Dienstag, 24. April 2012

Der Weg ist das Ziel


Sagt man so und soll doch eigentlich heißen, dass nicht das Ziel das Ziel ist, sondern erst einmal der Weg dahin. Bildlich gesprochen ist dann also nicht der Gipfel bei einer 3.000er-Besteigung das anzustrebende, sondern der Aufstieg.
Hallo!? Geht’s noch? Jetzt mal ehrlich unter uns Pastorentöchtern, wenn ich auf einen Berg steige, doch wohl einzig und allein wegen der Aussicht und dem guten Gefühl der Selbstbestätigung („Jo, ich habs geschafft!“). Da soll mir doch bitte niemand erzählen, dass es die allergrößte Freude bereitet und er/sie ausschließlich die Strapazen auf sich nimmt, weil das die eigentliche Zielsetzung ist: dicke, schwere Füße, lahme Waden, schmerzende Schultern vom schweren Proviantrucksack, ständig krabbelnde Irgendwas-Tierchen an den Beinen, drohender Hitzeschlag unter den bemützten, klitschnassen Haaren, weil kein Schatten in Sicht und ständig jemand der deutlich schneller als das eigene Wohlfühltempo unterwegs ist und ständig scheinheilig sagt "Schatz, wenn ich zu schnell gehe, sagste Bescheid!" Nie-mals kann das so gemeint sein!!! Wie?...Doch? ... Ihr wollt mir doch nicht etwa allen Ernstes…? ...Spaß? ... Ach komm! ...Nee, jetzt wirklich??? Mh, dann muss ich wohl meine Theorie dazu überdenken, oder? …
...
Wirklich jetzt?
Nicht, dass nachher, wenn ich kurz vorm Sauerstoffzeltstadium noch ein glückliches Lächeln übe, einer kommt und mir „April, April!!“ ins sonnenverbrannte Ohr brüllt.

Na gut, dann geh ich die Sache nochmal neu und gaaaaanz anders an. Neues Beispiel. Aus aktuellem Anlass sozusagen.
Der Anlass ist die Hoffnung, dass in diesem Jahr der Norden (und meinetwegen der Süden auch) im kalendarischen Sommer nicht völlig unterkühlt an Sommerrostflecken leidet, sondern dass man endlich mal spontan die Badesachen packen und husch schnell irgendwohin fahren (ich betone ausdrücklich fahren und nicht fliegen) kann. Verdient hätten wir es ja. Und da die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt stirbt, gebe ich selbige erst auf, wenn ich total gefrustet ob des beraubten Sommers im November 2012 die Adventskranzkerzen anzünde und auf den Sommer 2013 hoffe…

Jedenfalls kann ich diese Absicht nur mit gutem Gewissen umsetzen, wenn ich auch sicher sein kann, mich unauffällig in der für das Baden in Wasser und Sonne vorgesehenen Bekleidung präsentieren zu können. Und das geht eindeutig nur, wenn sich der Hüftbund der Bikinihose NICHT tief in meine an diesen Stellen angesiedelte Masse gräbt. Nachvollziehbar, oder?

Häää???? Bei 180° geht’s nach dem Osterbrunch direkt in die Diätphase? Nee, natürlich nicht, denn wie wir schließlich alle wissen, ist ja eindeutig der Weg das Ziel. Das flache Bäuchlein ist doch nur ein möglicher angenehmer Nebeneffekt, aber das eigentliche Ziel ist doch lecker zu schlemmen. Und deswegen fangen wir gleich mal damit an: 


Saibling mit Karotten-Koriander-Stampf und Schnittlauchsud 

Hierbei handelt es sich um ein Rezept aus der "Neuen Landküche" von Harald Rüssel, weswegen ich ausnahmsweise auf die detaillierte Rezeptbeschreibung verzichte. Ich versuchs aber trotzdem mal nachvollziehbar zu erklären:

Lauch
Schalotte

mehlig kochende Kartoffeln
Butter
Noilly Prat
Geflügelfond
Muskat, Salz, Schnittlauchröllchen

Karotten und mehlig kochende Kartoffeln im Mengenverhältnis 3:1
Hühnerfond
Muskatnuss, Salz, geröstete, gemahlene Koriandersamen
nach Belieben etwas Butter

Filets halbieren,
1 Saiblingsfilet mit Haut pro Person
ein paar Zweige Dill, Petersilie
Koriandersamen geröstet und zermahlen, Salz


Schnittlauchsud: Das dunkelgrüne vom Lauch abschneiden, mit etwas Wasser im Mixer ordentlich fein pürrieren, in einem Topf kurz aufkochen lassen und das Grüne, die Lauchmatte, abschöpfen.
Das Weiße vom Lauch, etwas Schalotte und wenig Kartoffel fein würfeln, in Butter hell anschwitzen, mit Noilly Prat ablöschen und mit dem Fond angießen. Köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Anschließend pürieren und durch ein Sieb passieren.
Zum Anrichten mit etwas Lauchmatte färben, abschmecken und die Schnittlauchröllchen unterrühren.

Karotten-Kartoffelstampf: Karotten und Kartoffeln schälen, würfeln und in dem Fond gar kochen. Stampfen, würzen ggf. mit etwas Butter anreichern und anrichten.

Fischfilets: Auf der Fleischseite würzen, mit gezupften Kräuterblättchen belegen und die Fleischseiten aufeinander legen. Mit Frischhaltefolie und anschließend Alufolie stramm umwickeln, einen Thermometerfühler in den Schlitz eines Päckchens pfriemeln und im 90°C heißen Wasser bis zu einer Kerntemperatur von ca 35°C garen. Herausnehmen und im vorgeheizten Ofen bei 70°C wenige Minuten ziehen lassen. Zum Anrichten auspacken, schräg durchschneiden aufrecht servieren.




Da ich einen ganzen Saibling gekauft und diesen in Filets zerteilt hatte, hatte ich ein paar Abschnitte und Gräten übrig, aus denen ich dann gleich wieder einen kleinen, aber feinen Vorrat an Fischfond anlegen konnte:


Kommentare:

  1. "Schatz, wenn ich zu schnell gehe, sagste Bescheid!"

    Diesen Satz mit einem entspannten Lächeln von sich zu geben, während man noch kurz vorher verzweifelt nach Luft ringend und unter Aufbietung aller Kräfte versucht hat der Angetrauten ein paar Meter davonzuziehen....das gehört zu den größten Herausforderungen beim Bergwandern! :-)

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    1. Dies wäre allerdings der Königsweg.

      Auf der sicheren Seite ist man jedoch mit der Herrentourvariante. Diese ist so anstrengend, dass Frauen leider nicht mitkönnen. Und bei den ausgiebigen Hüttenabenden wachsen dann die Heldentaten, die zu Hause erzählt werden.

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    2. Matthias, endlich mal einer, der es zugibt :o)

      Das mit der "sicheren" Seite will ich mal überlesen haben, Herr Praktikant!

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  2. Wow, ein wunderschön angerichteter Teller und geschmeckt hat es bestimmt auch sehr lecker.
    LG,
    Andy

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  3. Suse, Du darfst keine Kindergrößen kaufen!

    Eine andere Erklärung für einen „sich eingrabenden Hüftbund“ kann es bei Dir nicht geben.

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    1. So kenn und schätze ich den Herrn Praktikanten :o)

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  4. Du hast immer "meine" Themen - erst Geitsichtbrille und jetzt die Sache mit dem Bund. Dabei versuche ich immer, solche Themen so gut wie möglich zu ignorieren. Tsä! Ich kann doch nicht euren Blog ignorieren! o.o

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    1. Oh ja, bitte nicht,das wäre fatal ;o)
      Dann such ich mir beim nächsten MAl ein Thema aus, welches so gar keines für dich ist :o)

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  5. Toll geschrieben. Ich habe mich köstlich amüsiert. :)

    Liebe Grüße von Manu

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    1. Danke :o)
      So ein großes Lob freut mich riesig!!!

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  6. Der Bikini passt auch noch farblich so schön zum Karotten-Koriander-Stampf :D.

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    1. Jepp. Zu jedem Gericht den passenden Bikini.
      Man gut, dass es kein Labskaus gab, gell? :o)

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  7. Fallen mir doch auch gleich alle Sünden ein, Urlaub kommt aber auch immer so schnell, was man vom Verschwinden der Röllchen leider gar nicht behaupten kann. Dann gibt's eben ein paar Tage Gemüse und Fisch, so lecker, da merkt man gar nicht, dass das Health food ist.

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    1. iiiehhh, Fich! muss das?

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    2. Genau, susa, das war der Plan.
      Wenn doch alles im Leben so einfach wär :o)

      Aber Leo, es kann doch nicht immer nur Rint geben...

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    3. Zumindest nicht in jedem Gang ...

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  8. häääää, das ist ja mein Bikini, habe denselben, Grösse bin ich mir nicht so sicher :))
    LG Siglinde

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  9. Waaaaaas? Und dabei haben die im Geschäft ausdrücklich betont, dass es sich hierbei um ein einzigartiges Designerstück handelt...sowas aber auch! :o)

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  10. Der Lauch-Schnittlauch-Sud gefaellt mir ausgesprochen gut!

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