Sonntag, 3. April 2011

Und jetzt kommst Du…




























Hat sie, gleichsam ultimativ aufgefordert.

„DU stellst mich vor. Also Du sagst einfach mal so frei von der Leber weg, wie Du einer fremden Person diesen Blog, Arthur und mich e
rklären und beschreiben würdest.“

„DU bin ich“ und sie ist Astrid; die Tochter Arthurs und das Weib von Pehpunkt.

Aber ich bin nicht so naiv, zu glauben, dass das geht. Und schon gar nicht als Kommentar. Astrid erklären? Unmöglich!

Außerdem kann das eh nur eine Momentaufnahme sein; weil im Grunde erfindet sie sich eh andauernd neu. So ganz am Anfang kam sie mal als „girlfrind-in-a-coma“ um die Ecke und erzählte bisweilen Geschichten, die eine Ahnung vermittelten, was einem dieser Namen sagen könnte.

Beste Voraussetzungen also für einen eigenen Blog. Aber nicht irgendeiner aus dem „Liebes-Tagebuch-Genre“ sondern so einer aus dem Hause „vermutlich-hat-sie-sich-klonen-lassen, weil-eine-alleine-kann-das-gar-nicht-sein“.

Ich frage mich zum Beispiel, wie sie es geschafft hat, das Studium von Photographie und russischer Literatur berufsbegleitend mit der Bloggerei zu vereinbaren. Und sie muss russische Literatur studiert haben; ergibt sich schlüssig aus der Länge ihrer Beiträge.

Vermutlich ist sie auch noch, Medienprofi und Schauspielerin, wobei sie bei letzterem durchaus mal die Rampensau gibt. Muss man ja auch können.

Neuerdings kann sie auch übers Wasser gehen. Wer es schafft, fastender weise einen Foodblogg zu unterhalten, muss übers Wasser gehen können.

Und wir waren dabei aufs köstlichste unterhalten; auch wenn es mal ein Eichhörnchen gekostet hat.















"Stärken /Schwächen" soll man noch reinschreiben in die Vorstellung, hat sie gemeint. Also eine ganz große Stärke von ihr ist ja das „Eventmanagement“; auf diesem Gebiet ist sie unerreicht.

Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass auch die Tochter Arthurs eine, wenn auch nur klitzekleine Schwäche hat. Ihre Rezepte sind einfach viel zu akkurat aufgeschrieben. Man möchte fast von „pedantisch“ schreiben.

Deshalb spendiere ich am Ende meiner Ausführungen ein Rezept für Lammbratwürste, das ich einfach mal so locker aufschreibe wie es Astrid auch mal lernen sollte:

Lammbratwürste
Schweinedarm (so viel wie man benötigt)
Knoblauchzehen nach Gusto
Koriandersaat aus dem Handgelenk
Pfefferkörner schwarz und in passender Menge
grobes Meersalz nicht zu viel und nicht zu wenig
getrocknete rote Chilischoten, je nach Schärfe
edelsüßes Paprikapulver, einiges!
Raz el Hanout und Harissa dass es eine würzige orientalische Schärfe bekommt
Fenchelsamen sorgfältig portioniert
Lammhackfleisch
Schweinehackfleisch ungefähr so viel wie vom Lamm und von beidem nach Appetit.
zerstoßene Eiswürfel

Den Schweinedarm musst Du gründlich wässern. Der Knoblauch darf gepellt und fein gehackt werden. Die Saaten und die Pfefferkörner werden besser, wenn Du sie kurz in einer Pfanne ohne Fett röstest.

Die Pfefferkörner, das Meersalz, die Saaten und die Chilischote müssen jetzt in einem Mörser sehr fein zerstoßen werden. Vermische das Ganze mit Paprikapulver, Raz el Hanout und Harissa.

Das Hackfleisch nun mit dem Knoblauch und den Gewürzen vermengen und die Hackmasse in einer Küchenmaschine mit den zerstoßenen Eiswürfeln kurz gut durchmixen, bis sich Fleisch und Eis verbunden haben.

Gut wäre, wenn die Fleischfarce zugedeckt mind. 30 Minuten kalt gestellt wird, geht aber auch so. Den Darm aus dem Wasser nehmen. Die Farce in einen Fleischwolf (oder ein Reisefleischwölfchen) mit Wurstaufsatz (oder notfalls Spritzbeutel mit großer Lochtülle) füllen. Nun den Darm von einer Öffnung aus tropfnass vollständig über die Spritztülle streifen und die Wurstmasse gemächlich in den Darm kurbeln.

Die Wurst mit einer Drehbewegung in gleich lange Stücke teilen. Dabei die Wurstenden etwas zusammendrücken und verdrehen; die Würste in den Zwischenräumen durchschneiden.

Die Würste mind. 30 Minuten kalt stellen, kann man aber auch lassen und gleich grillen und einen Feigensenf dazu essen.

Ach ja, übrigens hat die Abstimmung Superblogs2011 begonnen.

Kommentare:

  1. Mein Fleischwolf ist mindestens so schlecht wie deiner... eher wohl ein stumpfer Reisssssswolf. Ich habe jedoch inzwischen ein Forschungsprojekt "Heimkutter" gestartet und recherchiere, recherchiere... man muss immerhin auch noch Ziele für die Aufrüstung der Küchenausstattung haben.

    Übrigens: schöner hätte ich es auch nicht schreiben können.

    viele hanseatische Grüße
    Andreas

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  2. Mal abgesehen davon, dass das mit dem Gewinn des Buches nix werden kann, weil du den Einsendeschluss verpasst hast (ich wiederhole: Praktikanten halt!!), haste deine schreibersiche Aufgabe gut gemacht.
    Und dass die Lammbratwüste schmecken, kann ich sogar bestätigen, auch wenn die Zubereitsungszeit ins schier Unermessliche geht.

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  3. "auch wenn die Zubereitungszeit ins schier Unermessliche geht"

    Das muss man halt ehrlicherweise dazu sagen. Da kommen schonmal locker einige Stündchen zusammen. Ich habe da etwas von 17.00 h - 23.00 h im Kopf.
    Wichtig ist noch hervorzuheben, dass die Wurstdärme nicht einfach nur gewässert werden müssen. Sie müssen vielmehr in einer konspirativen Aktion auf einem dunklen Parkplatz im tiefen Rheinhessen am offenen (natürlich NICHT beleuchteten Kofferraum- sonst ist die Konsprirativität futsch) in einer kleinen Metzgertüte aus Süddeutschland verpackt, übergeben werden. Die vermummte Person in der dunklen Jacke mit Kapuze nimmt sie entgegen um dann in einem dunklen Busch damit zu verschwinden. Vielleicht hört man noch ein leises Motorengeräusch, allerdings ist das Zeichen der Konspirativität nicht zuletzt die völlige Lautlosigkeit.

    Ich dachte eigentlich, ich bin spachlos- naja, war ich auch...gelesen habe ich das nämlich schon vor 2 Stunden. Und das war jetzt eine lange Zeit für mich! :) Danke, lieber Gottfried!

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  4. Danke, lieber Praktikant, daß Du die Adventskalendergeschichte ausgegraben hast. Ich bin grad hin und weg. :D

    Ich hab noch nie Lammfleisch zubereitet (von Grillkoteletts mal abgesehen), vielleicht sollte ich mir Lammgehacktes besorgen? Ein Rezept für Hackbällchen habe ich ja jetzt. :)

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  5. Schreiben kann er ja, der Herr Praktikant, da beißt die Maus kein Faden ab. Und jetzt will ich endlich Lammbratwürste haben.

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  6. Oooch Andreas,

    so schlecht ist er gar nicht, mein Reisefleischwolf; vorausgesetzt man bleibt erstens im Hundertgrammbereich und hat zweitens mit dem Messer schon mal ordentlich vorgewolft. Vorsorglich kannst Du Dein Rechercheergebnis ja trotzdem mal mitteilen… Danke; auch dafür!

    Liebe Suse, die Zubereitungszeit wäre noch sehr viel unermesslicher geworden, wenn meine zauberhafte Assistentin nicht so vorzüglich vorgewolft hätte. (Okay, okay, gehe ja schon Archivaufräumen)

    Und der sprachlosen Astrid sei versichert, dass mir das auch schon mal bei Suse gelungen ist. Fast eine Nanosekunde lang!

    Hesting, die schicken mich ja dauernd Archivaufräumen; kann ich ja auch mal was ausgraben.

    Wenn Du mich weiterhin so lobst, Susa, dann besteche ich Dich mit Lammbratwürstchen satt!

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  7. *räusper* die zauberhafte Assistentin hätte da ein paar Anmerkungen:

    1. wenn man nicht rumtrietschelt und meint unbedingt vorher noch Käsewindbeutelchen für 30 Leute herzustellen, schafft man das auch vor 23 Uhr.

    2. Ist die Angabe von Hackfleisch so nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben. Das war eher Gulaschfleisch. Für den Fall dass man allerdings Hackfleisch verwendet kann man sich die zauberhafte Assistentin sparen.

    3. Kann ich dem Appell an Astrid nur unterstützen, die Dinge endlich mal ein wenig lockerer zu sehen und diesen Hang zur Pedanterie zu überdenken :o)

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  8. Solltet Ihr irgendwann mal ein entsprechendes Kursangebot haben "wie werde ich locker in 30 Tagen nach 180° C-Standard" - ich bin dabei! Mir ist auch klar, dass das nicht so weitergehen kann!

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  9. Ich bekenne mich ja schon schuldig, zur Ablenkung des Herrn Würstelmacher beigetragen zu haben. :D

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  10. Liebe Astrid, ohne den Herrn Celsius sehr gerne ;o)

    @Hestings: ich bitte doch sehr um Details. Damit wir wissen auf was wir das nächste mal ein Auge haben müssen. Er ist halt noch so leicht abzulenken...

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  11. @Toni:
    1. also gut, ich erhöhe auf zauberhafte und unglaublich Gutaussehende Assistentin.
    2. mit den Windbeutelchen dachte ich halt, dass die Leute schon mal was vorab zum Essen bekommen…
    3. Einfach kann jeder
    4. Stümmt!

    @Astrid: da hätte ich ein zweistufiges Seminar im Angebot:
    Für den Einstieg: „Luftbuchungen, wenn verwalten, dann einfach“
    Aufbauseminar: „Abschied nehmen; über das Entsorgen von Küchenwaagen und Messbechern“

    @Hesting: In Anbetracht der sehr angenehmen Ablenkungen hatte ich ja versucht, noch etwas mehr Zeit zu benötigen.

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  12. Toni: die Alternative wäre vermutlich, den Herrn allein in der Küche werkeln zu lassen, ohne ab und zu nachzuschauen, wie es ihm und seiner Arbeit geht. Ich fand's eigentlich ganz gut, daß das bei Astrid nicht möglich war. (Ich kann nämlich bei Parties kein Sitzfleisch entwickeln.)

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