Dienstag, 10. Mai 2011

Du sollst Ehren…

...Vater und Mutter…“ 2.Mose 20,12




Als Gesetze noch auf Steintafeln gehauen wurden, hatte man den Begriff „Paragrafen“ noch nicht erfunden. Auch der Begriff „Gesetz“ war wohl eher verpönt. Tatsächlich klingt „Gebot“ auch viel weniger absolut.


Da das Raumangebot in öffentlichen Bibliotheken früher sehr, sehr beschränkt war, und zusätzlich die Niederschriften vergleichsweise viel Platz beanspruchten, hatte man ein gewisses Talent dafür entwickelt, Regeln kurz und prägnant zu verfassen. Vermutlich deshalb hält und liest sich manches aus dieser Zeit noch immer besser, als zum Beispiel der Kommentar zum Anhang der 4.BImschV.


Allerdings hat uns das seinerzeitige Problem auch die Formulierung „Das Nähere regelt ein Bundesgesetz“ eingebracht.


Und Bundesgesetzemacher können abstrahieren, dass die Schwarte kracht! „Man kann doch nicht einfach so Ehren“ haben sie wohl gedacht; „das braucht man doch Regeln, einen Rahmen etwas irgendwie Fassbares!“ Bestimmt haben Sie den Kopf geschüttelt über den Dilettantismus Ihrer Vorlage.


„Vater und Mutter kann man ja überhaupt gar nicht gleich ehren; wie soll denn das gehen?“


„Väter bekommen hinreichend Ehre auf dem Schlachtfeld; da genügt es, wenn man sie einmal im Jahr mit Bier und Leiterwagen vagabundieren lässt!“


„Aber für die Mütter, da müssen wir uns was Besonderes einfallen lassen. Etwas Großartiges woran jeder erkennen kann, warum wir Bundesgesetze-macher und nicht Städtegesetzmacher sind.“


Und was ist dabei rausgekommen? Richtig, der Muttertag.


Ein Tag also, an dem die lieben Kinderlein Ihre Mütter mit selbstgemalten Bildern erfreuen. Bilder die bestimmt immer ganz gut gemeint sind, aber mit Atommüll die Gemeinsamkeit haben, dass man auch nicht recht weiß, wie man sie entsorgen kann.


Ein Tag an dem verzweifelte Väter versuchen, noch irgendeinen Platz in einer Absteige mit Aufwärmküche und überfordertem Personal zu ergattern.


Auch ein Tag der Kinderchöre, nein schlimmer ein Tag an dem Kinder unter ehrgeiziger Anleitung vorführen, warum es besser wäre, wenn Sie erst nach beendeter Stimmbildung singen würden; zumindest öffentlich. Wenn es ganz dumm läuft, kommen noch Blockflöten dazu…


Obwohl ich also, wie mancher ahnen mag, der Einrichtung des Muttertages mit einer gewissen Reserviertheit begegne, kann auch ich mich bisweilen nicht entziehen. Ich glaube sie hat es ganz gerne, wenn Sie die Ihrigen ein bisschen um sich scharen kann. Wie könnte ich da fehlen?


Außerdem kann man bei dieser Gelegenheit ja auch was kochen, oder noch besser grillen.


Weil an so einem Tag allerdings wirklich schon zuviel selbstgemachtes kursiert, grillen wir dem Liebling aller Mütter, dem Lafer, Johann nach. Der hatte am Tag der Arbeit (den wir vielleicht bei anderer Gelegenheit mal hier abhandeln) mit seinem Kumpel Calmund, Reiner im hiesigen Radio zum gemeinsamen Grillen aufgerufen.


Und das ist dabei rausgekommen:



Hühnchen mit gegrilltem Avocado-Kartoffelsalat:






Schollenfilet mit Spargel in Alufolie gegart und Radieschenvinaigrette:






Mit Malzbier mariniertes Roastbeef, Paprika-Salsa und gegrillte Süßkartoffel:






Gebrannte Vanillecrème vom Grill mit Rhabarber-Erdbeer-Ragout:





Kommentare:

  1. Ach wie schoen! Ich hatte diesmal das Lafergrillen verpassen muessen und bisher noch keine Gelegenheit bzw. Lust. Live ist's ja doch irgendwie spannender :)

    Danke fuer die Bilder also, sieht alles sehr gelungen aus!



    PS: Nix Tag der Arbeit. Schreib lieber eine Abhandlung ueber meinen Geburtstag. DER wird da naemlich gefeiert!

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  2. War bei Euch das Wetter wirklich so schön, wie die Bilder glauben lassen? Wir haben zum ersten Mal mitgegrillt. Allerdings kamen wir nach dem zweiten Gang ziemlich in Verzug, so dass wir den Rest ohne Johann und Calli bewältigen mussten. Die gegrillte Vanillecreme war für uns das Highlight.

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  3. Ich wusste garnicht, dass der Muttertag bundesgesetzlich festgelegt ist. Das Vagabundieren mit dem Leiterwagen auch? :o)

    Die Vanillecrème schaut schon ziemlich gebrannt aus.

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  4. Ich habe schon immer überlegt, welche Verrückten wohl mitmachen, wenn Lafer übers Radio zum Grillen aufruft. Jetzt weiß ich es und eigentlich hätte ich mir das aber auch sowas von denken können!
    Darf man da überhaupt mitmachen ohne Weber-Lafer-Edition? Und wieviele Grills braucht Calli um satt zu werden?

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  5. Haha, Arthurs Tochter! :)

    Ich find das immer herrlich. Allein am Tag vorher schon, wenn man all die Leute mit ausgedruckten Einkaufslisten durch die Märkte suchen sieht.
    Und dann die Vorstellung, dass zigtausende gleichzeitig mit mir das Fleisch aufn Grill werfen!
    Ich hab da wirklich Spass dran :)

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  6. Ich hab' ja zuerst gedacht, der Praktikant hat die brüllierte Vanillecrème auf dem Grill brülliert.

    Das schien mir dann doch mal eine echte Herausforderung zu sein. Aber es war ja schlussendlich "bloß" der Bunsenbrenner. :-))

    Aber wenn Du am Muttertag schon grillst, was machst Du am Vatertag?

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  7. @MatthiasH
    bestimmt auch grillen, aber dann nur ne deftige
    Wuäst mit Senf und diverse kühle blonde dazu ;o)

    @Gottfried
    ich bin dafür, dass jeder an "seinem" Ehrentag das mach, was ihm Spaß macht: die Mutter scharrt den Kreis der Lieben um sich (bzw. lässt sich scharren) und Papa geht an Vatertag mit seinesgleichen gröhlend mit Bolelrwagen durch die Heide.
    Und jetzt darfst du raten, warum es für den Mutetrtag eine geetzliche Grundlage gibt und für den Vatertag nicht ;o)))

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  8. Okay Heike; ich trag es ein: am 1.Mai 2012 Beitrag zu Deinem Geburtstag. Musst halt mit meiner Schreibe klarkommen.

    Und was diese Listen angeht: es war wohl in manchen Gegenden keine Scholle mehr zu bekommen.

    Linda, das Wetter war, entgegen einer gewissen Tradition, die es da zu geben scheint, dieses Mal ziemlich in Ordnung. Nur eine klitzekleiner Regeschauer, den wir beinahe hätten ignorieren können. Hätten wir auch, wenn wir was zum Glasabdecken gehabt hätten ;-)

    In Verzug kamen wir übrigens auch; aber erst ab dem Hauptgang; und das nur, weil keiner vom Essen aufstehen wollte um mal kurz die Süßkartoffeln auf den Rost zu legen. Aber wir mussten ja auch nicht in der Sendezeit fertig werden!

    Zur Vanillecreme, Frau Toni (lufthol) die ist n i c h t ziemlich gebrannt; die ist richtig! Wenn es gelingt, den Kindern die Blockflöte durch einen Brenner zu ersetzen, dann ist die Creme r i c h t i g !

    Liebe Astrid, Deinen Überlegungen, wer da mitmacht ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Obwohl ich auch diesbezüglich so eine Art Jungfrau war. Ich habe einen ISI aus der Lafereditschen; das genügt notfalls auch!

    Mathias, das ist eine ausgesprochen interessante Überlegung. Sag doch mal der Astrid, das geht nicht, vielleicht springt sie drauf an. Ich bleibe beim Brenner; bin halt ein Feigling.

    Und ich habe keine Ahnung, was ich am Vatertage mache, aber liebe Suse, Bier und Bollerwagen halte ich dann doch eher für unwahrscheinlich.

    Da weder Parfümerien noch Floristen einen Nutzen aus dem Vatertag ziehen, ist hier auch keine gesetzgeberische Relevanz gegeben.

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