Freitag, 13. Mai 2011

Ganz schön abgebrüht...


Jawoll, das isser. Oder was glaubt Ihr, warum der Kerl so puterrot ist? Sicher nicht, weil er direkt unterm Ozonloch in der prallen Sonne lag, auch wenn die unregelmäßige Pigmentierung von Kopf und Scheren darauf schließen lassen könnte. Und ganz bestimmt auch nicht, weil der arme Kerl nen Köpper vom 35-Meter-Turm gemacht hat. Überlegt doch mal, der kann sich soooo schmal und somit perfekt aquadynamisch machen, dass der selbst bei einem Sturz aus einem Langstreckflieger in Maximalhöhe noch unbeschadet im Atlantik landen wird. Und bevor noch irgendwer auf die Idee kommen sollte, einen schweinischen Witz hat dem auch niemand erzählt, welcher ihm die Schamesröte auf den ganzen Körper getrieben hätte. Neenee, dafür ist der viel zu abgebrüht. Abgebrüht? Ha, sach ich doch. Und zwar in Wasser, in ziemlich heißem sogar.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich daran insofern unschuldig bin, als dass ich ihn nicht selbst in vor Hitze wallendes Wasser verfrachtet habe, sondern den kulleräugigen Krustengenossen schon so erworben habe.

So einen zappelnden Gesellen direkt zu seinem letzten Schwimmausflug zu verhelfen flößt mir irgendwie gewissen Respekt ein.
Vollkommen abgebrüht wie er so daliegt, hab ich dann nicht das Problem das kleine Kerlchen zu verarbeiten. Und jetzt kommt er inne Wurst. Und auch wenn im Endprodukt prozentual vom Hummer nicht der Löwenanteil enthalten ist, halte ich das wie mit der Leberwurst und nenne dieses feine Gericht:


Hummerwurstsalat




1 Hummer, gekocht
100 g Fischfilet (ich hatte Doradenabschnitte und das ging hervorragend)
9 große Garnelen, roh, geschält
100 g Shrimps
100 g Nordseekrabben
100 g Sahne
Salz, Pfeffer, Limettensaft
Pimenton vera de la doux
Currypulver

Radieschen
Frühlingsziebeln
Salatgurke

Weißweinessig
Olivenöl
etwas fruchtige Chilisauce
Senf
Zucker, Salz, weißer Pfeffer

Geröstete Pinienkerne

Hummer auslösen (Schalen unbedingt für einen Fond aufheben) und die Hälfte des Fleisches mit 3 Garnelen, dem gewürfelten, eisgekühlten Fisch und der Sahne zu einer feinen Farc e verarbeiten, würzen. Das restliche Hummer- und Garnelenfleisch und ggf. die Shrimps und die Krabben grob würfeln/hacken und unter die Farce rühren. Die Masse auf einem ausreichend großen Blatt Frischhaltefolie verteilen und zu einer dicken Wurst drehen. Das Ganze in Alufolie einschlagen und die Enden stramm zudrehen. In ca 80°C heißem Wasser ca 50 Minuten ziehen lassen. Erst nach einer mehrstündigen Abkühlzeit auswickeln und in dünne Scheiben schneiden.

Radieschen, Frühlingszwiebeln und Gurke in feine Streifen/Würfel schneiden. Aus den Zutaten fürs Dressing eine Vinaigrette zubereiten und alles zusammen anrichten.

Kommentare:

  1. Bildschön sieht sie aus, die "Wurstplatte" :-) Wobei ich den roten Kollegen auch solo nicht verschmähen würde (ich muss doch mal wieder in die Bretagne...).

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  2. Warum habe ich keine Freundinne, die sowas können? die solche wahnsinnigen Ideen haben? und mich dazu einladen??

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  3. Ist ja wieder typisch. Immer landet der billige Mist in der Wurst.

    Wie kriegt man das Hummerfleisch denn am besten klein? Ist ein Cutter besser oder ein Fleischwolf?

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  4. Hummerwurstsalat, bei der Überschrift war mein erster Gedanke: Hummer, Fleischwurst, Majo... wie kann man nur *entsetzt guck*!?!? Außerdem passt das so überhaupt nicht zu Euch ;-).

    Aber das mit der Wurst hat sich beim Lesen ja dann zum Positiven gewendet und es ist mal wieder eine Vorspeise mit Wow-Effekt *sabber*!

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  5. Eine geniale Idee mit der Wurstpräsentation! Wie wunderschön leicht und tolle Farben!

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  6. Pfiffige Geschichte! Um die Idee von Milliways aufzugreifen: so ne leichte Aioli passt da doch bestimmt auch ganz gut. Nur mit der Fleischwurst hätte ich Probleme :o)

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  7. @Petra
    Direkt aus dem Meer auf den Teller ist natürlich unschlagbar, da würde ich dann auch lieber pur genießen

    @Ilse
    DAs ist aber ein schwere Frage ;o) Jedenfalls muss ich gestehen, dass die Idee nicht so ganz allein von mir war, sondern die Wurst nach einer Vorlage von Harald Derfuß

    @nata
    :o)))
    Das Zerkleinern hat der Cutter übernommen, im Fleischwolf wirds nicht fein genügt

    @Milliways
    ach du liebe Güte. Hätte ich das gewusst, hätte ich selbstverständlich einen anderen Namen gewählt

    @missboulette
    Jepp. Ich finde auch, nicht nur optisch sehr gelungen... ;o)

    @Toni
    Ailoi würd ich gar nicht unbedingt nehmen. Die "Wurst" ist wirklich sehr mild und fein im Geschmack, da passt glaub ich eine leichte Vinaigrette etwas besser.
    Allerdings: Versuch macht kluch! :o)

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  8. Wurstsalat - witzig und hübsch!

    Die Mischung aus Hummer, Shrips, Garnelen und Krabben finde ich etwas "schade drum". Denn der Eigengeschmack der verschiedenen Meerestierchen geht verloren.Für mich, die Garnelen wenig und Hummer kaum mag, ist es daher vor allem schade um die Krabben und Shrimps. Aber vielleicht sehe ich das nur als Binnenlandbewohnerin so.

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  9. Puristische Binnenlandbewohner könnten vielleicht Hummer, Shrimps, Garnelen und Krabben durch Flusskrebse, Flußkrebse, Flußkrebse und Flußkrebse ersetzen :-)

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  10. Ob der Hummer wirklich so Kopfsprungtauglich ist? Weil er doch ein bisschen ohnmächtig wird, wenn man Ihn kopfüber über den Topf hält. Hab mal gelernt, dass man das so machen soll und bilde mir auch ein, dass das funktioniert.

    Auch wenn dieses Rezept ein wenig dekadent wirken könnte; ich finde es großartig! Wenngleich es vermutlich nicht in eine gewöhnliche Wurstverkostung passt.

    Wobei besser als Nata hätte ich es auch nicht ausdrücken können ;-)

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  11. hummer sind vom aussterben bedroht ;)

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  12. @Eline
    ich musste doch sehr schmunzeln, als ich deinen Kommentar las, weil ich wusste, dass du in diese Richtung kommentiern würdest. Nicht aufgrund des Inhaltes an sich, sondern weil ich meine, dich (zumindest in Bezug auf deinen Essengeschmack) schon ganz gut einschätzen zu können. :o)

    @Matthias
    Ehrlich gesagt hätte ich zumindest einen Teil gern so ersetzt, aber leider hab ich keine bekommen.

    @Gottfried
    Liegt die aufsteigende Ohnmacht denn an der Haltung oder dem aufsteigenden Wasserdampf? Ansonsten müsste ich natürlich meine Einleitung noch wahrheitsentsprechend anpassen.
    Wurstverkostung? Warum nicht. Wäre zumindest etwas für die fleischverächtenden Meeresbewohnerfreunde.

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  13. @Persian Freak
    das wäre doof, dann würde ich sie nämlich nicht mehr essen... :o)

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