Dienstag, 23. April 2013

„Der gute Geschmack“ im Schaufenster



Schon wieder über eine Woche Vergangenheit. Der "Markt des guten Geschmacks" die Slow Food Messe in Stuttgart. Die Kollegen haben ja schon recht fleißig berichtet. Bei Praktikanten dauert es schon mal etwas länger. Aber jetzt habe auch mich meine Schaufenster nach vier intensiven Messetagen mit einer persönlichen und entsprechend subjektiven Auslage versehen. Büddeschön, hier entlang:

Kernkompetenzen
Was für eine Frage? Der Tisch natürlich! Der lange gemeinsame Tisch. Mitten in der Halle. So gut besucht, dass es nahezu unmöglich ist, nicht recht bald ein angenehmes Gespräch mit anderen Menschen führen zu können. Eine Einladung zum Innehalten. Und vielleicht das schönte Symbol der Bewegung.

Natürlich gab es wieder ein erstklassiges Angebot an Gemüse, Kartoffeln, Wurst, Käse und Backwaren.  Geschmackvoll, vielseitig und manchmal auch überraschend. Und das große Vergnügen, oft direkt mit dem Hersteller in Kontakt zu kommen und dabei wunderbare Erzeugnisse zu entdecken, kann natürlich auch der schönste Feinkostladen der Welt kaum bieten.

Und wer von den wunderbaren Imbissen, die auch recht vielfältig angeboten wurden, probiert hat, der muss sich unweigerlich fragen, warum sich so ein Angebot im Alltag nicht durchsetzt.

Traditionell gehört auch zur Veranstaltung, dass für Kinder und Jugendliche eine Plattform geboten wird. Dieses Jahr besonders gelungen gestaltet vom Convivium Karlsruhe, das mit einem zur Küche umgebauten Bauwagen angerückt ist. Großartig!



Eindrücke und Stimmungen

Durchwachsen!

Durch ein geschicktes Zusammenfügen von verschiedenen Veranstaltungen unter dem Label „Frühjahrsmessen“ gelingt es nun schon seit einigen Jahren, für ein breites Publikum interessant zu sein. Und tatsächlich habe ich niemanden über zu wenige Besucher klagen hören. Allerdings schien in diesem Jahr der Anteil der wirklich „Geschmacksinteressierten“ unterproportional zu sein. Jedenfalls schien das Streben sich ordentlich durchzuprobieren, bisweilen deutlich ausgeprägter als das Qualitätsinteresse.

Ich hatte den Eindruck, dass mehr Aussteller unzufrieden waren, als in den Vorjahren (außer dem Katastrophenjahr 2009 natürlich). 

Natürlich ist auch die Stimmung unter den Anbietern nicht mehr vergleichbar mit den Anfangsjahren, als nach dem ersten Messetag noch ein gemeinsames Abendessen stattfand, als alles noch weitaus improvisierter war und der Zauber des Anfangs noch nicht verflogen war. Andererseits trauert dem früheren Verwaltungschaos des Vereins wohl kaum jemand nach.

Zu den größten Anbietern dürfte wohl die Firma diGenaro gehören. Obwohl ohne eigenen Stand, dürften nicht wenige der zahlreichen Anbieter von italienischer Feinkost von diesem gar nicht so kleinen Unternehmen beliefert worden sein.

Lieblinge

Die Vinothek ist ein Bank! 

Erstens gibt es da ein sehr gutes Angebot an deutschen Weinen, glasweise und ausgesprochen fair kalkuliert. Zweitens geben sich die Leute die das Ganze ehrenamtlich organisieren und auch ausschenken, sehr viel Mühe passende Vorschläge zu machen. Und drittens kann dort ein schöner Plausch in Sachen Wein geführt werden. Vor allem Vormittags, wenn nicht so viel los ist.

Natürlich habe ich mich wieder auf Schwäbischen Austern ebenso wie auf die richtigen holländischen Austern gefreut. Beides unverändert gut.

Und die Mädels auf dem Bild links haben gut lachen. Weil sie schwäbische Brezeln verkaufen, die diese Bezeichnung auch verdienen. Und die auch noch schmecken, wenn sie nicht frisch aus dem Ofen kommen. Bio-Bäckerei Königsbäck. Endlich bin ich in Stuttgart fündig geworden.

Zahlreich sind zwischenzeitlich auch Winzer vertreten. Zu den Pflichtbesuchen gehören natürlich die trockenen Schmitts, die Truppe von "Quintessenz" und natürlich Wein und Gut Frank. Dieses Jahr mit Aufnahme im Eichelmann. Habe mich mit gefreut.

Den Weinbauer Gerd Keller habe ich noch nicht gekannt. Macht gute unkompliziert Weine und klebt Etiketten auf die Flaschen, die passen und Witz haben. Und er quatscht garantiert niemand was auf!








Politik
ist wichtig, gehört im Grunde aber nicht hier her. 

Die Ausnahme ist, wenn es um Genuss geht. Um den macht sich dieser freundliche Herr auf dem Foto seit Jahren verdient. Hans-Josef Straub war Bürgermeister meiner früheren Heimatstadt und hat in dieser  Eigenschaft die Beziehungen der Stadt zu den Partnerstädten Riquewihr und Bra wesentlich vertieft. Er ist Slow Food Mitglied seit vielen Jahren und engagiert sich seit er im Ruhestand ist, ehrenamtlich um die kulinarischen Errungenschaften  des heimatlichen Heckengäus. Ich habe mich sehr gefreut, ihn getroffen zu haben.



Überhaupt gar nicht gefreut habe ich mich hingegen, über das, was in Sachen "Saatgutverordnung" so anstehen soll. Es gibt da zwar bereits einen Petitionsversuch, aber ich fürchte, das könnte nicht ausreichen. Seid wachsam!

Zum Schluß
hätte ich noch ein paar Verweise zu den geschätzten Kollegen anzubieten:

Der Klang von Zuckerwatte hat einen schönen Bericht auch zu Bloggertreffen (das ich natürlich verpasste habe) eingestellt.

Bei Heike findet man auch meine holländische Austern wieder

Und die kluge Hausfrau  mag nicht so begeistert sein. 

Und abgesehen von dem allem, finde ich die neuen Etiketten vom Lars ziemlich gelungen



Kommentare:

  1. Jetzt ist es ein bisschen, als wär ich auch dabei gewesen. Irgendwie habt ihr da unten es doch besser. Allerdings trauere ich dem ZenZero Etikett schon ein wenig nach. Ansonsten sieht die Reihe vom Lars très chic aus.

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    1. Das ZenZero Etikett gibt es schon weiterhin. Aber in die Bibliotheks-Reihe passt es halt nicht.

      Und dass von Anderen oft die Vorzüge der eigenen Heimat aufgezeigt werden müssen, ist leider symptomatisch für die menschliche Betriebsblindheit. Hast Recht, wir haben schon oft ein prächtiges Erntedank. Aber es hat schon jede Gegend Ihren unverwechselbaren Charme. Zum Glück!

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  2. Jedes Jahr nehme ich's mir vor und jedesmal klappt's nicht.
    Dazu kommt, dass Stuttgart halt irgendwie dezentral liegt und einen Bahnhof gibt's da ja gerüchteweise auch nicht mehr;-)

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    1. Bin mir zwar nicht sicher, ob Du das mit dem Bahnhof richtig interpretiert hast, (man könnte ja auch glauben, der Stuttgarter Bahnhof wäre der einzige der Republik), aber ganz egal wie, wir organisieren Dir selbstverständlich einen Shuttle- Service und so. Ist ja wohl das Mindeste, was wir für unsere Preisträger tun können.

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  3. Leider konnte ich an dem Blogger-Treffen auch nicht teilnehmen, aber an der Messe hatte ich viel Spaß und ganz besonders an meinem Lieblingsstand :-)

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    1. Ich bin sicher, dass dein Alternativprogramm sich auch sehen lassen kann! Außerdem war es sehr nett mit Dir an Deinem Lieblingsstand! Und ertragreich. Wenngleich fast nichts mehr übrig ist. >Kiss<

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  4. Komisch, diese unterschiedlichen Eindrücke, da musste ich doch gleich mal nachfragen.
    Hab mich so gefreut, dich wiederzusehen!
    Ein guter Tag :)

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