Montag, 12. März 2012

Rätselhaft



Oder wie würde man das sonst bezeichnen, wenn sich mitten in der Fastenzeit schon die ersten buntbemalten Geflügelprodukte (Mz.) mit 4 Buchstaben zwischen den zaghaft aus dem noch recht winterlich grau anmutenden Boden herausspitzenden ersten Frühlingsblumen (Mz.) mit 8 Buchstaben breit machen? Zu kompilziert? Na, ich meine doch die Ostereier, die sich zu den Krokussen gesellen? Da stimmt doch ganz offensichtlich etwas nicht. Schließlich hat susa uns erst kürzlich über den Unterschied zwischen Abstinenz und Fasten aufgeklärt und denen, die sieben Wochen ohne auskommen wollen, eine Alternative zum "Wein zum Essen" vorgestellt. Und dann so etwas!
Die Lösung dafür liegt auf der Hand. Die Lösung für das Rätsel ist nämlich ein Rätsel und zwar ein ganz besonderes. Sudoku, Nonogramme, Arukone und Laterale waren gestern, denn wir haben für Euch das ultimative

HUNDERTACHTZIGGRADOSTERBRUNCHRÄTSEL

Wie passt das zusammen? Das wiederum ist total logisch, zumindest für uns.

Erstens ist wohl jeder mit mir einer Meinung, dass, wenn wir hier etwas veranstalten, der Name hundertachtziggrad nicht fehlen darf.

Zweitens schliddern wir alle auf DAS Ereignis im Frühling mit gesetzlich vorgeschriebenem langen Wochenende für alle zu, nämlich Ostern.

Und was bitte verbindet man drittens mit dem traditionellen Fest der Auferstehung? Jawoll, seit der Erfindung der Fastenzeit, die ihren Höhepunkt in der Karwoche findet, okkupieren ganze Familienbanden am Vormittag des Ostersonntag die Cafés, Restaurants und Bistros der Gegend, natürlich nur mit wochenlang im voraus getätigter Reservierung, um sich an einem reichlich bestückten Tisch mit üppiger Auswahl vielfach zu bedienen. Man munkelt, dass manch einer sein gesamtes jährliches Bewegungspensum bei diesem Ereignis ableistet, wenn er/sie sich wieder und immer wieder mit dem Teller in der Hand vom Tisch zum Buffet und zurück begibt, um alles angebotene mindesten einmal probieren zu können. Denn die Teller sind sowieso immer viel zu klein beim Osterbrunch.

Bleibt also noch viertens das Rätsel, welches sich aber ebenso selbsterklärend einfügt. Ich wage die Behauptung, das jeder, wirklich jeder schon einmal an Ostern eine besonders knifflige Aufgabe zu bewältigen, also ein Rätsel zu lösen hatte Und zwar als man die von den Eltern vom Osterhasen aufwändig versteckten Eier in Wald und Flur oder alternativ im eigenen Garten oder den vier Wänden aufsuchen musste.

So einfach ist das also. Allerdings interpretieren wir bei 180° diese Zusammenhänge neu und bieten bis Ostern unzählige Vorschläge für ein Osterbrunchbuffet ohne ungewünschte Überraschungen, da man weiß, was drin steckt und für das man sich nicht auf die Warteliste setzen lassen muss, um noch einen Platz zu bekommen. Unser Osterbrunchbuffet ist tutto completto selbst gemacht und findet da statt, wo es sprichwörtlich am schönsten ist, nämlich zu Hause. Wem das jetzt schon zu viel ist, dem sei empfohlen, die Rezepte an die Brunchteilnehmer weiter zu leiten diese das Essen machen zu lassen und die Ergebnisse mitzubringen. Und den Abwasch macht doch eh die Minna, oder? :o)

Und das beste ist, die Ostereier braucht man auch nicht zu verstecken oder zu suchen. Denn das haben wir schon für Euch übernommen. Mit jedem Beitrag zum Brunchbuffet ist nämlich ein Rätsel verknüpft, dessen richtige Lösung stets ein Wort mit 8 Buchstaben hervorbringt, welches irgendwie immer auch einen Bezug zu uns, zu 180°, hat. Die einzelnen Wörter sollte man sich in jedem Fall merken, besser notieren, aber niemals veröffentlichen, denn daraus erhält man am Ende die entscheidende Lösung, mit der man die Chance hat, das große, einmalige Hundertachtziggradosterüberraschungspaket zu gewinnen.

Alles verstanden? Wenn nicht, wir werden Euch da schon durchbringen, versprochen.


Sodele, damit ihr das alles erstmal sacken lassen könnt, gibts von mir an dieser Stelle noch kein Rätsel, aber dafür schon ein erstes -auf neudeutsch- Must-have für den Osterbrunch, den Osterzopf. Dieser kann ganz hervorragend schon jetzt gebacken und eingefroren werden und macht zum Ereignis dann so gut wie keine Arbeit mehr.

Ich habe mich an eines der Rezepte von Ketex gehalten, da diese ein Abo auf Gelingsicherheit haben. Den Safran hab ich weggelassen, die Orangen- durch Zitronenschale ausgetauscht und von der doppelten Teigmenge gabs drei Zöpfe. Da ich kürzere Zöpfe handlicher zum Backen und Einfrieren finde, würde ich beim nächsten Mal insgesamt 4 Zöpfe aus dem Teig formen.

Ich fasse Ketex' Zopfrezept mit meinen persönlichen Änderungen hier nochmal zusammen

1 kg Weizenmehl Type 550
100 g Milch
6 Eier
200 g weiche Butter, in Stücke
20 g frische Hefe, ich verwende ausschließlich Biohefe wegen der besonders guten Eigenschaften
100 g + 1 TL Zucker
10 g Salz
1 Biozitrone, davon die geriebene Schale
Milch zum Bestreichen

Milch. Hefe und 1 TL Zucker verrühren und abgedeckt ca 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen bis sich eine schaumige Oberfläche bildet. Mit den Eiern, der Zitronenschale und dem Mehl zusammen in der Küchenmaschine kneten. Nach und nach Zucker und Salz und erst, wenn sich alles verbunden hat, die Butter zugeben, weiter kneten bis ein glatter, homogener, duftiger Teig entstanden ist.
Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt eine Stunde gehen lassem, anschließend falten und noch einmal eine Stunde gehen lassen.
Teig in 3 oder 4 gleich große Stücke teilen. Diese wiederum je nach gewünschter Zopfart gleichmäßig aufteilen und zu gleichlangen Strängen rollen. Anschließend die Zöpfe flechten, auf ein Backblech geben und erneut eine Stunde geben lassen.
Damit die Zöpfe nicht so dunkel werden, hab ich sie bei 200°C in den vorgeheizten Ofen geschoben, die Temperatur auf 170° C herunter gedreht und dann ca 45 Minuten gebacken.

Da ich mich nicht auf eine Form festlegen konnte, habe ich je einen 3-, einen 4- und einen 5-teiligen Zopf geflochten. Das klingt möglicherweile umständlicher als es ist. In folgendem Film aus der 180°-Video-Schmiede sieht man, dass man auch ohne Knoten in den Armen ein ganz passables Ergebnis erzielen kann:

Kommentare:

  1. Eines der schönen Seiten am Leben in London waren die jüdischen Bäckereien, wo es Chollahbrot gibt, und zwar besser als ich es je backen könnte. Ostern ohne Chollah war demnach undenkbar. Vielleicht wage ich mich aber dieses Jahr an euren Osterzopf?

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    1. Ich hab das Chollah mal bei einer jüdischen Fest gegessen und habe es geschmacklich eher wie ungesüßtes Weißbrot in Erinnerung. Dieses Zopfrezept ist durch die Butter und Eier schön weich und leicht süß. Aber beim Flechten ist es egal, ob süß oder herzhaft.

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  2. sieht im Video ganz einfach aus, schwierig ist es erst, wenn man an den Strängen steht.

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    1. Och nö, ich habs ja schließlich auch hinbekommen :o)

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  3. HUNDERTACHTZIGGRADOSTERBRUNCHRÄTSEL - das ist schonmal in jedem Fall mein Wort für die nächste Hangman-Partie! Damit krieg' ich sie alle, harr harr!
    Ich freu mich schon auf Ostern, Hefezopf gehört da für mich unbedingt dazu.

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    1. Ehrlich gestanden hats aucherst im fünften Anlauf geklappt, das Wort mit allen Buchstaben in der richtigen Reiehn folge korrekt zu schreiben :o)

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  4. Das ist Suse vom Feinsten! Der Hefezopf ist an Ostern Pflicht; wobei hierzulande demnach jedes Wochenende Ostern wäre.

    Und dieser Hauch von Bollywood ist ganzganzganz großartig! Und ist ja irgendwie auch eine Inspiration für Hütchenspieler ;-)

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    1. Bollywood????
      Also ich weiß jetzt nicht, was du meinst :o)

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  5. Wie praktisch! Da kann der Praktikant ja bei der nächsten Versammlung jeder von uns einen anderen Zopf flechten :o)

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    1. Nix da! An meine Haare lasse ich nur und ausschließlich meinen Friseur

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  6. Hallo,
    das zweite Mal, dass ich aus dem Blog nachbacke. Zuerst diese tolle Himbeer-Mascarpone-Torte! Und jetzt der Striezl! :) Das Rezept ist top - und das Video sowieso. Mein erster 4-er-Zopf und auch noch gelungen. Danke!!!
    Karina aus Oberösterreich

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    1. Das Lob für das Rezept gebührt in erster Linie natürlich Ketex.
      Trotzdem freue ich mich sehr darüber, dass du uns vertraust und Rezepte von 180° ausprobierst...und wenn die Zopfflechterei gelungen ist, umso grandioser :o)

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