Mittwoch, 4. Juli 2012

Keine Kugelfische!



Auch als gewöhnlicher Hedonist neigt man in Sachen Essen und Trinken ja mehr zur Neugier als zur kulinarischen Reserviertheit. Und wenn es sich um ein kochendes Exemplar handelt, darf man getrost unterstellen, dass noch der Ehrgeiz hinzukommt, das zur Verfügung stehende Produkt möglichst weitgehend und abwechslungsreich zu verarbeiten.

Also wenn ich es mir recht überlege, esse ich alles!

…also fast…

Gut gemacht sein muss es schon; und mich irgendwie auch an hierzulande gängige Speisen erinnern. Und es sollte ein Lebensmittel sein.

Und Kugelfische erfüllen wohl diese Voraussetzungen und ich glaube ich würde trotzdem keine essen; wenn Essen mehr Mutprobe als Genuss ist, wird es komisch. Aber vielleicht weiß das ja jemand besser.

Okay, manche Zutatenlisten von Industrieprodukten lesen sich ja auch wie ein Mutprobe; und der Kugelfisch wird sicher mit sehr viel mehr Zuwendung und Sorgfalt verarbeitet als die Schweine in der Schlachthofindustrie. Muss vielleicht doch mal überlegen.

Und auch wenn ich manche meiner Vorsätze dann doch umsetze (den Halben unter einsfünfzig, tschakka!) ist meine ökologische Dingens ausbaufähig.

Aber der Steinbutt war doch schon tot!














Und außerdem ist das so ein schönes schnelles Essen:

  • Rote Linsen und eine geschälte und geviertelte Kartoffel getrennt gar kochen
  • Linsen pürieren, Kartoffeln stampfen mischen und noch etwa heiße Milch dazu
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken
  • Salicornes putzen
  • Mit Schalottenwürfel angehen lassen
  • Mit etwas Fischfond ablöschen und garziehen lassen
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken
  • Fischfilet kurz von beiden Seiten anbraten und bei 80° im Backofen gar ziehen lassen
Dazu einen Klacks Orangen- Hollandaise und einen Fenchel- Chip.

Kommentare:

  1. Ich hab auch gedacht, ich esse alles, bis man mir einmal einen dampfenden Teller Kalbsnieren vorsetzte. Der aufsteigende Duft von beißendem Bullenurin versiegelte bei mir alles.

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    1. Das ist das Problem; wenn ein (eigentliche geniales) Gericht mal in einen schlechten Kontext kommt, wird sich das Opfer lange bis immer damit schwer tun. Wahrscheinlich hätten diese Kalbsnieren nie die Küche Richtung Esstisch verlassen dürfen.

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  2. Keine Landschnecken, schon gar nicht mit Knoblauchkraeuterbutter!

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    1. Echt? Jetzt bin ich überrascht! Für gute Schnecken gehe ich weit; und zur Not auch wirklich nur mit etwas Kräuterknoblauchbutter.

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  3. Wenn wir jetzt die Scheusslichkeitshitparade aufmachen, bei mir waren es Kuhaugen (in Afrika).

    Dann wirklich lieber Kugelfisch.

    Oder Dein Gericht, Gottfried, das gefällt mir sehr gut - im Gegensatz zu Deinem Zeitmanagement.

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    1. Oh mein Gott, susa, Kuhaugen, das klingt ja schon fast nach Dschungelcamp :o)
      solche Erfahrungen sind mir zum Glück bislang verwehrt worden.

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    2. Waren die wenigstens paniert?

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    3. An Kuhaugen hatte ich auch gedacht; aber das müsste gehen. Und was das „gefällt mir gut, gefällt mir nicht so gut“ angeht, können wir leicht einer Meinung werden ;-)

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  4. So exotisch muss es garnicht sein, wenn ich da so an Mensazeiten zurückdenke...

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    1. Schon klar; je besser die Armee, desto schlechter die Küche; gilt sinngemäß auch an Unitäten ;-)

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  5. ...und für die, die Mensafraß, Kugelfisch und Kuhaugen überstanden haben, hat irgendjemand dann den Pfundstopf und den Schichtsalat erfunden? So langsam verstehe ich die Zusammenhänge des Lebens.

    Apropos Leben, es ist doch für den Praktikanten erheblich wichtiger, den Weinkellertreppenspurt unter 15 sec zu schaffen als einen Halben unter einsfuffzich! Prioritäten Gottfried, Prioritäten!

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  6. Ausgesprochen scharfsinnige Schlussfolgerung.

    Den Weinkellertreppenspurt schaffe ich sogar unter fünf Sekunden; allerdings nur unbeladen und wenn ich mich nicht erwischen lassen darf O:-)

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  7. Hmm, da gibt es außer Ochsenmaulsalat eigentlich nichts was ich nicht mag. Und der war wahrscheinlich auch einfach nur schlecht zubereitet. Aber man muss ich nach einem solchen Erlebnis sicherlich auch etwas überwinden das erneut zu probieren. Hätte meine ersten sauren Nieren nach Urin geschmeckt, k.A. ob die dann zu einer meiner Leibgerichte geworden wären ;-)

    Gruß Tom

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