Sonntag, 12. August 2012

3 P für Frau Paul

Das P ist ein überaus wichtiger Buchstabe im Alphabet. Manche können einfach nicht genug davon bekommen.


P steht darüberhinaus in der Physik für Leistung (power - also das passt doch auf Astrid wie Faust aufs Auge) und in der Musik für piano (leise), was immer gut ist, wenn der Pianist dasselbe eher mäßig beherrscht. Als griechischer Buchstabe steht π für die vollkommenste Figur, den Kreis, der sich immer so schön schließen soll.  Und Worte mit P klingen alle sehr gewichtig: Perestroika, Prokrastination, Plusquamperfekt, Präteritopräsentia, Postmodern, Pastinakenpüree. Und Astrid heißt ja Frau Paul und nicht Bernd oder Hein oder Adalbert.

Außerdem hat Frau Paul ja auch ihr Herz an P-Punkt verloren. Allein das ist der Beweis, dass P der allerwichtigste Buchstabe ist, neben D., dem Herr susa seinen Vornamen verdankt (ja, ja, Leo, und das L natürlich, das ist auch ganz doll wichtig!!)

Was liegt also näher, als der Astrid zum Bloggeburtstag ein paar Ps zu schenken, kann man nie genug von haben. Die Ps kommen alle aus meiner Geburtstadt Aachen, in deren Namen sich allerdings kein P findet.




Zum 3. ATK-Blog-Geburtstag die besten Glückwünsche und 3 Öcher P für Frau Paul

Puttes (Öcher Puttes met Kompes - Aachener Blutwurst mit Sauerkraut)


Puttes, eine geräucherte Blutwurst mit Speck, kauft man in Aachen bei Cornely in der Großkölnstraße.

Pro Person sollte man etwa 200 gr rechnen. Dazu gibt es ein Kartoffelpüree, bei dem man weder an Muskat noch an Butter spart. Und damit nicht genug, es werden auch noch Semmelbrösel in reichlich Butter angebraten und vor dem Servieren über das Püree gegeben. Der/das – man streitet sich, ich bin für der  – Puttes wird ebenfalls in reichlich Butter gebraten, meistens platzt er früher oder später, Das ist nicht schlimm, am besten schmeckt er sowieso, wenn man ihn großzügig mit dem Püree vermatscht mischt. Dazu Sauerkraut, und das macht seinem Namen alle Ehre, es ist ordentlich sauer (und keinesfalls süßsauer) und mit viel Lorbeer und Wacholder gewürzt.


(C) Fa. Nobis, Aachen
Printen (Öcher Prente)


Beware of cheap imitations! Öcher Printen, die entsprechenden Rezepte sind mindestens so geheim wie das von CocaCola, sind hart, so hart, dass man beim herzhaften Hineinbeißen um seine Zähne fürchtet und beim mundgerechten Zerkleinern schon das grobe Küchenwerkzeug zu Hilfe nehmen muss, Fleischklopfer, Küchenbeil etc.. Denn traditionell kauft man in Aachen die Printe als Bruchplatte, eine etwa 10 x 20 cm große Printe. Weichprinten sind was für die gleichnamigen Eier.

Und Printen kauft man bei Nobis oder bei Klein und bitte nicht von der großen Fabrik. Zu Hause bewahrt man die Printen dann in schönen Blechdosen auf, wenn man einen Apfelschnitz dazu legt, werden sie auch ein wenig weicher, aber dann macht das Printenessen nur noch halb so viel Spaß. Sowas machen nur Touristen, oder HollNiederländer. Printen isst man übrigens das ganze Jahr über, nicht nur zu Weihnachten. (Freundlichen Dank an dieser Stelle auch an Firma Nobis, dafür dass ich ihr Printenfoto benutzen darf, bei uns waren die Printen mal wieder weggefuttert, bevor ich mit dem Fotoapparat ankommen konnte).


Poschweck


Poschweck ist ein süßes Hefeweißbrot mit Mandeln, Nüssen, Orangeat, Zitronat und Hagelzuckerkörnen, das schon im 15. Jahrhundert als Osterbrot gebacken wurde. Seinen Namen hat es von einem damaligen Bäckermeister namens Paschwegge oder Paschwig. Es gab übrigens in Aachen sogar mal eine Poschweck-Revolution! Anderen Quellen zufolge soll das alte Dialektwort Paosch für Osten (Passah) drinstecken.

Natürlich gibt es so viele Poschweck-Rezepte wie es Aachener Bäcker gibt, und jedes ist so original, wie es nur original sein kann. Hier ist mein privates für Dich:



für den Teig
1 Würfel frische Hefe
250 ml lauwarme Milch
3 EL Zucker
500 g Mehl (550)
150 g sehr weiche Butter,
2 Eigelb
2 EL Vanillezucker (selbst gemacht)
1 kräftige Prise Salz
100 g Rosinen
100 g fein gewürfeltes Orangeat und Zitronat
100 g grob gehackte Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse
100 g grober Hagelzucker  oder grob gehackter Würfelzucker (1 EL beiseite legen)

zum Bestreichen
1 Ei
1 EL Hagelzucker (siehe oben)
1 Prise Salz

Die Hefe in der Milch auflösen, Zucker und 1 EL Mehl hinzugeben (von der Gesamtmehlmenge abnehmen), verrühren und etwa 15 Minuten gehen lassen. Danach das Mehl in eine Schüssel geben, die Hefemilch, Eigelbe, Salz  und Butter dazugeben, alles vorsichtig verkneten, und wiederum 15-20 Minuten gehen lassen. Dann die weiteren Zutaten unterkneten, dabei darauf achten, dass der Hagelzucker stückig bleibt. Einen Brotleib formen, die Oberfläche zwei bis dreimal einschneiden und zum letzten Mal 15 – 20 Minuten gehen lassen. Dann Ei und Salz miteinander verquirlen und den Brotlaib damit bestreichen, mit dem Hagelzucker bestreuen und bei 180° etwa 40 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

Schmeckt am besten als doppelte Stulle frisch mit dick kalter Butter bestrichen, die Zuckerkörnchen müssen ordentlich knuspern, wenn man in das Stück beißt, dann noch mit einer einer Kräuterprinte belegt und einem Stück gebutterten Schwarzbrot bedeckt.

Und wenn Du Dir das nicht vorstellen kannst, dann musst Du mal in Aachen vorbeischauen zum Beispiel zum CHIO  zum Weihnachtsmarkt oder op dr Bend! Du bist herzlich eingeladen!

Hier geht's zurück zum Film!


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