Freitag, 18. März 2011

susa am Freitag ..... 2009 Saar Riesling, Van Volxem


Die digitalen Medien haben uns fest im Griff. Die Frage, wie wir früher ohne Google, Wikipedia, Rezeptseiten oder wer-weiß-was überleben konnten, ist nur noch rein theoretischer Natur. Früher hab ich gerne im Großen Brockhaus geschmökert. In jedem gut bürgerlichen Haushalt stand ein mindestens fünfbändiges Konversationslexikon und wenn man wissen wollte, wie die Hauptstadt von Kasachstan heißt, dann griff man zum einschlägigen Band und hangelte sich über die vielen Querverweise, bis man am Ende nicht mehr wusste, wonach man eigentlich gesucht hatte. Vor einem lag ein Stapel ledereingebundener Bücher und Muttern meinte trocken, nun könne man die restlichen drei auch noch aus dem Regal nehmen und mal ordentlich Staubwischen, und wenn man dann schon mal dabei sei .....

So etwas kann einem im Internet natürlich nicht passieren, aber auch hier klickt man sich vom Hölzchen auf's Stöckchen und verläuft sich noch mehr, immer öfter begleitet von individuell zugeschnittenen Werbe-Anzeigen. Ich frage mich, wer da die Suchroutinen programmiert, ich habe beispielsweise bei der Suche nach der Friedhofssatzung der Stadt Bonn eine Anzeige für eine Partner-Vermittlungsseite eingeblendet bekommen. Auch die Verknüpfung von Dampfgarer und Businessmode ist mir noch nicht ganz schlüssig.

Heute wollte ich eigentlich die Geschichte derer Van Volxem erkunden, insbesondere den Namensursprung, aber da ist dann leider nix draus geworden, abgesehen von einem Irrweg über einen belgischen Eishockeyspieler kam ich vom Rheinland-pfälzischen Landtag von 1950undetwas auf das Hare-Niemeyer-Verfahren, das Alabama-Paradoxon und letztendlich auf den Wahlspruch des US-Bundesstaates Alabama "Audemus jura nostra defendere" (wir wagen es, unser Recht zu verteidigen). Klingt irgendwie nach einem Vorwand, ohne lästige Rückfragen jemandem eins überzubraten.

Und jetzt drängt die Zeit, es ist Freitag und Freitag ist Wein-Tag. Und es gibt schon wieder Riesling.


2009 Saar Riesling QbA Van Volxem, Mosel °°

Saar Riesling? Mosel? Das wäre ja ungefähr so als ob man eine Aachener Printe aus Köln anbieten würde. Aber die Wege des Weingesetzes sind unergründlich und was früher einmal wesentlich aufschlussreicher Mosel-Saar-Ruwer hieß, heißt heute summarisch Mosel, das ließe sich international besser vermarkten. Na gut, wenn's für 'nen guten Zweck ist. In den USA habe ich in der Tat öfters mal "German wines – strange name wines" gehört.

Der Riesling, obwohl im Gewand einer einfachen QbA daher kommend, spielt durchaus bei den Großen mit. Von zarten Blassgelb im Glas und mit einem wunderbar feinen und doch vielschichtigen Duft nach Kernobst, exotischen Früchten, intensiven Gewürzen und frischem Gemüse; am Gaumen saftig und schmelzig, harmonisch, frische Säure, nachhaltig, kräftige Schiefer-Mineralik wie bei allen Van Volxems, und ein langer wenn auch nicht überlanger Abgang.

Alles in allem ein Einstiegswein der ganz besonderen Klasse. Er benötigt durchaus etwas Luft und muss auch nicht zwingend in den ersten zwei oder drei Jahren weg getrunken werden.

Und wer mal Lust auf Wein im Internet verspürt, aber ohne viele Worte, der schaue sich die Homepage des Hauses an. Ich bin übrigens ein ausgesprochener Fan des reizenden pausbäckigen Nachwuchses des Hauses.

Prost!

Kommentare:

  1. Der 2009er ist herrlich. Obwohl ich mir den Saar Riesling manchmal sogar noch etwas leichter wünschen würde. Saartypischer halt.
    Mit den 2-3 Jahren hast du völlig Recht ,die meisten Rieslinge werden einfach viel zu Jung getrunken.

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  2. Der wird hier auch ausgesprochen gerne getrunken :-)

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  3. Derzeit ist er etwas verschlossen. Ich glaube, er wartet auf den ersten Frühlingstag auf der Seeterrasse.

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  4. Auch einer meiner Lieblingsweine. Aber 2, 3 Jahre warten? - Puh, da müsste man ihn schon sehr gut vor mir verstecken ...

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  5. Ich glaube, man kann die Historie des Gutes aussen vor lassen; einziges Datum, das man sich wirklich merken muss: 2000. Da kauft Roman Niewo van Volxem, dessen eigentliche Geschichte erst jetzt beginnt.

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  6. Alle kennen den...natürlich. Und dann komme ich daher und muss kleinlaut zugeben, dass ich vond em Weingut schon soooo viel gehört aber noch nie etwas getrunken ahbe.
    Das muss ich anchholen. Und bei der Preiskategorie bietet sich der von dir vorgestellte natürlich sehr gut an.

    PS: Wieso schreibst du eigentlich nicht in Verdana? :o)

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  7. schnippschnippschnipp!!! ICH hab den auch schon. Jawohl. Seit dem Kellerstandard!

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  8. Achso, die Zeiten ohne www und ppt Präsentation kenn ich noch aus der Abizeit. Jetzt schöpf ich natürlich aus dem Vollen :). Letztendlich läuft's aber doch auf's gleich raus. Quellen finden, richtig interpretieren, verarbeiten und zitieren. Insofern ist doch fast alles beim alten ;)

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  9. Dazu kann ich nur sagen : time goes by!! Ich kenne noch den richtigen Herrn van Volxem.

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  10. wie der letzte Kommentar :-) liebe Grüße

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  11. Von dem hab ich inzwischen soviel gelesen, jetzt muss er dran glauben!

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  12. Suse, du bist nicht alleine. Gehört, gelesen habe ich auch schon viel, aber den Wein auch noch nicht getrunken. Jetzt wird's Zeit, dass ich mein Wandergebiet ausdehne.

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  13. „Van Volxem? Das ist doch dieses Modeweingut in Wittlingen. Deutscher Nachfahre vom Chateau Bonnet.“ So in etwa waren geraume Zeit meine Gedanken, bis, ja bis ich diesen Riesling (bevorzugt „alte Reben“) im Glas hatte.

    Ich finde, man sollte solche Vorurteile pflegen; dann ist der AHA-Effekt umso schöner.

    Guter Tipp übrigens mit der Heimatseite; und man bekommt über den pausbäckigen Nachwuchs hinaus auch noch anderes Nettes geboten.

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  14. Die Heimatseite ist echt ein guter Tipp. Lässt Bilder sprechen. Schön!

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