Freitag, 10. Juni 2011

Honi soit qui mal y pense..... oder: Thank God, it's friday!

180° Dienstbesprechung, einziges Thema der Tagesordnung: Wikio-Ranking und Blogreichweiten. Wir sind einen Platz abgerutscht, die 180°-Aktie droht ins Bodenlose zu sinken. Sind personelle Konsequenzen vonnöten, um den freien Fall aufzuhalten? Müssen Praktikantenstellen gestrichen werden? Wird der Weinkeller outgesourct? Werden die Niederlassungen Nord und Süd zur Erreichung notwendiger Synergieeffekte zusammengelegt?

Nun, das machen sie in allen großen Aktiengesellschaften dieser Welt so, aber doch nicht bei 180°. Wir besinnen uns auf unsere Kernkompetenzen und greifen an. Zündende Themen müssen her. Wir sitzen alle in einem Boot schreiben alle in einem blog und das Thema, das uns wieder ganz nach vorne katapultieren soll, heißt "Dessous", soviel als erstes Ergebnis der KrisenKreativsitzung. Sex sells? Honi soit qui mal y pense! Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt – es geht uns einzig um das Gute, Wahre und Schöne, was scheren uns Klicks, Ränge, Punkte oder Fleißkärtchen, sind doch eh alle gefälscht die Statistiken.

Der Satz "Honi soit qui mal y pense" soll, einer galanten (so *aufatme, das Wort hab ich nun schon mal elegant untergebracht) Geschichte zufolge auf eine Begebenheit am englischen Königshof zurückgehen. Die Geliebte (oh gut, Geliebte, frivol, seeehr gut) des englischen Königs (Mann, das bringt Quoten, das englische Königshaus mit all seinen Irrungen und Wirrungen ….. susa, mach weiter, Du bist auf dem richtigen Weg) verlor bei einem Tanz ihr blaues Strumpfband (Strumpfband, hmmmm, gibt es da vielleicht eine etwas delikatere Bezeichnung. Strumpfbänder hatte ich früher auch an meinem Leibchen, um damit die von Oma vwG gestrickten – immer kratzenden! – Strümpfe zu halten), also sie verlor ihren Straps.

Der König, ganz Gentleman (welche Frau träumt nicht von einem solchen) überspielte die Situation, indem er sich mit ausgebreitetem Mantel vor die Dame stellte (huihui, DAS gibt jetzt Kopfkino), bis sie das Malheur wieder gerichtet hatte. indem er sich das Band selber an das bestrumpfhoste Bein heftete. Und da den Engländern kein Anlass zu skurril ist, um entweder darauf zu wetten oder einen Verein dazu zu gründen, gab es fortan den Most Noble Order of the Garter.

Ein Herr hat übrigens, was kaum einer weiß, über die Geschichte des Ordens  geforscht, nämlich His Royal Highness The Prince Philip, Duke of Edinburgh, Earl of Merioneth, Baron Greenwich, of Greenwich in the County of London, Royal Knight of the Most Noble Order of the Garter, Extra Knight of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Grand Master and First and Principal Knight of the Most Excellent Order of the British Empire, Member of the Order of Merit, Companion in the Order of Australia, Companion in the Queen's Service Order, Lord of Her Majesty's Most Honourable Privy Council, Member of Her Majesty's Privy Council for Canada *jetztabernachluftschnappe. Philip begeht heute seinen 90. Geburtstag, zu dem auch wir an dieser Stelle ganz herzlich gratulieren.

Eine sehr passende Würdigung des Herrn mit dem beißenden und durch und durch britischen Humor hat  die FAZ heute veröffentlicht, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer dass der gute Philip mich jetzt vollkommen vom Thema abgebracht hat.


Also wieder zurück zur Kernkompetenz unserer kleinen Seite, der Freude an gutem Essen und am guten Wein und den vielen anderen Genüssen, die das Leben für uns bereit hält. Lasst Euch Tonis wunderbares Dessert noch mal richtig auf der Zunge zergehen , es hat alles was diese Jahreszeit kulinarisch so spannend macht, Erdbeeren, Holunderblüten, Quark und Rahm, einen Hauch Säure, einen Spritzer Süße, Schmelz, Schokolade, alles in einem wundervollen Spannungsbogen in Szene gesetzt.

Da muss ich jetzt mal ganz schnell in den Keller steigen und sehen, was ich denn dazu als Wein serviere - et voilà.

2008 Sióneta dulce blanc
Hereus de Ribas, Vi de la terra illes Baleares (Mallorca)°°°

Ein Wein aus überreifen Trauben (Muscat de Frontignan), der goldgelb im Glas funkelt und feinwürzig nach Blüten und Zitrusfrüchten duftet. Am Gaumen zeigen sich neben den Aromen von eingekochten Zitrusfrüchten, Quitte und Beeren auch Noten von Mandeln, Honig und Brioche sowie eine feine vanillige Holznote, schmelzig, mittellanger Abgang. Der Wein ist gut geeignet, sowohl die fruchtigen als auch die cremigen Aspekte des Desserts wunderbar abzurunden, er sollte etwas kühler getrunken werden und es macht Spaß, zu schmecken, wie er sich langsam im Mund erwärmt und seine feinen Aromen preisgibt.

Und nun übergebe ich das Staffelholz mit dem Thema "Dessous" an den Praktikanten (und bitte immer eine Kopie ins Berichtheft ablegen!).
Kaffeepause! Ab an die frische Luft! Durchatmen!






Kommentare:

  1. Malle ist ja nicht meine Baustelle ;-), deshalb kenn ich den Wein nicht. Aber ein gut gemachter Muscat ist auch meine Allzweckwaffe, wenn die Aromen des Desserts breiter streuen, so wie bei eurem zwischen Schokolade und Limette-Basilikum.

    Wenn ihr den (völlig unverdienten!) Blog-Abstieg verhindern wollt, solltest Du den Praktikanten zu einem Rosé-Opfer verdonnern, das funktioniert immer, wie man hört.

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  2. Die Niederlassungen zusammenzulegen, ungefähr in der Mitte, also ungefähr in Rheinhessen, will sagen, ungefähr in Ingelheim, also so in der Mitte von Ingelheim- DAS und nur DAS wird euch retten können!
    Natürlich nur, wenn ihr den Weinkeller mitnehmt und nicht auflöst- gottbewahre!

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  3. Gestern den 89. feiern und heute schon gleich wieder den 90.? So wird er locker 150, der Gute!

    Danke für den schönen Artikel, susa. Und - ich bleib euch treu, ob mit oder ohne Dessous. ;-)

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  4. Also

    …tieflufthohl…

    die Kernkompetenz wäre ja wieder mal bewiesen. Gericht mit präziser Beschreibung, Begleitung dito, Begründung irgendwie zwingend.

    Ansonsten allerdings ist mir beim Lesen der Einleitung die Frage gekommen, ob wir nicht mal als 180° Kabarett auftreten sollten? Eine gewisse Bühnenerfahrung wäre ja durchaus gegeben.

    Und liebe Astrid, trotz des nahezu unwiderstehlichen Charmes Deiner Überlegungen wird sich das wohl nicht realisieren lassen. Weil dann wären wir nicht nur eine Kommune, was ja eh schon bedenklich ist, sondern eine Kolchose; und das ist, wenn man meiner Oma glauben durfte, der Inbegriff aller Liederlichkeit B-)

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  5. Aber lieber Gottfried, Lieder sind gut! Sicher hat Deine Oma Dir auch schon beizeiten geraten, wo man fröhliche Lieder singt, da lass Dich gerne nieder! ;)

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  6. Herrlicher Post - und dann auch noch diese Kommentare...

    Ich warte gespannt darauf, wie sich der Praktikant nun weiter dem Thema Dessous widmet.

    Lachende Grüße

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  7. @Matthias, das mit den Roséopfern sollte man nicht überstrapazieren, das behalten wir uns für wirklich ausweglose Situationen vor, diese (nach vereinbarter Sprachregelung im Protokoll blättere) also dieser saisonbedingte leichte Rückgang der Nachfrage würde diese ultima ratio nicht rechtfertigen.

    @Christel, danke für den Hinweis, da sieht man mal wieder, dass man den im Internet gefundenen Zahlen nicht so ohne weiteres glauben kann, die überwiegenden Quellen lassen seine königliche Hoheit heute 90 werden. Ich hab's geändert.

    @Astrid, wenn Mitte dann Aachen. Erstens hab ich es dann nicht so weit und kann mit dem Fahrrad fahren (schont das Reisebudget) und gibt uns im Dreiländereck auch ein internationales Flair.

    @Herr Praktikant, les ich recht? Kabarett? Kann es sein, dass Du unsere Klausurtagung nicht ernst genommen hast? Am Montagmorgen bitte unaufgefordert das Berichtsheft an die Cheffinen und mir bitte das Update der Bestandsliste und den Stand der 2010er Sub vorlegen.

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  8. @Astrid, der Zweizeiler heißt eigentlich:
    Wo Gottfried singt, da lass dich nieder,
    so was Schreckliches hörst Du nie wieder.

    @Sabine: ja, das bin ich auch: gespannt was mir da so einfällt.

    @Chefinnen: Keinesfalls würde ich irgendetwas nicht ernst nehmen; zumindest wenn es nicht anders geht. Montag ist übrigens ganz schlecht. Mit dem Berichtsheft bin ich zwar laufend; jedenfalls für 2010, aber das Kellerupdate geht nicht so schnell; wegen dem letzten Umräumen ist jetzt echt ein größeres Revirement für die Verwaltung notwendig. Der Stand der 2010 Sub ist indifferent wie selten. Wahrscheinlich werden wir den Vorsätzen von Herrn Susa folgen.

    Außerdem befinde ich mich jetzt auf Wäschejagd; oder glaube Ihr etwa, ich hätte so was im Schrank?

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  9. susa, das ist wirklich großzügig, dass Du dem Praktikanten die schwarze Spitzenwäsche überlässt.

    Um so ärgerlicher ist diese Nachlässigkeit im Berichtswesen. Ich denke da ist jetzt nach der Kreativsitzung eine Sitzung zum Thema Personal*ähm*entwicklung dringend erforderlich!

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  10. ...gut, wenn man nach so einem Thema auf einem Design-Klassiker platznehmen kann. Außerdem könnte ich eine meiner Kernkompetenz zum Thema anbieten: Synergien schaffen - schließlich bin ich seit Jahren beratend unterwegs :-)

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