Dienstag, 31. Juli 2012

Ich lass Rosen sprechen


...und zwar diese (und auch nur ganz kurz, dann bin ich wieder dran):


hübsch, nicht wahr? Ja, ok, nicht besonders große, nicht besonders viele, also nicht weltbewegend, besonders selten, extraorbitant, außergewöhnlich, teuer oder so, dafür einfach nur hübsch. Ich mag das. Das ist irgendwie vergleichbar mit z.B einem Gericht wie Pellkartoffeln und Quark. Das kennt jeder und das kann jeder, selbst mit zwei linken Händen und chronischer Kochunlust. Also belanglos... oder?

Nee nee nee nee, so nun auch wieder nicht. Stellt Euch vor, es ist ein heißer Sommertag, ihr kommt abends schwitzig und genervt von der Arbeit, mal wieder später als geplant...aufwändig kochen ist nicht mehr drin. Und dann seht ihr es praktisch direkt vor der Nase: die Kräuter im Garten, die neuen, zartschaligen Kartoffen, bestenfalls noch mit der Pflanze verbunden im eigenen Gemüsebeet sowie der frische Quark im Kühlschrank. Nix könnte mich an so einem Abend zufriedener machen...gar nix. Belanglos will ich hier also nicht mehr hören lesen!!!

Also zurück zu den Rosen, denn genauso belanglos alltäglich scheint mein diesmaliges Picknickplätzchen. Nichts Naturpark oder gar Weltkulturerbe, keine Erwähnung in einem noch so intensiv recherchierten Reiseführer...

Wir haben heute richtig Glück mit dem Wetter, wir haben  schon einige Kilometer zuerst gutgelaunt, später schon etwas quengeliger, mit dem Fahrrad hinter uns gelassen, uns leider ein wenig bezüglich der Strecke und unserer Kondition überschätz. Der Hintern schmerzt und die Oberschenkel brennen...kein Spaziergang mehr.
Und dann...ja dann erscheint auf einmal rechts des holperigen Weges ein Tor, welches uns zu unserem nächsten Picknickplätzchen führt. Man gut, dass wir vorgesorgt und den Pächter um Erlaubnis gefragt haben, denn dieses Mal lassen wir uns nicht auf einem öffentlich gewidmeten Gelände nieder.
Grundstücke außerhalb der Ortschaften, auf denen Fischteiche zur Zucht von Forelle und Karpfen in überschaubaren Mengen angelegt wurden, gibt es viele in der Gegend. einige sind aufgrund von altersbedingten Aufgaben und mangelnden Nachfolgern schon ziemlich verwildert und haben jeglichen Charme eingebüßt. Dieses Grundstück hier hatte allerdings Glück, denn hier gibt es noch jemanden, der sich die Arbeit macht, um es zu erhalten. Und den müssen wir fragen, den Pächter. Zum Glück hat er nix dagegen, dass wir hier unser Päuschen einlegen, es uns gemütlich machen, die Seele baumeln lassen, und uns ein wenig umsehen:

Das hübsche Gelände von überschaubarer Größe hat alles, was man zum chillen entspannen, genießen, sich verwöhnen (lassen) braucht. Sogar eine Feuerstelle gibt es, die sich, bei Einbruch der Dämmerung aktiviert,  hervorragend zum Drumherumsetzen, Wärmen, Mückenvertreiben, Stockbrot garen, Ins-Feuer-schauen u.v.m. hervorragend eignet.


An dem "Hauptteich" von dreien, kann ich mich einfach nicht sattsehen, so schön präsentiert er sich von allen Seiten.

Durch die Eingrenzung von Bäumen, Büschen, Wiese und (aktuell Rüben-)Acker wirkt es hier sehr gemütlich und geschützt ohne das Gefühl von enge zu vermitteln.


Gemütliche Sitzgelegenheiten im Schatten -auch in abseitiger Lage- sucht man hier nicht vergeblich:


Hunger? Jaaaaaaa!
Bis es etwas handfestes gibt, müssen wir uns allerdings noch ein wenig gedulden. Netterweise durften wir hier vor Antritt unserer Fahrradtour schon einiges abstellen, aber selbst wenn nicht, den kleinen Smokey Joe hätten wir schon auf irgend einem Gepäckträger unter gebracht. Herr Suse hat während unserer kleiner Besichtigung schon mal die Kohle vorgeglüht...es kann sich also nur noch um Stunden handeln :o)





Ergänzend zu susas gar köstlicher Lammpastete  gibt es heute nochmal Fleisch zum Picknick. Diesmal aber nicht schon zubereitet mitgebracht, sondern "à la Minute" oder besser "à l'heure", denn heute muss der Grill seine Backofenfunktion unter Beweis stellen, sprich, wir wollen im "Lütten" aus dem Hause eines führenden Grillhersteller einen Braten indirekt grillen. Was für den große Bruder ein Kinderspiel ist, sollte dem Smokey Joe doch auch gelingen.
Nach dem Motto "klein zu klein" fällt der Braten aber nicht so riesig aus:

ACHTUNG, jetzt kommt das Rezept

Wir haben nämlich ein Stück aus der Heidschnuckenkeule geschnitten -die Nuss- und diese mit Knoblauch, Rosmarin, Thymian, gequetschten Wacholderbeeren, Salz und Olivenöl mariniert.

Von einem Bratenthermometer "erdolcht", wandert dieses nun auf die Seite im Grill, auf der keine Kohle liegt, eine zur Schale geformte Alufolie fängt den abtropfenden Bratensaft auf und verhindert eine ungewünschte Rauchentwicklung im Grill. Ein Schuss Wein oder Bier in der Schale macht den Smokey Joe zum Kombidämpfer und garantiert ein saftiges Ergebnis.

Nach ca. einer Stunde zeigt das Bratenthermometer 70°C an. "ÄÄÄÄSSSSSÄN IST FÄÄÄÄRTIEG!!!!!"

Ein paar zwischendurch über die Kohle gelegte Spitzpaprikahälften dienen als kleine Gemüsebeilage und die eingeweckte Chilisoße sowie ein Quarkdipp als Soße.






Kommentare:

  1. Heidschnucken. Müsst ihr probieren, wenn ihr in der Heide seid, hieß es. Grooooße Spezialität! Geht nicht ohne.
    Haben wir! Die arme Heidschnucke war über viele Stunden bei nicht zu niedriger Temperatur tot-und trockengebraten und völlig geschmacksneutral. Das Ganze mit einer mehlig-dicklichen dunklen Soße überzogen. Das kennen wir gut, weil in unserer Heimatregion das beste Wild oft auf die gleiche Art und Weise misshandelt wird.

    Und eigentlich wollten wir dann keine Heidschnucke mehr. Machen sich doch am besten als dekorativer Hintergrund für Heidebilder dachten wir ;-).
    Gut, dass wir der Schnucke noch eine Chance gaben. Diesmal einer mit eher mediterranem Anstrich, wahrscheinlich so ähnlich zubereitet wie in Deinem Rezept. So kurz und schonend gegart wie möglich und durch und durch rosa und saftig und würzig. Und das war wirklich große Klasse.
    Dass ich die Location für euer Picknick sehr idyllisch finde, muss ich nicht extra betonen. Und die schicke Decke. Und den Stylishen Grill in bordeauxrot. Ääähh....die Seerosen sind nicht ganz leicht rosa, oder?

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    1. Ja, leider gibt es auch bei uns die unbegreifliche, schlechte Gastronomie. Aber es geht auch anders...zum Glück hast du diese Erfahrung auhc machen dürfen :o)

      Brilliant übrigens, wie trefflich du die sorgsam ausgewählten Farben erkannt hast... isch binn bejaistert

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  2. Also moof würde ich für die Seerosen schon mal ausschließen :o)

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  3. Meinst Du, ich brauch für die Isarpicknicks auch so nen Minigrill? *grübel

    Aber das Rezept grill ich auf dem großen Bruder direkt nach!

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    1. Fürs Picknick ist der ge-ni-al.
      Der Bügel z.B. der auf dem ersten Foto so locker hinten runter hängt, kann im Deckelgriff verspannt werden, so dass der Grill einhändig zu transortieren ist. Von der Kohle und dem Schmadder auf dem Rost kann nix herausfallen :o)

      Ansonsten ist der große Bruder natürlich NOCH komfortabler durch das Thermometer im Deckel und überhaupt...hach ich bin ja so ein Fan!

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  4. Ich sags ja, auch mit Zwergerlgrill kann man gute Ergebnisse erzielen. Wer ko, der ko! (Suse, lass dir das von Toni übersetzen, falls du nicht eh schon fliessend Bayrisch sprichst).
    Ein Bratenthermometer beim Picknick ist aber schon ein bisserl dekadent ;-)

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    1. Eline, was bin ich froh, dass Du das anmerkst. Ich hätte es mir nicht getraut. Ein Bratenthermometer beim Picknick ist megadekadent!

      Zumal die Suse das auch so kann. Aber ich vermute mal, dass sie anderweitig beschäftigt war und das von Matthias weiter oben beschriebene Ergebnis trotzdem vermeiden wollte.

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    2. Nicht auf die Größe, sondern auf die Qualität kommt es an! :o)

      Die Übersetzung benötige ich (nicht) mehr, so langsam wirds...
      ...findest du echt dekadent? Das passt in jede Westentasche und sicher ist doch einfach sicher.

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  5. Kräuterquark, Kartoffeln und nicht zu vergessen etwas gesalzene Butter, das war noch nie belanglos! Wer sagt denn so was?

    Und Dein etwas verändertes, leicht angestrengtes Körpergefühl ist natürlich auf Eure Topografie zurückzuführen. Dieses ewige Bergraufundrunter ist schon nicht zu unterschätzen. Das kann ich mit unserer Kessellage gar nicht nachvollziehen.

    Aber was machst Du eigentlich, wenn Du Euren Touristikpreis gewonnen hast? Weil es darauf ja wohl hinausläuft, so wie Du Heidschnucken und Paradies in Szene gesetzt hast ;-)

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    1. Stimmt, Gottfreid, jetzt wo du es sagst. Schließ liegt in unserem Dorf der höchste Punkt im Landkreis, da kann es ja nur daran gelegen haben. Ich Drömel *andiestirnpatsch*

      Falls ich den Preis tatsächlich gewinnen sollte, dann ...ja vielleicht schreib ich dann ein Buch über die Heide und lasse es hunderttausendfach auflegen, wenn ich schonmal einen Lauf habe...

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  6. Das hat die Heide ja mit unserem Rurgebiet gemeinsam, es ist im Großen und Ganzen flach wie ein Pfannkuchen. Und so musste ich mir die Schönheit einer Bergwanderung ("...aber warte doch mal, wenn Du erst oben bist ....") ganz mühsam und unter kundiger oberbayerischer Anleitung mühsam erarbeiten.

    Aber die Heidschnucken habt ihr uns eindeutig voraus, Gottseidank sind mir die oben beschriebenen Erlebnisse erspart geblieben und ich habe das Fleisch als köstlich zart und wohlschmeckend in Erinnerung. Nur die Tischdecke in dem Restaurant damals war bei weitem nicht so stylisch gestreift.

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  7. Pfannkuchen? Hihi irgenddwie kommen wir doch immer wieder aufs Essen zurück...

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