Sonntag, 21. November 2010

(K)Eintopf


Endlich Herbst, endlich kalt, endlich Schmuddelwetter (OK, mal abgesehen von einem einzelnen Ausnahmetag in München,) endlich Suppenzeit! Und damit meine ich nicht die Essenzen oder die feinen Schaumsüppchen, die man extra im Rahmen eines mehrgängigen Menüs kredenzt, weil man davon allein im Leben nicht satt werden kann. Neeeee, ich spreche von was Handfestem, das von innen wärmt, rundum beseelt und zufrieden macht, quasi warmes Wetter von innen.
Im Moment stehen die Sterne noch günstig dafür, denn im Moment stürzen wir uns gern auf Wirsing, Rotkohl, Grünkohl und Co., weil man einen schier endlosen Frühling und quälenden Sommer warten musste, bis dieses Gemüse wieder zu haben ist. Dass man aber spätestens Mitte Januar dieses kohllastigen Angebotes überdrüssig ist und sehnsüchtig auf die zarten Frühlingsboten wartet, die uns von diesem muffigen, deftigen Einheitsbrei erlösen, daran denken wir erstmal noch nicht, denn jetzt ist schließlich Herbst.
Ein sehr typischen Eintopfgemüse, zumindest hier im Norden, ist die Steckrübe, die wir uns mit den Kühen, Pferden und Schweinen teilen müssen, da sie nämlich zugleich Menschen- und Tierfutter ist. Find ich jetzt aber nicht weiter schlimm, ich muss ja nicht mit den Vierbeinern an einem Tisch sitzen.
Mittlerweile mag ich sie nämlich recht gern, die leicht süßliche, kohlige Rübe und bereite sie gern zu, womit ich wieder zurück zum Ausgangspunkt komme, nämlich zur Suppe.


Die Steckrübe schreit aufgrund ihres hohen Stärkegehaltes förmlich danach, dass man sie pürriert und mit weiteren Ingredienzen zu einem schmackhaften Ganzen vereint. Sämtliche Geschmacksgeber haben ihren Anteil an dem Aroma der sämigen, sättigenden, aber nicht pappigen Speise. Gemüsewürfel und ein paar Scheibchen Wurst oder Fleischwürfel müssen dazu, denn etwas zu Beißen muss sein, auf die andere Variante komm ich dann in dreißig bis vierzig Jahren nochmal drauf zurück :o)

Und hier nun also das Rezept:

Cremige Steckrübensuppe zum Sattessen

1 Steckrübe, ca 1 kg schwer
je 150 g Karotten, Pastinaken, Petersilienwurzel
2 Schalotte
1,5 l Fleischfond
3 Zweige Thymian
1/2 Lorbeerblatt
Salz, Kreuzkümmel, Pfeffer
Zitronensaft

Einlage:
150g Kartoffeln
150g Karotten
Gemüsebrühe aus Brühwürfelpulver
4 Kochwürste
Blattpetersilie

Steckrübe schälen, 1/3 zur Seite legen für die Einlage, Rest würfeln. Übriges Gemüse für die Suppe ebenfalls schälen, würfeln und in einem Topf geben. Fleischbrühe angießen, Kräuter zugeben, salzen und zum Kochen bringen. Wenn alles schön weich ist, Suppe gut durchpürrieren.
Während die Suppe köchelt, das Gemüse für die Einlage gleichmäßig würfeln, Kantenlänge ca 5 mm, und in Wasser mit Gemüsebrühwurfelpulver nicht zu weich garen. Wurst in Scheiben schneiden.
Suppe mit Salz, Pfeffer, gemahlenem Kreuzkümmel und Zitronensaft abschmecken, Gemüsewürfel und Wurstscheiben zugeben und bis zum Servieren durchziehen lassen.


Auch wenn es sich hierbei ausdrücklich nicht um einen Eintopf nach MEINEM Verständnis handelt, so schmeckt auch diese Suppe nochmal so gut, wenn sie wieder aufgewärmt wird.


Und wer nun doch lieber für das leichte Schaumsüppchen ist, der kann den Gemüseanteil reduzieren, Sahne zugeben und etwas geräucherten Saibling zugeben, auch wirklich sehr fein. Oder wie wäre es mit einer feinen Steckrübenmousse?

Kommentare:

  1. Sieht nach einem lecker Süppchen aus. Endlich weiß ich jetzt, wie "swedes" auf deutsch heißen! in England gehören die zum traditionellen Winteressen, auch lecker mit Kartoffeln gemischt als Püree.

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  2. Du sagst es, ich warte auch den ganzen Sommer auf Wintergemüse, das ist einfach mein Liebstes. Und so dicke Suppen mit deftiger Einlage sind so schön heimelig... hach!

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  3. HMMMMMMM, Steckrübe! So verkannt und doch sooooo lecker! Wäre mir heute liebr gewesen als meine Katastrophe!!!
    Schönen Abend noch, Sandra!

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  4. Die unentdeckte dicke Schönheit vom Land. Schön, dass es auch noch andere Menschen gibt, die sich hierfür erwärmen können. Da fällt mir gerade ein, dass ich noch den Fasan auf Linsen-Steckrüben-Gemüse gepostet habe... na dann mal los.

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  5. Steckrübensuppe verträgt auch gut ne Prise Zimt.

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  6. vor ein paar Tagen noch davor gestanden und überlegt, eine Suppe draus zu kochen. Das habe ich nämlich noch nie gemacht. Danke fürs Rezept!
    Und ich setze mich gerne mit Vierbeinern an den Tisch. Allerdings esse ich sie auf. :)

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  7. @365 Tage
    Als Pürree kenn ich es auch, mit Speck-Zweiebel-Szippe und Kassler, mhhhhhh

    @Christina
    echt, oder? wer braucht schon Spargel, reife Tomaten, aromatische Gurken... :o)

    @Frau Kampi
    Katastrophe? Oh je, das klingt gar nicht gut.

    @Andreas
    oh wie nett beschrieben :o)
    Steckrüben-Linsen-gemüse? Hast du das schon gepostet oder kommt das erst noch?

    @Freundin des guten Geschmacks
    Ich muss mich wundern, wie viele diese verkannte Knolle doch mögen.

    @Schnick Schnack Schnuck
    Zimt? Ja, das passt bestimmt auch, geht ja auch in die orientalische Richtung. Das merk ich mir für die nächste Rübe.

    @AT
    in dem von dir beschriebenen Fall LIEGEN die Vierbeiner meistens am Tisch...und in der Regel auch nicht in vollständiger Ausdehnung, menno, wie gemein ;o)

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  8. @Astrid „Abklatsch“

    Es wurde wirklich höchste Zeit für den Hinweis auf die Novembervorzüge. Die ja in Küche und Keller offensichtlich sind; und *grübel* gibt es im November denn nicht auch so einen „Küchengöttinnentag“?

    Die Suppe gefällt mir; wird so nachgebaut.

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  9. Steckrübe hab ich echt noch nie gegessen, sollte ich mal nachholen. Wieso ist man eigentlich der Winterküche irgendwann überdrüssig? Mit der Sommerküche geht mir das nicht so. Abwechslungsreich können sie ja beide sein.

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  10. @Gottfried
    ich sachs ja, noch ist man ganz euphorisch wegen der bevorstehenden Winterküche, wir sprechen uns Mitte Februar nochmal ;o)

    @Toni
    noch nie? Manmanman, dann wird es aber echt mal Zeit...aber nicht schümpfen, wenns dir nicht schmeckt.
    Vielleicht wird man der Winterküche eher überdrüssig, weil die Saison für fast alle Sachen von November bis März geht. Der Sommer/Herbst bietet aufgrund der oft kurzen Saisonzeiten über die Monate schon mehr Abwechslung.

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  11. Steckrüben habe ich nie gemocht. Hier im Norden wurden sie zu so einem merkwürdigen Eintopf gekocht. Erst als ich sie das erste Mal gratiniert wie Kartoffelgratin probiert habe, wurden wir Freunde....

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  12. @Suse: kommt noch... erst musste mal der Hase raus :-)

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  13. Ich habe auch noch nie Steckrüben gegessen. Die gibt es bei uns in der Gegend auch nicht als Gemüse zu kaufen. Meine Eltern haben früher Futterrüben angebaut, die waren allerdings länglich und im Herbst haben wir daraus Rübengeister geschnitzt. Geht der Geschmack in Richtung Kürbis? Versuchen wollen würde ich es auf jeden Fall, so appetitlich wie die Suppe aussieht.

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  14. Genau das richtige für mich, um mich und meine kalten Füsse aufzuwärmen!

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  15. Ich LIEBE Steckrüben, muss ich dringend auch mal wieder machen. Tolle Fotos!

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