Dienstag, 23. August 2011

Höchst erfolgreiche Bewerbung


Um die Ausrichtung einer Veranstaltung von internationaler Bedeutung reißen sich Nationen mehrfach im Jahr. Mal wird durch eine Jury entschieden, mal dadurch, dass der oder die vom Staat ins Rennen Geschickte sich gegen die Konkurrenz aus aller Welt durchzusetzen vermag. Egal, ob Fußball EM oder WM, Olympische Sommer- oder Winterspiele, Grand Prix Eurovision de la Chanson, G8-Gipfel, EXPO oder was weiß ich noch für Events, immer geht es nur darum, Gastgeber sein zu dürfen.

Warum eigentlich? Zunächst einmal hat man doch eine ganze Menge Arbeit, wenn die Scharen einem die Tür einrennen. Im Vorwege muss man von langer Hand die erforderlichen Renovierungs- und Verbesserungsmaßnahmen planen, um alles" in Schuss" zu bringen. Da muss z.B. Infrastruktur ausgebaut werden, damit der Veranstaltungsort auch mit allen Verkehrsmitteln angesteuert werden kann. Wohnraum muss geschaffen werden, damit sich die zahlreichen Teilnehmer und Gäste in gemütlichen Unterkünften in angenehmer Atmosphäre während ihres Aufenthaltes wohl fühlen und sich mental und physisch auf die Challenge vorbereiten können. Die Räumlichkeiten für die Austragungsorte müssen renoviert, wenn nicht sogar komplett neu erschaffen werden.

Oh ja, Gastgeber zu sein behinhaltet Planung, Organisation, handwerkliche Arbeit und das alles nicht zu knapp. Aber dennoch tut man sich diesen Aufwand immer wieder gerne an. Gastgeber zu sein bedeutet nämlich auch zunächst einmal, dass man sich nicht auf eine lange Anreise vorbereiten muss. Man kann einfach zu Hause bleiben und warten, dass die anderen eintrudeln und einen mit Gastgeschenken überhäufen :o).
Gastgeber zu sein bedeutet ebenfalls, dass man nahezu freie Gestaltungsmöglichkeiten bei der Ausrichtung hat, also ganz nach persönlichem Gusto planen kann. Gastgeber zu sein bedeutet außerdem, und das ist sicher ein ganz wichtiges, wenn nicht DAS Kriterium, dass man den Leuten, die man zu sich einlädt eine nette Abwechslung, einen angenehmen Aufenthalt, eine kleine Freude und mit ganz viel Glück ein unvergessliches Erlebnis beschert.
Und genau aus diesem Grund habe ich sofort "Hier!" geschrien und wie bekloppt den Finger gehoben als es darum ging, sich als Austragungsort für die erste 180-Vollversammlung mit "alle Mann" zu bewerben. Und, man stelle ich dieses unglaubliche Glück vor, ich hatte den Zuschlag bekommen!!!

Freundlicherweise habe ich sogar für die Vor- und Nachbereitungen drei Tage Sonderurlaub vom Blogteam zugestanden bekommen, um die NL Nord gebührend herzurichten, den angrenzenden Park einigermaßen zum Glänzen zu bekommen und die Wareneinkäufe zu koordinieren und zu erledigen. Danke nochmals dafür liebe Kollege... und für das genehmigte Budget für die Tegslichleuchten.
Ebenso wurden natürlich im ganzen Dorf Landkreis Bezirk bereits vor einigen Wochen Werbeplakate aufgehängt, Flyer verteilt und Werbespots im Regionale Radiosender geschaltet. Die örtliche Zeitung berichtete ebenfalls kurz vor Beginn des Events.


Was es im Detail zu berichten gibt, wird unser Schriftfüher und Praktikant noch in epischer Breite darlegen. Allerdings schreibt er derzeit noch das Protokoll ins Reine, was sich noch ein Weilchen ziehen kann, denn ich kann euch verraten: Der hat so eine Sauklaue, dass sich mit dem Entziffern seiner handschriftlichen Aufzeichnungen derzeit ein Team von erfolgreichen Krpytologen und Philologen beschäftigt, weil Gottfried selbst das allein nicht hinbekommt. Naja, ihr kenn ihn ja mittlerweile...
Ich will nicht zu viel vorweg nehmen, nur soviel kann ich wohl verraten: Nach erfolgter schmerzvoller und tränenreicher Abreise der weitgereisten Teilnehmer blieben wir, die Ausrichterin und ihr Blogehemann, mit den Resten des 180°-Menüs in der NL Nord zurück und stürzten uns schon bald auf den australischen Wintertrüffel. Nachdem dieser nämlich mit vier glücklichen Eiern (der Begriff bekommt in diesem Zusammenhang eine völlig neue Bedeutung :o))für zwei Nächte den Platz in einer verschlossenen Schüssel geteilt hat, haben wir uns über Eier und Trüffel in Form eines Trüffelrühreis hergemacht.


Die Zubereitung eines solchen ist denkbar einfach, aber dennoch nicht beliebig. Rührei im Allgemeinen trägt nämlich diesen Namen vornehmlich deswegen, weil die Eier BEVOR sie in die Pfanne kommen verrührt und nicht weil sie permanent in der heißen Pfanne schwindelig bewegt werden. In der heißen Butter sollten man nur noch ab und an mit dem Holzlöffel die stockende Masse vor dem Ansetzen bewahren und leicht am Pfannenboden schaben. Das Rührei darf nicht krümelig sein, sonder muss großschollig und vor allem schön saftig bleiben.
Ein bisschen Salz und der gehobelte Trüffel komplettieren das luxeriöse Frühstück, zu dem gebutterter, selbstgebackener Toast nach Bäcker Süpke gereicht wurde.

Ich glaub, die NL Nord bewirbt sich beim nächsten Mal wieder um die Austragung...

Kommentare:

  1. Ja, so eine Vollversammlung macht schon viel Arbeit... habe ich so gehört... :-) Und hatte sich die Bestellung des T...fel gelohnt? Kannst du es empfehlen?

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  2. @Andreas
    Hast du also gehört! Ja von wem denn bloß... :o)

    Der Trüffel aus Australien ist übrigens gar nicht so übel, leicht untertrieben ausgedrückt. Wirklich sehr aromatisch. Mit dem Klassiker aus Frankreich kann er nicht ganz mithalten, aber da gibt es zwischen Trüffel und Rotwein wohl gewisse Parallelen, wir befragen susa nochmal dazu...

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  3. Also man kann mit Fug und Recht bestätigen, dass diese Jahreshauptversammlung Maßstäbe setzte; das Ausrichterengagement, die Örtlichkeiten, ja selbst das Wetter sind ein Monument und werden als Solitär in einer hoffentlich noch langen Kette von weiteren Haupt- und Vollversammlungen unumstößlich stehen. Man wird es anders, aber schwerlich besser machen können!

    Selbst die Spezial-Guest waren herausragend; geniale Idee den leider noch ungekrönten Dessert-König herzulocken!

    Allerdings rege ich an, dass wir vergleichbare Kompetenz auch an anderen Stellen entwickeln. Insofern solltest Du von einer neuerlichen Bewerbung absehen.

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  4. Also diese Jahreshauptversammlung war ganz klar mit Abstand die beste, die wir je hatten.

    In einem, geschätzte Blogkollegin, muss ich Dir allerdings widersprechen. Rührei wird niiiiiemals vor der Pfanne verrührt. Da müssen noch ganz klare Unterschiede zwischen Eigelb und Eiweiß erkennbar sein. Wobei das schlimmste natürlich ein trockenes Rührei ist, egal wann man es wie rührt :o).

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  5. australische trüffel - ist das ein scherz, oder gibt es die wirklich? ich nehme an, wenn ja, dann konserviert?

    ich mag zwei arten von rührei gleich gerne.
    zum frühstück und als einfaches essen:
    das vorher kurz mit einer gabel verschlagene rührei, das in der pfanne fast nicht mehr gerührt wird.
    gerade mit trüffel oder feinem fisch oder als fülle für pastetchen:
    das in einer sehr wenig erhitzten pfanne mit viel butter ca. 20 min gerührte rührei, das zum schluss noch einen schuss obers bekommt.

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  6. @Eline, ja es gibt australische Trüffel, bosfood bietet sie schon länger an, sie kommen zwar nicht ganz an die französische oder italienische Ware heran (ob das auch an den Transportzeiten liegt?), aber sie sind den normalen Sommertrüffeln aromatisch schon stark überlegen.
    Quasi antizyklische Trüffel, winters aus Frankreich sommers aus Australien

    Eine Rühreidebatte ist eine Geschichte voller Missverständnisse, zwar muss das Ei vor Inpfannengabe zart verkleppert werden, aber es dürfen noch kleine weiße Eiweißeinsprengsel sichtbar sein. In jedem Fall verlangt ein ordentliches Rührei nach viel Butter, mehr Butter und natürlich auch noch ein bisschen Butter.

    Zur Jahreshauptversammlung möchte ich nur anmerken, dass das Catering das allerbeste war, das ich jemals auf einer Jahreshauptversammlung bekommen habe und ich habe weißGott genug davon über mich ergehen lassen müssen, sogar mal eine, wo der Wodarz gekocht hat. Und die Eröffnungsrede des Bürgermeisters - ganz elder statesman!

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  7. Also ich bin ja der Überzeugung, dass man Rühreidebatten gar nicht intensiv genug führen kann. In jedem Fall gehöre ich zur Butter- hilfsweise auch Obersfraktion. Wobei diese Zutaten generell heimlich unterzubringen sind, damit die Fettvermeidungsjünger („nur Pute und Blätterteig“) mit mehr Appetit essen.

    Mir persönlich ist der Grad der Verklepperung ausgesprochen unwichtig; dagegen liegt mir an einer eher cremigen Konsistenz; gut zu erlangen durch Butterzugaben kurz vor dem gerinnen.

    Aber zurück zum noch Wichtigeren: Welch ein Glück, dass wir hier die Ansprache des Bürgermeisters doch noch untergebracht haben. An die diplomatischen Verwicklungen, wenn wir dies unterschlagen hätten, darf ich gar nicht denken!

    Schade übrigens, dass der Herr Ministerialdirigent so kurzfristig absagen musste.

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  8. Ich hätte es wissen müssen! Selbst das vermeintlich profanste aller Gerichte, quasi, das Gericht, welches man als erstes lernt, wenn man zu Hause auch nur den Hauch einer Andeutung macht, ans Ausziehen zu denken, kann hier natürlich nicht veröffentlocht werden, ohne dass die entscheidenden Unterschiede, ob nun regionialoder nicht, ausdiskutiert werden. Hach, so schön ist es nur bei 180Grad :o)

    Beim nächsten Mal poste ich lieber ein komliziertes Rezept von irgendeinem Sternekoch...aber die funzen ja meistens auch nicht... ;o)

    Ansonsten freue ich mich außerordentlich auf die kommenden Versammlungen und möchte zu guter Letzt meine Konformität bzgl. Gottfrieds letztem Satz zum Ausdruck bringen.

    @Eline
    bezüglich des Trüffels hat susa schon alles erläutert

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