aufmachen wollen, oder mal was anderes zum Aperitif haben möchten, dann trinken die susas immer Lillet, aber nur den Weißen "der Sauternes des kleinen Mannes" sagt der Herr susa dann immer, das stand mal irgendwo in einem Buch. Und er schmeckt auch toll zu foie gras.

Inzwischen ist Lillet ein Modegetränk und man muss ihn mit SchampanjerChampagner trinken. Das hat den Vorteil, dass man ihn jetzt nicht mehr aus Frankreich mitbringen muss, sondern ihn auch hier in Deutschland überall kaufen kann. Aber am allerbesten ist er pur und gut gekühlt, manchmal auch lecker zum Dessert.

Die Lilletfabrik ist übrigens in Podensac in der Nähe von Bordeaux und die kann man auch besichtigen. Und am Ende der Besichtigung bekommt man auch ein kleines Gläschen Lillet zum Probieren, wie sich das gehört.

Das sind alles Dinge, die wir auf unseren Weinreisen kennenlernen und deswegen freuen uns wir schon, wenn es demnächst wieder losgeht. Urlaub ohne Wein? Ist machbar, aber sinnlos. Wobei es natürlich auch das etwas unangenehme Thema des Grenzweines gibt, das die susa hier sogar zweisprachig verabeitet hat.

Wir müssen helfen.
Und im August findet die Weinrallye unter der Gastgeberschaft von Peter Züllig, dem Sammlerfreak statt. Das Thema wird sein "Rätsel im Wein, Wein im Rätsel". Die susa sagt, da ist sie schon ganz besonders gespannt drauf. Sie mag den Peter nämlich sehr gut leiden.

Die Zusammenfassung aller Weinrallyebeiträge gibt es hier.

Kommentare:

  1. Lieber Leo, mit dieser Fundgrube an Insider-Tipps kann der nächste Bordeaux-Urlaub kommen, vielen Dank dafür!
    PS: Bist Du eigentlich auch als Reiseführer buchbar?
    Viele Grüße
    Die WeinReich-Victoria

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    Antworten
    1. Aber klar, die Luzie muss aber auch mit.

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  2. Lieber Leo,

    kein Frage, Deine Tipps sind die Besten! Und schön geschrieben hast Du es außerdem. Und Recht hast Du sowieso. Also mit dem Urlaub ohne Wein. Und Deine Weinbeschreibungen sind auch Klasse; besonders wenn Du Worte sagst, die Du nicht sagen sollst! Wenn es doch so ist!

    Aber das „owee“ wegen Deinem Praktikantenmentorendasein verstehe ich nicht. Bin ich nach dem letzten Herrenabend zu früh müde geworden?

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    1. Der letzte Herrenabend, das ist ja bald nich mehr wahr. Aber denk dran, balt ist wieder Nickolaus.

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  3. Toller Bericht und klasse Fotos, Ihr seid aber auch fotogen! Und diese coolen Sonnenbrillen. Très chic!

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