Donnerstag, 27. Oktober 2011

"Up and away" oder "Pendeln (III)"

Ohne einem meiner hochgeschätzten und extrem liebgewonnenen Blogpartnerinnen bzw. Mitarbeiter Praktikanten zu nahe treten zu wollen, aber mal im Ernst, das was hier so erzählt wird , erscheint mir als Jammern auf hohem Niveau.

Wer genau mitgelesen hat, wird wissen, dass Toni eigentlich gar nicht wirklich jammert, wenn dann nur ganz subtil, sondern (noch) tapfer erträgt, dass sie jeden Tag eine ordentliche Zeit im Auto verbringt, aber sie fährt ja auch gegen den Strom.

Gottfried hingegen hat da schon ein bisschen mehr rumgeheult, aber für ihn ist das schon lange Vergangenheit (wie bei susa übrigens auch), so dass er auch eher einigermaßen entspannt darüber berichten kann. Und ich will man gar keine Worte darüber verlieren, dass ich auch...


Nein, ich greife dieses zeitraubende, steuerlich nicht ganz unbedeutende Thema auf, um über Pendler zu sinnieren, mit denen es so schnell niemand von uns motorisierten Zweibeinern aufnehmen kann. Allerdings reisen die Pendler, die ich meine, nur zweimal im Jahr, dafür dann allerdings ressourcensparend mit Muskelkraft und Aerodynamik, nix Motor, Sprit, Helikopter undsoweiterundsoweiter.
Spanien, Frankreich, Afrika; den Zugvögeln ist kein Weg zu weit um ins Winterquartier zu gelangen und das jahraus jahrein. Zugegeben, mich hat dieses Unterfangen, der Orientierungssinn und die Kondition der Zugvögel schon als Kind fasziniert, was sich bis heute nicht geändert hat.

Das sonnige, helle Herbstwetter hat Herrn Suse und mich an den letzten Oktoberwochenenden in den Garten getrieben, um diesen winterfest zu machen. Gern, sehr gern, lassen wir uns da ablenken von dem Trompetenecho der Zugvögel, in diesem Fall imposante Kraniche, in schwindelerregenden Höhen und energiesparender Formation. Das lädt zum Verweilen, Nachdenken, Freuen, Genießen ein.
"Machts gut, ihr Lieben, wir sehen uns im nächste Jahr"

Und immer, wenn man von etwas Abschied nimmt, gibt es meistens irgendetwas, das man begrüßen darf.

Wenn also die Schwalben, Wildgänse, Kraniche und Co sich in ihr Winterdomizil verabschieden, erwarten uns hier neben den immer weniger werdenden Sonnenstunden und immer niedriger werdenden Temperaturen auch kulinarische Veränderungen, auf die man sich jetzt so richtig freut, die einem Ende Februar aber auch schon mal zum Halse heraushängen können. Damit das nicht grundsätzlich so sein muss, hab ich jetzt schon mal einen Vorschlag für die Verwendung von Rotkohl ohne Apfel, Zimt, Nelke und Sternanis:


Rotkohltarte



Teig

250g Weizenmehl 1050
250g Weizenmehl 550
10g Hefe
10g Salz
350 ml Wasser

Für den Boden der Tarte benötig man nur ca. 1/3 des Teiges, allerdings ist es schwierig so eine kleine Menge herzustellen, so dass ich empfehle die angegebenen Mengen zu verwenden und den Rest einzufrieren oder anderweitig zu verwenden.

Mehl mischen, Hefe darüber bröseln, Salz und Wasser zugeben und 10 Minuten kneten. Zu einer stabilen Kugel formen und 1 Stunde in einer abgedeckten Schüssel gehen lassen.
Teigmenge abmessen und Boden und Rand einer gefetteten Springform (Durchmesser 26 cm) auslegen.




Füllung

750 g Rotkohl, in feine Streifen geschnitten (geht super fix mit der Hobelscheibe der Küchenmaschine)
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Balsamico, trockener Rotwein
Salz, Pfeffer, Zucker
ein paar Zweige Thymian
100 g korsischer Schafskäse
3 EL Pinienkerne, ohne Fett geröstet
je 150 g Sahnejoghurt und Schmand
2 Eier

Rotkohl in Olivenöl mit dem Knoblauch dünsten, Thymianzweige zugeben, mit je einem Schuss Balsamico und Rotwein ablöschen, reduzieren lassen, abschmecken. Der Rotkohl sollte noch genug Biss haben, für die Tarte darf er nicht zu weich und zerkocht sein.
Rotkohl auf dem Teig verteilen, Schafskäse würfeln und darüber streuen. Joghurt, Schmand und Eier verrühren, abschmecken und über die Füllung gießen. Pinienkerne darüber streuen und im vorgeheizten Ofen bei 200°C 45 Minuten backen.

Mit diesem Boden sollte man die Tarte frisch aus dem Ofen genießen, andernfalls empfehle ich die Verwendung von Mürbteig, da dieser länger knusprig bleibt.


Kommentare:

  1. Eine tolle Idee, vor allem weil außergewöhnlich!

    LG

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  2. Jaaa, wenn man als Pendler auch noch die dritte Dimension mitnutzen kann, ist es auch einfach! Dann würde die Toni unter den Elefanten durchtauchen und der Gottfried die Ferraris überfliegen.
    Die Rotkohltarte sieht echt Klasse und sehr appetittlich aus!

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  3. Ja, Fliegen hätte was. Das mit dem Hubschrauberlandeplatz bei uns in der Straße könnte allerdings etwas eng werden...

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  4. Die Vogelzugsversammlungsformationsflugdemonstrationen im Herbst sind so beeindruckend, dass man die Nackenverspannungen gerne in Kauf nimmt. Vor allem wenn einem eine so schöne Tarte darüber hinweghilft.

    Schöne Fotos! Neues Tele?

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  5. Manu, Petra und Heike
    Danke vielmals :o)

    Matthias
    Da hast du wohl recht. Mir persönlich würds allerdings leider wenig nützen, wo ich doch so ungern fliege...

    Toni
    meinste? Die gibts bestimmt auch schon in der Stadtverkehrausführung mit Einparkhilfe ;o)

    Gottfried
    Stimmt!
    Das Tele ist übrigens gar nicht mehr so neu, nur selten im Einsatz. Es wurde eigens auf speziellen Wunsch eines einzelnen Herrn für Vogelaufnahmen angeschafft.

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  6. Sehr gute Idee ist das mit der Rotkohltarte. Ich muss gleich mal schauen, ob der virtel Rotkohlkopf im Kühlschrank noch intakt ist.

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  7. Also das ist mal eine originelle Tartenidee!
    und wo gibt's denn so viele Störche??

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  8. achso, das sind ja Kraniche...die gibts hier auch

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  9. Bei uns rasten die Graugänse immer auf ihrem Weg nach Süden, dann liegen sie für ein paar Tage zu Hunderten in den Rurauen (ja ich wohne an der Rur - ohne h - die gibt es auch und die ist viiiiiel schöner) und fressen sich noch mal mit Schnecken und sonst was Kraft an; nicht nur in der Luft auch am Boden ist die Organisation dieser Flugverbünde faszinierend.

    Und dann weiß man, der Herbst ist auch vorbei und es ist Zeit, die Blumentöpfe unter Dach zu stellen.

    Ich habe noch 1/4 Wirsing da liegen, ich werd einfach mal probieren, ob man aus dem auch eine Kohltarte machen kann, die Idee ist einfach zu verführerisch.

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  10. Ich bin grad zufälligerweise über den BLOG gestolpert... Die Rotkohltarte klingt lecker, die wird "gleich" mal ausprobiert.

    Susa - Die "Rur ohne h" kenne ich. Oder einen Teil zumindest. Ich bin in Huchem-Stammeln aufgewachsen, aber dann leider weggezogen.

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