Dienstag, 5. Juni 2012

Sei kein Frosch!


 Brrr oder sollte es besser heißen määääh, ist das kalt.

Da hat man gerade mal unbeschadet die Eisheiligen hinter sich gelassen, wurde bei traumhaftem Pfingstwetter aufs Massivste sommerangezuckert und dann so etwas. Meine Temperaturanzeige im Auto zeigte heute morgen 8 °C (!!!) und das nur wenige Tage nach dem meteorologischen Sommeranfang. Schafskälte,  pah!

 Ist hier zufällig ein Wetterfrosch im Saal?
 Dem würde ich nämlich gehörig was husten, damit er sich das dreimal überlegt, ob er noch länger auf der untersten Sprosse seiner Wetterleiter hocken bleiben will. Wie Höhenangst?!  Also bitte, wer hat dem denn den Job gegeben. Nützt nix, da muss er jetzt durch, zur Not zahl ich die Therapie zur Behandlung seiner Akrophobie von meinem 180°-Spesenbudget oder ich sammel für ihn in der Fußgängerzone.
Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass es da den ein oder anderen Wärmeaffinen oder Freibad- bzw. Barfußparkbetreiber oder Eisdielenbesitzer oder Bikini-und-Flip-Flop-Händler oderoderoder gibt, der sich nicht unwesentlich daran beteiligen würde. Wenn´s denn hilft!

Gut, als es zum vergangenen Wochenende etwas kühler wurde und ein paar Regentropfen den ausgedörrten, wie Beton verhärteten Boden in unserem Garten aufweichten, da haben wir uns schon auch ein bisschen gefreut: „Endlich Wasser von oben!“, „Die Pflanzen brauchen das so dringend!“ , „Nee, was für ein schöner Landregen!“
Und sooo schlecht war es ja auch nicht, am Samstag einen Gartenarbeitstag einzulegen, bei dem ich mich nicht mit Sonnencreme einschmieren und meinen unvorteilhaften, aber effektiven Sommerhut aufsetzen musste. Trotz Graberei lief mir nicht gleich der Schweiß aus dem Gesicht und ich musste nicht schon wieder Angst haben, dass ich da, wo andere ein Ar…geweih (lesen hier eigentlich Kinder mit?) zur Schau stellen, meine ellipsenförmige Bauarbeiterbräune sich entfalten kann.
Da will ich ja auch gar nix sagen. ABER DA WAREN DIE TEMPERATUREN AUCH NOCH ZWEISTELLIG!!!!

Also sehr geehrtes Wetteramphibium, ich hatte meine warmen Klamotten schon alle bis zum nächsten Herbst/Winter fein säuberlich in einer Ecke des Schrankes verstaut und nicht vor, diese einmalige Ordnung komplett wieder aufzuheben. Also, sei kein Frosch und steige mal ganz gepflegt drei bis elf Sprossen auf deiner blöden Leiter nach oben, dafür wirst du schließlich auch bezahlt!!! Ansonsten kann ich ja mal dem netten Graureiher Bescheid geben, der ab und zu über unser Grundstück fliegt…

Na? Das ist doch mal ein Argument.

Ach und noch etwas. Nicht, dass womöglich doch noch etwas mit dem Sommerwetter 2012 schief geht. Um den 27. Juni herum muss die Therapie erfolgreich abgeschlossen sein, da musst du schon ein paar Tage lang auf der obersten Sprosse hocken bleiben, damit es an den Hundstagen keine jungen Hunde regnet, das würde nämlich nicht der eigentlichen Definition entsprechen.

Jetzt, wo wir die Psyche des Wetterbeeinflussers wieder auf den rechten Weg gebracht haben, harre ich meinetwegen auch noch ein paar Tage aus bis meine Erdbeeren im Garten eine verführerisch rote Farbe bekommen. Immerhin gibt’s schon schöne süße Früchte aus der Region zu kaufen, aus denen ich dann aus lauter Vorfreude ein kleines, schnelles Sommerdesssert zaubere, wie zum Beispiel dieses hier:

 Erdbeercrumble, Erdbeerragout, Sauerrahm-Verbene-Eis, Balsamicosirup 

 (4 Personen)

ca. 500 g Erdbeeren

Streusel
250 g Butter
190 g gemahlene Mandeln
210 g Mehl
250 g Zucker
1/2 Vanilleschote, Mark davon

Ragout
1/2 Limette, Saft davon
1 EL Zucker

Sauerrahm-Verbene-Eis
100 g Sahne
2-3 Zweige Verbene
2 EL Invertzucker
200 g Saurerahm
2 EL Zitronensaft
1 EL Magermilchpulver
1 EL Inulin
50 g Zucker
100 g Mascarpone

Balsamicosirup
100 ml  Balsamico
100 ml Rotwein
50 g Zucker

Alle Zutaten für die Streusel verkneten und mit den Fingern zu krümeligen Streuseln verarbeiten, kalt stellen, ggf. zur Bevorratung einfrieren. Flache ofenfeste Förmchen mit halbierten Erdbeeren mit der Schnittfläche nach unten auslegen, Streusel darüber verteilen und im Ofen bei 180-190°C 15 bis 20 min garen, warm servieren.

Für das Erdbeerragout ca ein Drittel der restlichen Erdbeeren mit dem Limettensaft und dem Zucker pürrieren, restl. Erdbeeren würfeln und kurzvorm Serviern unterrühren.

Für das Eis die Verbene in der Sahne aufkochen und ziehen lassen, ggf. über Nacht. Verbene entfernen, restliche Zutaten unterrühren und ein paar Stunden kühl stellen. In der Eismaschien gefrieren lassen.

Der Balsamicosirup machts ich quasi von selbst, da man alle Zutaten in einem Topf zum Kochen bringt und bis auf ein Drittel reduzieren lässt. Zum Servieren in eine Plastikflasche mit Tülle füllen und die Masse auf den Crumble oder das Eis spritzen.




Kommentare:

  1. Ich weiß nicht was Du mit dem Wetter hast, habe bereits von meinen Erdbeeren gegessen; allerdings kein so ein schönes Dessert daraus gemacht.

    Aber motivieren kannst Du!

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    1. 1. Vergiss nicht, dass du hunderte Kilometer dichter an Italien wohnst als ich

      2. liegt es wohl nicht allein am Wetter, dass ich noch keine eigene Erdbeere abbekommen haben, sondern auch an der frechen Amsel und dem nicht vorhanden Netz. Das wird sich am Wochenende ändern... ;o)

      3. freut es mich, wenn du dich motiviert fühlst, ich hab da nämlich mal in die Praktikanten-to-do-Liste geschaut... also hopphopp :o))))

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  2. Echt, ey! Wir wollen Samstag grillen. Wenn das nichts wird, gibts Froschschenkel..

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    1. :o)))))
      Samstag gibts EM-Wetter, bestimmt.

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  3. Für das lange Wochenende ist Nichtstun auf Balkonien geplant. Wehe, wenn das nix wird mit dem Schönwetter!
    Aber meine Kräuter wachsen wie Unkraut bei dem Wetter. Nur das Basilikum schmeckt recht lasch, weil die Sonne fehlt.

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    1. Am Wetterfrosch kann es zumindest nicht mehr liegen, der sollte bis dahin kuriert sein.

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  4. Wirklich beschweren kann ich mich eigentlich nicht über's Wetter. Das war bisher immer schöner als angesagt und unter der Woche darf's ruhig regnen. Aber für den Fall, dass es tatsächlich am Wochenende regnen sollte, dann komm ich endlich mal wieder zu was richtig Schönes zu kochen, so wie Dein Dessert :D.

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    1. das nenn ich mal ne positive Einstellung ;o)

      Vielleicht sollte nicht der Wetterfrosch in Therapie, sondern ich "Positives Denken!" :o)))

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  5. Ich brauche keinen Wetterfrosch, ich hab die Stelle an der Schulter, wo ich mal einen Reitunfall hatte, tja, und die verheißt für hier leider nichts Gutes. Hoffentlich bekomme ich dann wenigstens frische und schmackhafte (hach, sehnsüchtig an die von vor 3 Wochen zurückdenke), damit ich Dein Dessert nachbasteln kann.

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    1. Susa, nein!
      Dann such dir einen fähigen Orthopäden oder äußerst wirksame Schmerzabletten. ICH WILL SONNE!!!! :o)))))

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