Donnerstag, 1. Dezember 2011

180°-Adventskalender - Türchen Nr. 1 - von MatthiasH

Hallo, ich bin’s. Ein Leser! Euer Leser!

Wenn man als 180° Leser plötzlich aufgefordert wird, sich einfach mal selbst was zu schreiben, anstatt zu konsumieren und dumme Kommentare abzugeben, könnte man fast glauben, dass den Chefinnen und Praktikanten die Ideen ausgehen. Aber das ist ja absurd. Nein. Die haben in der Zwischenzeit einfach was Besseres zu tun.

Weihnachtsgeschenke kaufen zum Beispiel. Oder Wunschzettel schreiben. Oder als Praktikant die Reifeprozesse im Weinkeller zu protokollieren, während die drei Chefinnen einen Workshop für die strategische Ausrichtung des Blogs im neuen Geschäftsjahr abhalten. Mit passender Weinbegleitung selbstverständlich.

Und der ja eigentlich nur das Lesen gewohnte Leser sitzt da und überlegt zunehmend verzweifelt, was er in sein Food-Blog-Adventskalendertürchen so alles reinpacken muss. Schließlich übernimmt man mit dem Türchen auch Verantwortung für die Marktanteile des 180°Blogs im hart umkämpften Food-Blog-Markt.

Ihr müsst es den Cheffinnen ja nicht sagen, aber ich persönlich find’s richtig klasse, dass es so viele Foodblogger gibt. Für den Leser ist das irgendwie wie im Schlaraffenland. So viele tolle Rezepte. So viele tolle Bilder. So viele tolle Texte. So viele kreative Ideen. Dagegen sehen viele, was sag ich, die meisten Kochbücher ziemlich alt aus. Und das sag‘ ich, als langjähriger Kochbuchjunkie.



Und lehrreich sind die, die Blogs. Wie sonst könnte man erfahren, wo Arthurs Tochter dem Bartel sein Most holt und dabei jede Menge Kochlöffel verschlampt. Wer durch heldenhaftes Gewinnen von Fernsehkochcontests zumindest einen Teil meiner Fernsehgebühren sinnvoll recycelt. Oder was man in so exotischen Gegenden wie München oder in der Lüneburger Heide kocht! Klasse! Echt! Und es gibt ja nicht nur die Deutschsprachigen Blogs. Es kommen noch die fremdsprachigen dazu, die Englischen, die Französischen, die Österreichischen! Unglaublich. Hoffentlich liest das auch jemand. Außer mir natürlich. Ich lese alles!

Angeblich gibt’s da ja untrügliche Statistiken, über Hits und Klicks und Verweildauer und so. Ich bin da skeptisch. Neulich habe ich versehentlich einen Blog auf Rang 3 im Wikio-Ranking gepusht, nur weil das Rezept so kompliziert war, dass ich die Seite 217 mal aufrufen musste, bis ich mit dem Kochen fertig war.

Man fühlt sich manchmal nachgerade klein und unbedeutend als Nicht-Blogger. So wie neulich in dieser Facebook-Gruppe. Wo sich auf die Frage: "Wer hat eigentlich ein eigenes Food-Blog?" von 180 Mitgliedern 179 gemeldet haben. Ratet mal, wer der eine war. Genau! Hoffentlich hat’s keiner gemerkt! Die mobben mich sonst bestimmt raus!

Und wie oft sitz ich nach einem stressigen Bürotag mit einem einfachen Käsebrot vorm Bildschirm, arbeite mich durch die Blogs und dann taucht hinter mir so ein ätherisches, durchscheinendes Etwas auf und flüstert: "Hallo, ich bin’s, Dein Gewissen. Nimm Dir mal ein Beispiel an denen! Die kochen nicht nur täglich, sondern die fotografieren’s auch noch und schreiben das Rezept auf. Du, du… du Weichkäsebrotesser!"


Was das alles mit Weihnachten zu tun hat? Nichts. Gar nichts! Hey, das ist doch der Vorteil desjenigen, der als erster ein Adventskalendertürchen aufmachen darf. Da steht man noch nicht unter Druck, da muss man sich noch nicht an jeder Spur von Weihnachtsgefühl ängstlich festklammern, da hat man noch den ganzen Advent vor sich. Ehrlich, ich möchte nicht in der Haut derjenigen stecken, die kurz vor Weihnachten schreiben müssen. Das ist doch Stress pur. Dazu jeden Tag die Angst, dass einem irgendjemand die zentrale Idee des eigenen Türchens vorwegnimmt. Könnt ich nicht. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, dass dieses Türchen wahrscheinlich von mindestens 23 Lesern gelesen wird.

Jaja, jetzt werdet mal nicht quengelig. Wir kommen ja schon zum eigentlichen Thema: Weihnachten. Neben der Frage, was man der besten Ehefrau von Allen schenkt oder den Kindern oder Tante Erna, ist wohl die wichtigste Frage: Was kochen wir an Weihnachten?

Ich weiß, dass viele von euch schon seit letztem Silvester ergebnislos über dieses Problem disputieren. Und damit eure Überlegungen nicht so unstrukturiert ablaufen und weil das hier ja ein serviceorientiertes Food-Blog ist, habe ich mal die wichtigsten Weihnachts-Essen-Typen zusammengestellt. Ihr müsst euch nur noch richtig einsortieren, dann macht das die Entscheidung, was es geben soll viel leichter. Aber ihr müsst ehrlich mit euch sein. Sich selbst zu beschummeln ist echt total einfach, aber es bringt nicht wirklich weiter!


Typ 1: Der Würstchen-mit-Kartoffelsalat-Typ

Ein sehr traditioneller und bodenständiger Weihnachtsessen-Typ. Er besteht oft seit Jahrzehnten auf genau diesem Weihnachtsessen. Gäbe es was anderes, würde sich die Omma zumindest im Grab rumdrehen, wahrscheinlich sogar persönlich erscheinen und die Herd-Sicherung raus drehen. Häufiger Ausspruch: „Ich hab‘ an Weihnachten genug Stress, da will ich nicht auch noch in der Küche rumstehen, während ihr die Geschenke auspackt.“ Das macht Familienmitgliedern mit anderen kulinarischen Weihnachtsvorstellungen die Argumentation schwer. Denn schon leise Kritik wird mit einem eiskalten: "Dann koch Du doch nächstes Jahr selbst!" gekontert. Deshalb heuchelt die Familie lieber Traditionsbewusstsein.

Auch wenn es sich hier um einen scheinbar einfach strukturierten Typ handelt, ist die kulinarische Bandbreite nicht ganz ohne. Sie reicht vom Würstchen aus der Dose und majogetränktem Kartoffelsalat aus dem Eimer bis hin zu selbst gefertigten (vorzugsweise schlesischen) Weihnachtswürsten mit handgeschnitztem Kartoffelsalat. In ganz exotischen Haushalten dieses Typs gibt es sogar 2 Würstchensorten mit 2 Arten Kartoffelsalat! Und zwei Sorten Senf! Am gleichen Abend!



Typ 2: Der Weihnachtskarpfen-Typ

Hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Würstchen-Typ, zumindest was Familientraditionen und Heimatverbundenheit angeht. Nimmt aber einen deutlich größeren Arbeitsaufwand in Kauf. Wird von Familien bevorzugt, denen neben der Badewanne noch eine Dusche zur Verfügung steht. Und auch ein anderes Problem taucht auf. Entweder der Karpfen muss hungern, damit er seinen Modergeschmack verliert, dann werden einige der Familienmitglieder nicht satt. Oder der Karpfen ist fleischig, dann schmeckt er nach Moder. Gerne wird dieser Geschmack dann mit skurrilen polnischen Biersoßen übertüncht.

Wird der Karpfen zu Schäumchen oder Mousse verarbeitet, liegt definitiv ein Typenmix vor (siehe unten)


Typ 3: Der Weihnachtsgans-Typ

Und hier ist der dritte eher traditionelle Typ. Weihnachten ohne Weihnachtsgans ist wie Ostern ohne Ei. Es gibt eine Vielzahl von Untergruppen. Man unterscheidet den polnischen Hafermastganstyp, den ungarischen Pusztaganstyp, den Dithmarscher Bauernganstyp oder den regionalen Biobauernhofbioganstyp.
Fälschlicherweise wird in der Literatur auch der NT-Gans-Typ aufgeführt, aber das ist eine ganz andere Baustelle.

Insgesamt geht der Anteil des Weihnachtsgans-Typs schon seit Jahren deutlich zurück, dafür gibt es im wesentlichen drei Gründe:

  1. Die profitsüchtigen Bauern wollen ihre in Freilandhaltung und artgerechter Lebensweise in kleinen Gruppen und biologisch-dynamischer Fütterung aufgezogenen Gans einfach nicht für unter 20 € das Stück verkaufen.
  2. In den meisten Familien befindet sich eine pubertierende, zum Vegetarismus neigende Nichte, die beim Anblick der gebratenen Weihnachtsgans einen längeren Stegreifvortrag zum Thema Gänsestopfleber, Daunenfederbetten, Qualzucht und Klimakatastrophe halten kann. Notfalls mit Powerpoint als Hilfsmittel. Und Peta.
  3. Alle Bemühungen eine Halbfettweihnachtsgans zu züchten sind bisher kläglich gescheitert.

Typ 4: Der Königin-Pastetchen Typ

Man diskutiert in Fachkreisen, ob es sich hier nicht einfach nur um einen Würstchen-mit Kartoffelsalat Typ handelt, der sich für was Besseres hält. Aber man weiß es noch nicht so genau.

Man könnte die Königin nämlich auch frisch machen, aber das giltet nicht. Es muss Ragout fin aus der Dose und es dürfen nur eingeschweißte, nach Altpapier schmeckende Pastetchen sein. Etwas zu lange im Backofen lassen, damit sie leicht angekokelt sind. Und dann ganz wichtig: Viel Worcestersoße drüber. Hör ich Wuhstersoße? Nein! Wortschestersoße! Der echte Pastetchen-Typ nimmt zum Essen das schwerste Silberbesteck, das er finden kann! Am besten Christoffle. It’s all about style, baby!



Typ 5: Der Bionade-Typ

Ja, das ist ein kleiner Bruch in der Systematik, schließlich geht’s hier um ein Getränk. Aber beim Bionade-Typ geht’s auch nicht um das Essen.

Was es gibt, ist völlig Wurscht. Also nicht Wurst, das ist unwahrscheinlich. Es ist ihm egal. Hauptsache es ist menschlich und moralisch einwandfrei. Und klimaneutral. Und regional. Ohne Kinderarbeit. Biologisch. Dynamisch. Nicht eingeflogen. Nachhaltig. Deshalb liebt der Bionade Typ die Biokiste. Es geht nicht drum was drin ist, sondern ob es ok ist. Ansonsten kauft man beim Demeterhof auf dem Land. Sonst würde man mit dem X5 ja nur die Kinder zur Schule bringen.

Bionade trinkt der Bionade-Typ übrigens gar nicht mehr. Bionade gehört zum Oetker-Konzern. Der ist nicht ok!


Typ 6: Der Fondue-Typ

Der Fondue-Typ liebt natürlich nicht nur Fondue in jeder Form, auch mit Raclette oder 鉄板焼き (Teppanyaki für unsere nicht des Japanischen mächtigen Leser) und ähnlichem kann man ihn glücklich machen. Er will auf jeden Fall beschäftigt werden, bloß nicht ruhig rumsitzen und Small Talk machen.

Die Geselligkeit eines solchen Essens ist aber nur ein Deckmäntelchen. In Wirklichkeit geht es um das "Survival of the Fittest": Wie kriege ich das letzte Stück Rinderfilet ohne dass mich die anderen für einen egozentrischen Vielfraß halten? Passen auch drei Stück Gruyère auf mein Pfännchen ohne dass es überläuft? Was muss ich tun, damit keiner merkt, dass ich zwei Fonduegabeln gleichzeitig verwende? Wie kick ich die runtergefallene Silberzwiebel unauffällig hinter die Weihnachtskrippe? Und warum krieg ich immer den blöden Blumenkohl aus dem Mixed-Pickles-Glas und nie das leckere Maiskölbchen?

Empirische Studien haben übrigens ergeben, dass Kinder, die in ihrer Jugend an Weihnachten häufig Fondue und Co essen mussten, im späteren Leben erfolgreicher sind als arme Weihnachts-Würstchen-Esser. Gute Aussichten für den Praktikanten!



Typ 7: Der Gänsestopfleber-Typ

Obwohl sein Name das suggeriert, dieser Typ isst nicht nur Gänsestopfleber. Nein, es dürfen gerne auch Gillardeau-Austern, weißer Alba-Trüffel, Main-Lobster oder Beluga Kaviar sein, da ist man nicht kleinlich. Bei Würstchen am Weihnachtsabend würde die Großmutter der Familie (Gott habe sie selig) aus dem Grab steigen und das Familiensilber verstecken (und natürlich die Perlmuttlöffel und die Hummerzange).

Eigentlich ist es egal was es gibt, solange der Gramm-Preis nicht unter 2,50 € liegt. Im Notfall kann man mit Blattgoldauflagen etwas aufhübschen oder in Essig aufgelöste Perlen als Zwischengang reichen. Soll auch gut für den Teint sein.



Typ 8: Der Brigitte Diät Typ

Der natürliche Widersacher (häufiger allerdings die Widersacherin) des Weihnachtsgans-Typs. Es ist eigentlich egal was es gibt, Hauptsache es ist kalorienreduziert. Oft gehörter Verzweiflungsruf: „Jetzt hab ich doch gar nichts gegessen und trotzdem zugenommen!“ Fett in jeglicher Form, vor allem tierisches, wird konsequent gemieden. In seinen Alpträumen wird der Diät-Typ von einem Topf mit Rillettes de Canard verfolgt. Es gibt keinen Zuckeraustauschstoff, den der Diät-Typ nicht kennt. Er wartet seit Jahren ungeduldig auf die EU-Zulassung von Stevia, der Lösung aller seiner Gewichtsprobleme.

Es ist nicht hilfreich diesem Typen einfach halbe Portionen zu servieren, das würde er als Provokation interpretieren. Abhilfe schafft eine intelligente Bezeichnung der Weihnachtsgerichte. Wenn aus der Hummercrèmesuppe ein Hummerschäumchen wird, dann verbessert sich die Stimmung schlagartig.



Typ 9: Der Molekular-Typ

Ein eher neuer Weihnachts-Typ, allerdings schon wieder mit leicht sinkender Popularität. Er hat zwar nie bei Ferran Adria gegessen, aber alle seine Bücher gelesen und die seiner Jünger. Er war zumindest mal bei Amador. Er hantiert virtuos mit Lecithin, Agar-Agar, Algin und Natriumcitrat, mit Karragen, Trisol, Metil und Xantan. Alles was ihm an Nahrungsmittel in die Hände fällt, verwandelt er im Handumdrehen in "Luft von…", lustige Sphären und bunte Gelées.

Er kocht eigentlich das ganze Jahr so, aber an Weihnachten werden die Gerichte gepimpt. Mit glitzernder Lebensmittelfarbe, Pigmenten und sonstigen Mitteln werden sie in knisternde, leuchtende, dampfende, festliche Kunstwerke verwandelt.

Leicht zu erkennen ist der Molekular-Typ auch am Isi-Spender, den er immer am Gürtel mit sich trägt, sowie am Stickstoffbehälter und dem Julabo FusionChef Diamond S Sous Vide Gerät in der Küche. Der Thermomix allein ist dagegen kein sicheres Kennzeichen.



Typ 10: Der Redzepi-Typ

Brandaktuell! Der Redzepi-Typ weiß nicht, ob er im Noma essen soll, denn für den CO² Ausstoß der Reise dorthin könnte man auch zentnerweise Flugananas oder Olivenöl nach Dänemark importieren. Aber er verehrt den Meister göttergleich.

Der Redzepi-Typ kocht nur mit Lebensmitteln, die er ernten oder fangen kann, ohne das eigene Grundstück zu verlassen. Deshalb gibt es viel Gemüse, weil das nicht weglaufen kann. Er schwärmt vor allem für die Gemüsesorten, die seine Urgroßmutter ausrangiert hat, weil sie schon ihr überhaupt nicht geschmeckt haben. Die holt er gnadenlos wieder aus der Versenkung. Wer braucht Tomaten, wenn es auch Untererdkohlrabi gibt! Oder so.

*~*~*

Ihr habt euren Typ gefunden? Nein? Komisch, dann seid ihr ja echt abgefahren. Oder Hunger gekriegt? Dann noch ein schnelles Rezept:


Ich weiß nicht wie`s euch geht, aber der Herbst und der Winter sind für mich irgendwie die Zeit der Pasteten und Terrinen. Ja, da kommt Fett rein. Aber wenn man’s nicht macht, wird’s ein trockener, langweiliger, fader, falscher Hase. Zum Ausgleich ist ja auch viel gesunde Leber drin!


Wildterrine


200g Rehfleisch
200g Wildschwein
250g Brustspeck
125g Kalbsleber
125g Geflügelleber
Zwei Rehfilets (die kleinen von innen, nicht der Rehrücken)
100g Reisfarce oder Panade
150 g Maronenpüree (hierfür kann man vakuumierte Maronen mit Milch köcheln und pürieren)
getrocknete Totentrompeten
gehackte Pistazien
3 Zwiebeln, gewürfelt
50ml Rotwein
50ml Portwein
etwas Cognac
2 Eßl Salzlake (Pökelsalz in Wasser 1:5)
1TL Quatre Epices (ich mag das von Ingo Holland)
etwas Majoran, Thymian, Salz, Kubebenpfeffer, Muskat,
etwas Nelken und Lorbeerblatt (gemörsert)
Wildfond

Lebern kleinschneiden, alle Häutchen und Adern entfernen. Gründlich! Fleisch in Stücke schneiden, auch hier gründlich alle Sehnen und Häute entfernen. 200g vom Fleisch in kleine Würfel mit einer exakten Kantenlänge von 1,0 cm (+ 0,1) und getrennt halten. Mit den Gewürzen und den Alkoholika übergießen, durchmischen und ein paar Stunden marinieren.

Abgießen und abtrocknen. Das Fleisch mit etwas Butterschmalz portionsweise anbraten und in eine Schüssel geben. Die beiden Rehfilets kurz anbraten. Eingeweichte Totentrompeten und Zwiebeln nacheinander in der Pfanne anrösten. Ebenfalls rausnehmen. Bratensatz mit der Marinade lösen und reduzieren.
Fleisch, Leber, Zwiebeln und Reisfarce zweimal durch die dünne Scheibe des Fleischwolfes geben (oder portionsweise in der Küchenmaschine zu einer Farce verarbeiten. Einreduzierte Marinade und Salzlake einarbeiten (evtl. nicht alles, je nach Konsistenz). Abschmecken und die Totentrompeten, Pistazien und die Fleischwürfel untermischen.

Aus dem abgekühlten Maronenpüree zwei dünne Rollen basteln. Ein Viertel der Farce in die Terrinenform geben, dann eine Maronenrolle in die Mitte drücken, wieder ein Viertel Farce und die beiden Filets drauf, wieder ein Viertel und die letzte Rolle und dann den Rest obendrauf. Glattstreichen.

Terrine ins Wasserbad (ich nehme meinen großen ovalen Bräter) und bei 150° in den Ofen. Je nach Form dauert das von 60-90 min, deshalb besser mit Temperaturfühler steuern. Bei 68° Kerntemperatur ist sie fertig.
Gelatine im Wildfond auflösen und über die Pastete geben.

Pastete abkühlen lassen und mindestens 24 Stunden durch kühlen, besser drei Tage.

Dazu mein derzeitiges Lieblingschutney (von Herrn Roux) :

100 g Apfel, schälen, entkernen, reiben
125 g Tomatenwürfel (enthäutet und entkernt)
60 g Schalottenwürfel
60 g Sultaninen
abgeriebene Schale einer Orange
Saft der Orange
150 g Zucker
knapper TL Zimt
knapper TL Muskatnuss gemahlen,
Cayennepfeffer
15 g Ingwer, klein gewürfelt
150 ml Weinessig
eine Prise Safranfäden

400 g Birnen schälen, entkernen und in größere (2cm) Würfel schneiden.

Alles bis auf die Birnen in einen Topf geben und auf kleiner Flamme etwa 1 Stunde köcheln lassen. Ab und zu umrühren, besonders zum Ende hin, wenn das Ganze eindickt. Die Konsistenz sollte marmeladig sein. Dann die Birnenwürfel drunter mischen und nochmal ca. 40 min köcheln lassen. Fertig!


So, dann bleibt mir nur noch euch allen eine ruhige und stressfreie Weihnachtszeit zu wünschen und immer zwei fingerbreit Wein im Glas

Matthias

[An MatthiasH ist ein exzellenter Feuilletonist verloren gegangen, er ist humorvoll-kritischer Chronist des Geschehens im Web, begeisterter und begeisternder Geschichtenerzähler, Weinkenner, hervorragender Koch, hingebungsvoller Vater zweier zu den größten Hoffnungen berechtigender Kinder, liebevoller Ehemann, Gourmet, und klar - wer außer einem Jurist kann alles und alles erklären, ein Unternehmensberater! - insbesondere aber: einer unserer liebsten und treusten Leser und ich frage mich wirklich, warum er noch kein eigenes Blog hat ..... ach ja, einer muss die ja alle lesen.]

Kommentare:

  1. Kalimera!
    Ich, der Fondue-Typ mit hoffentlich irgendwann mal erfolgreichen Kindern, starte amüsiert belesen in den Dezember und das mit ohne Kalender-Blog :-))
    Mein Advents-Motto: Blog Walking gegen Winterspeck!
    Eine schöne WEINachtszeit
    LG Hella

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  2. Matthias, du und Bloggen, das geht nicht. Wer soll uns denn dann noch lesen :o)
    ich glaub ich bin ein Mix aus allen Typen...irgendwie ne mutiple Persönlichkeit.

    Eine Sorge bleibt: wer soll denn jetzt an Weihnachten die Geschenke bringen? Der eigentlich dafür Vorgesehene hat anscheinend ne irreparable Rückenverletzung, wie eines deiner Fotos beweist.

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  3. Ich hab mich wieder entdeckt, verrate aber nix - aber wehe einer steckt mich in eine Schublade! ;-)

    Mist - nach so einem Auftakt MUSS ich nun jeden Tag hier lesen.

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  4. Ey, wo ist mein Kommentar?
    Matthias, du wirst dir die nächsten 12 Monate keine Sorge mehr machen müssen ob deiner Non-Bloggerei!

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  5. Advent, Advent ....! Klasse Auftakt! Da hast Du die Latte ganz schön hoch gelegt, Matthias!

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  6. Matthias,
    schöner Auftakt!
    Hättest du dich nicht auf etwas weniger Text und Fotos beschränken können? ;-)

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  7. Tolles erstes Türchen! Viel gelacht, viel Spaß gehabt - DANKE! :)

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  8. Nach der Vorlage wächst meine Angst vor dem weißen Blatt, äh, dem leeren Bildschirm mehr und mehr.

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  9. Ja der Matthias setzt Maßstäbe. Übrigens hatte ich letzten Samstag das große Vergnügen u.a. just diese Terrine und das Chutney serviert zu bekommen, zusammen mit einem wunderbaren Chinon und einem Gewürztraminer und Jambon persillé und Rillettes und noch mehr wunderbarer Sachen aus der Hand des Meisters.

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  10. Köstlich! Ein gelungener Auftakt! Hab immer wieder laut auflachen müssen und was passt denn besser zu so einem sonnigen 1. Dezember?

    Allerdings hab ich mir fast -wie bei AT- einen halben Tag frei nehmen müssen zum Lesen ;-))

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  11. @Hella, mach Dir keine Sorgen um die Kinder, mach Fondue bis zu ihrem 25 ten!
    @Suse, bei uns bringt Gottseidank das Christkind die Geschenke
    @Gwex, Du hast hoffentlich ein großes Grundstück :-)
    @Heike, ich könnte sowieso nicht schreiben, ich muss nämlich Bratkartoffeln üben, ich will endlich auch so'ne geile Pfanne
    @Peter, nur, damit ihr die locker überspringt ;-)
    @Eline, Susa hat behauptet, der normale Blogleser liest nicht mehr als 50 Zeilen. Sag mir, dass das nicht stimmt!
    @Manfred, Du bloggst doch demnächst auch, das ist Stress pur. Sag nicht, dass Dich keiner gewarnt hat!
    @Susa, schön, dass Du die Terrine und den Rest überlebt hast
    @Sewwi, jetzt beginnt doch die stade Zeit, Entschleunigung ist angesagt

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  12. Ach Du bist das ;-)

    Also was mich betrifft, habe ich nie Besseres zu tun. Deshalb sind die Cheffinnen ja auch dauernd damit beschäftigt, mir irgendwelche Aufgaben rauszusuchen. Wobei ich trotzdem nur selten unbeaufsichtigt in den Weinkeller komme. Also offiziell…

    Jedenfalls wurde mit für das Lesen der Kalendertürchen richtig viel Zeit eingeräumt. Und selten hat sich das so gelohnt. Also was ich alleine hier, an diesem ersten Türchen schon alles gelernt habe; das reicht für drei Monate Berichtsheft.

    Allerdings fürchte ich, dass ich nach Weihnachten den Auftrag erhalte, eine Rezeptverkomplizierungsschleife zu entwickeln; also wegen Deines Pushens in Sachen Wikodingens.

    Aber zu den Weihnachtstypen: Obwohl diese absolut präzise getroffen sind, muss ich für meinen Teil anmerken, dass neben dem Modell “Fondue” auch noch andere Archetypen auf mich anwendbar sind.

    Zum Beispiel Typ 1 für mich jederzeit gerne; und zwar am Heilig Abend Nachmittag in der Kneipe, wohin ich mich dringend zurückziehen muss, damit ich nicht versehentlich in die Dekoration integriert werde.

    Oder gerne auch Typ 2, im Sommer, wenn ich mir nach Angeln ist.

    Typ 3 sowieso; ab Sankt Martin bis Weihnachten. In allen Variationen.

    Typ 4 bin ich ja absolut; wenn auch erst am zweiten Feiertag; und “Asche auf meine Haupt” leider nicht mit den dargestellten köstlichen Fertigprodukten. Meist fällt mir das ganze erst kurz vor Bedarf ein, so dass ich in meiner Verzweiflung auch noch selber Hand anlegen muss.

    Typ 5 passt nicht; falsches Auto.

    Typ 6 eh klar.

    Typ 7 am liebsten im Kreise der buckeligen Verwandtschaft. Und das Preisschild dran lassen, dann macht es richtig Spaß. Aber nix mit aufgelösten Perlen; dem fehlt der Ekelfaktor.

    Typ 8 kenn ich; siehe “Schwägerin und Co.” bei Typ 7

    Typ 9 vielleicht kann sich ja noch jemand dran erinnern, wie das war mit dem Baukasten, der unter Baum lag und irgendwie nicht richtig zur Anwendung gebracht werden durfte, weil vorher Blogflöten und Klavier und so? Deshalb hat man mich bislang noch kein Espuma vom Kartoffelsalat machen lassen; auch mit einem sphärischen Saitenwürstchen konnte ich bisher nicht locken.

    Typ 10 bin ich absolut; zumindest als äh “Beimengung”…

    Ach und was ich noch fragen wollte: Könnte ich Dich eigentlich mal als Einspringhilfe buchen, wenn die Cheffinnen wieder jammern von wegen meiner Pünktlichkeit? Obwohl, das ist auch keine gute Idee, sonst tauschen die womöglich ganz aus.

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  13. mit großem Vergnügen habe ich a l l e s gelesen,obwohl ich zugeben muss,daß ich irgendwann zwischendurch mal versucht war....
    Toller Gastbeitrag - vielen Dank dafür !

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  14. Wo andernorts der Adventskalender wird schmerzlich vermisst,
    hier wird er aufs Aller-allerherzlichste begrüßt!
    Von mir und anderen Fans aus dem ck -
    Weihnachten ist gerettet - hurra, hurra!

    Danke, lieber Matthias, you made my day!

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  15. Auch am 2. Dezember kann man noch herzlich darüber lachen, tolle Idee mit dem Adventskalender und der 1. fängt schon mit so einem Knüller an! Ich frage mich nur, wie viele Schoko-Nikoläuse für diesen Post sterben mussten und ob das mit der 180 Grad Satzung vereinbar ist? ;-) Schönen Advent den Cheffinnen, dem Praktikaten, an Susa und auch an Matthias von Andrea

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  16. ups fast vergessen nach dem Adventskalender zu schauen! Mein Typ war nicht dabei, bestehe eher aus einem Mix diverser Typen. Gut, dass es hier eine Fortsetzung alter Gewohnheiten gibt :-).
    Gruß Ulla

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  17. Puh, da kocht man sich tv-mäßig die Seele aus dem Leib und wird nicht mal erwähnt *grummel*.

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  18. Lieber Matthias, endlich hab ich's jetzt in Ruhe ganz gelesen, das wie erwartet grandiose erste Türchen. Aber so richtig einordnen konnte ich mich noch nicht. Könntest Du das bitte noch berufsgruppenspezifisch detaillieren? :o)

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  19. Herrje, da habe ich viel zu spät entdeckt, dass es DEN Adventskalender noch gibt - und habe mich beim ersten Türchen schon kringelig gelacht, herrlich beobachtet (unter anderem auch die Thermomix-Geschichte, die wir gerade im Kollegenkreis diskutieren ;)). Matthias, wie gewohnt wirklich grandios, vielleicht liest Du meinen leider verspäteten Kommentar ja noch ;)...

    Viele Grüße
    Dodo (116)

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