Dienstag, 5. April 2011

Alte Schule

...oder Neudeutsch „Old School“. „Eine grundsätzliche Abgrenzung zu einer modernen Umsetzung, also new school (dt. Neue Schule); Old school bedeutet, dass etwas so wie früher ist oder gemacht wird. Der Begriff ist dabei in der Regel positiv konnotiert“, sagt Wikipedia.

Aha. 

Dieses mir bis dato unbekannte Wort möchte ich an dieser Stelle Fritz, der ungekrönten Königin der Wortneuschöpfungen im old school style widmen und nehme mir vor, den Begriff „konnotiert“ diese Woche noch zu verwenden.

Ich hab ja ein Faible dafür. Also für die alte Schule. Der Kochplattenteller hat ihr übrigens seinen Montag gewidmet. Für mich ist das Musik, Mode und Mobiliar der 50er und 60er. Schwärm! Und charmante Herren in schicken Anzügen mit guten Manieren. Und es hat irgendwie so was gemütliches heimeliges, oder? So was extravagant spießiges. So retro! Also so Tomatenfliegenpilze, Würstl im Schlafrock, Frikassee im Reisring, Boeuf Stroganoff, Käseigel und Toast Hawaii. Tiramisu ist noch nicht dabei, aber die Eisbombe. Mit Sterndlwerfer! für die Nichtbajuwaren: Wunderkerzen

Und mal so oldschoolköchetechnisch betrachtet: vor meiner Zeit aber indiskutabel, Clemens Wilmenrod, dann Paul Bocuse, der mir schon in jungen Jahren das Wort „voilà“ näher brachte und der Herr Siebeck, bei dem meine Mutter bei jeder Sendung betonte, dass sie ihn nicht mag. Wir haben trotzdem jede gesehen. Dem gegenüber steht vermutlich die new school der Fernsehköche, die bei mir eher negativ konnotiert ist. Ha!

Aber wie gesagt, ich mag ja old school und deswegen gibt’s seit sie mich bei Robert so angelacht haben Blätterteigpastetchen mit einer new school Füllung: Avocado, Granny Smith, Meerrettich und Räucherforelle.

Blätterteigpastetchen mit Avocado, Granny Smith, Meerrettich und Räucherforelle
Für 4 Personen als Häppchen

Feinster Blätterteig (mein Favorit das Rezept von Eline)
½ Granny Smith
¼ Avocado
½ Frühlingszwiebel
2 Zweige Dill
2 EL geschlagene Sahne
3 EL Joghurt
1 Spritzer Zitronensaft
1 TL Meerrettich
Salz, Pfeffer
1 geräuchertes Forellenfilet

Ofen auf 180° OU vorheizen.

Apfel, Avocado und Frühlingszwiebel in feinste Würfel schneiden und mit den restlichen Zutaten mischen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kalt stellen.

Den Blätterteig 3mm dünn ausrollen und in Quadrate 4x4 cm schneiden. Die Quadrate mit Eigelb bepinseln und jeweils 4 aufeinander stapeln. In der Mitte quadratisch einritzen. Dieses Innenquadrat kann man nach dem Backen rausnehmen und hat so richtig schicke Körbchen mit Deckel zur Folge.

Diese Körbchen abkühlen lassen, Deckel entnehmen, das ganze mit Dipp und Forelle füllen und mit einem Dillzweig und dem Deckelchen anrichten.

Und dazu geb ich Euch ne Runde Rotkäppchensekt aus! Neee, Späßle gmacht. Die Beweinung gibt's natürlich von susa

Voilà!



Kommentare:

  1. Oh, wie lecker! Schade nur, dass ich keinen selbstgemachten Blätterteig im TK habe. Der gekaufte schmeckt mir leider nicht mehr.

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  2. .... und das mitten in der Nacht
    .... und nein, ich stehe jetzt nicht auf und gehe in die Küche
    .... lecker!!! "SABBER"

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  3. Oh und sind die Kellen hüüübsch!! Die Pastetchen auch, bald hat der Männe Geburtstag und die Familie rückt an, da könnte ich das zum Begrüßungssektchen reichen.

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  4. Die alte Schule ist ja wieder total modern - man muss nur die kurzlebigen Tends einfach aussitzen!
    Schön gemachte Pastetchen. Wären jetzt ideal zu einem Sektfrühstück (statt Tee im Büro)

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  5. In deiner alten Schule würde ich mich auch wohlfühlen. Und das ist genau das old school rezept, wo sich bei mir der Blätterteigdeckel nie heben würde...Apfel und Avocado finde ich gewagt.

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  6. @nata: geht mir auch so, deswegen raff ich mich so 2x im Jahr auf und stell ihn auf Vorrat her.

    @kochundbackoase: danke :)!

    @Christina: ja gell, an den zweien konnte ich nicht vorbei. Allerdings sind die retro und nicht echt oldschool ;)

    @Eline: stimmt, irgendwann kommt alles wieder. Der Gedanke an ein Sektfrühstück statt Büro ist äußerst verlockend, seufz!

    @Ilse: ich hätte auch schwören können, dass das mit den Deckelchen nicht klappt. War mein Erstversuch. Ging aber 1a. Die Kombi aus Apfel, Avocado, Meerrettich und Frühlingszwiebel verträgt sich richtig gut.

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  7. Nachtrag: vielleicht sollte ich das eine Ingenieurin nicht fragen: Aber mir ist nicht klar, warum du den Teig so zusammensetzt: 3 mm hoch *4.
    Warum rollst du den Teig nicht nicht gleich 12 mm dick aus?

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  8. Eline, ich hab das aus irgendeinem Rezept für Pastetchen. Ich nehme an, dass durch die noch mal mehr Schichten, die so entstehen der Rand besser hoch geht. Wär aber mal ein Experiment wert.

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  9. Wirklich "old school"? Granny Smith ist doch eigentlich der große Liebling der "new school". Dabei ist es mir vollkommen unverständlich, warum diese Apfelsorte sooo "gepusht" wird. Oder sollte ich lieber sagen "hochgejubelt" wird...dass wäre dann wieder "Alte Schule". Aber ich höre schon auf, sonst bekomme ich den Stempel "Oberlehrer" :-)

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  10. Schreib ich doch, Andreas :). Blätterteiggeschichte old school, Füllung new school. Dis Säure vom Granny Smith fand ich hier einfach recht passend. Aber Du hast Recht, der wird momentan ein wenig überstrapaziert.

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  11. Retro-Rezepte sind sowieso schwer im Kommen - ähm, ich meine natürlich die Old School ...

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  12. Zum Thema Old School kann ich folgendes berichten:
    Ich musste arbeitsbedingt eine Gasleitung in einem Schulgebäude begutachten und hatte mich mit dem Hasumeister verabredet. Gewohneitsgemäß befinden sich die Gasleitungen im letzeten Winkel im Keller, zu dem man nur durch ein Labyrinth an Gängen und Türen gelangt. Der galante Hausmeister ging vor, hielt mir die Tür auf und ließ mich passieren, was ich wohlwollend mit den Worten "Oh, danke, alte Schule?!" kommentierte. Daraufhin er: " Och nö, so alt ist die noch gar nicht, das Gebäude ist aus den 80ern"...

    Nun ja, da gefallen mir deine Pastetchen doch viel besser als die Kombi aus Old-School-Hausmeister und New-school-Schule.
    Ich finde im Übrigen die eckige Form für die Pastetchen ausgesprochen hübsch, wobei Old school da eher die runde Variante mit geringeltem Rand wäre.

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  13. Die sind aber schon! Zu den 60ern gehört für mich noch Grand Prix gucken und Käseigel! Kartoffelsalat und Würstchen fällt mir auch noch ein!

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  14. So, so, emotionale Nebenbedeutung eines Wortes. Wie zum Beispiel Archiv, oder Archiv aufräumen? Wobei „extravagant spießig“ ja gleichsam einen ganzen Regenbogen von Konnotionen abbildet. Klingt ein bisschen nach „Du bleibst hier, und zwar sofort!“

    Und außerdem kann ich gar nicht verstehen, was Ihr alle gegen den allmählich zuwachsenden Tim habt. Und ob der überhaupt Neue Schule ist, oder nur New School Style?

    Und was ist mit der Neuen Frankfurter Schule?

    Ich schweife ab…

    Zur Vermeidung wende ich mich den wirklich sehr schönen Blätterteigpastetchen zu, bei denen ich auch finde, dass der tatsächlich fast unvermeidliche Granny Smith die richtige Besetzung ist.

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  15. @Petra: genau!

    @Suse: grins* die Szene seh ich jetzt direkt bildlich vor mir :). Die eckige Form hat zusätzlich den Vorteil, dass man keinen Verschnitt hat.

    @petra: echt, Grand Prix schon in den 60ern? Da gab's mich noch garnicht.

    @Gottfried: Soso, kaum gewinnt der Herr Praktikant einen Preis, hat er schon Oberwasser. Ok, es handelt sich immerhin im den Ehrenpreis der Arthurs Tochter kocht Jury. Trotzdem!

    Du bleibst hier, und zwar sofort! gefällt mir. Und ich nehme mir vor, das die nächsten Tage mal anzuwenden :o)

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  16. @Toni
    das ist mir, alter Geometriehäsin und Integralspezialistin, natürlich sonnenklar :o)

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  17. Ich hab's gelesen und ist doch schon so lange her. "konnotiert" werde ich mir merken. Vielen lieben Dank für die Widmung!

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