Sonntag, 19. September 2010

O’zapft is!


München Theresienwiese, Samstag 18. September, 12 Uhr. Mit zwei Schlägen zapft OB Christian Ude das erste Fass an und eröffnet damit die 177ste Wiesn. An dieser Stelle ein kurze Anmerkung zum Thema Fass. Bier aus dem Holzfass gibt’s auf der Wiesn nur noch von der Augustiner Brauerei. Also ihr wisst, wo ihr mich findet. 
Ach und ihr meint, Herr Toni und ich, also wir zwei Wahnsinnigen waren beim Wiesnanstich dabei? Vergesst es! Das tun wir uns nicht mehr an. Das war mal. Da hatten wir noch mit Bekannten einen Platz in einer Box in der Bräurosl. Da haben wir gemütlich um 11 Uhr mit mitgebrachter Brotzeit unsere Plätze eingenommen, zünftig gefrühstückt und dann um 12 den Anstich gefeiert. Irgendwann hat sich das zerschlagen und wir waren schon um 9 da, um einen Platz zu ergattern. Dann wie gehabt die Brotzeit… Hat schon noch gepasst. Aber auf einmal musste man schon um 8 da sein, konnte auch keine Brotzeit mehr mitbringen (also konnte schon, wurde dann aber des Zeltes verwiesen) und hat 4 Stunden bei ziemlich unguter Stimmung die zwölf Böllerschüsse und den Anstich abgewartet. Das haben wir genau einmal mit gemacht. Als Münchner Kindl kann ich mich der Wiesn aber einfach nicht entziehen und es gibt sie auch noch, die wunderbar g’miatlichen Momente. Davon demnächst mehr…


Aber zurück. München, 18. September, 12.01 Uhr. Blauweißer Himmel, wie bestellt. OB Ude überreicht dem Ministerpräsidenten die erste Maß. Herr Toni und ich sitzen im fast leeren Hirschgarten - einem der größten und wie ich finde schönsten Biergärten Münchens - vor einer frisch gezapften solchen und genießen die Herbstsonne.

So langsam trudeln ein paar mehr Besucher ein. Auch hier merkt man, das Publikum in München ist grad ein wenig internationaler. Gegenüber eine Gruppe Nordlichter ;), am Nebentisch wird der Steckerlfisch mit Sojasauce nachgewürzt und mit Stäbchen verspeist und ein Trupp Amis mit „original“ bayerischen Hüten sucht in unserer Nachbarschaft ebenfalls einen Platz in der Sonne. 

Ein wenig unsicher spült eine Gruppe Asiaten ihre gebrauchten Bierkrüge im Wasserbecken aus, das eigentlich dafür gedacht ist, die Bierkrüge vor dem Befüllen vom Staub zu befreien. Woher sollen sie’s auch wissen… 

Stilecht spielt eine Blaskapelle im Hintergrund – wozu eigentlich auf die Wiesn gehn?


Ok, ein wenig wehmütig bin ich schon. Jetzt bei dem schönen Wetter über die Wiesn bummeln, Kettenkarussell fahren, die neuste „Dirndlmode“ begutachten und sich mit ein paar Japanern für’s Familienalbum ablichten lassen ;)…

Aber sie läuft ja nicht weg. Wir freuen uns schon auf die Mittagswiesn unter der Woche und den letzten Tag, wenn die meisten Touristen abgereist, viele schon Wiesn müde sind und die Münchner einen ruhigen Abschluss genießen.

Und für’s Wiesngefühl gibt’s heute abend einen Schweinzi für zwei. Schäufele (der Metzger Moser ist wieder da!) mit Kartoffelnknödeln und Biersauce - jaja, auch Franken gehört zu Bayern ;)



Kommentare:

  1. Ich bin dafür, dass ein alternative Wiesn, eine neue wahre Wiesn ins Leben gerufen wird :-) der Hrischgarten wäre der ideale Platz dafür, aber wahrscheinlich nur im ersten Jahr...

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  2. Lasst's Euch das Bier schmecken - auf der Wies'n oder sonstwo :-)

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  3. Heißt es jetzt Kartoffelnknödeln oder Kartoffelknödel? ;-)
    Egal, ich bin ja schon begeistert, wenn Oberbayern ein Wiesngefühl mit dem fränkischen Nationalgericht bekommt! Das ich das erleben darf! ;-)

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  4. @Andreas: die alternative Wiesn gibt's dieses Jahr sogar. Anlässlich des 200 jährigem Jubiläums der Hochzeit von Therese und Ludwig wurde eine historische Wiesn mit alten Fahrgeschäften aufgebaut. Da gibt's auch keine Spaßmusik, sondern u.a. Auftritte von den Biermöslblasn. Da bin ich schon gespannt drauf. Aber ich geh wenn dann eh unter der Woche mittags. Da ist es schön ruhig.

    @Petra: danke! Machen wir :)

    @Peter: wenn Du jetzt noch die Anzahl Weinflaschen im Bocksbeutel in meinem Keller sehen könntest... Schäufele ist einfach ein super Stück Fleisch für Schweinebraten :)

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  5. Die Wiesn früher! Da haben sich meine Eltern und Freunde am Eröffnungssamstag immer im Augustiner getroffen. Zwei Tische gleich neben der Blasmusik hatte die Bedienung freigehalten, die irgendeiner vom seinem Stammtisch kannte. Und wir Kinder? Wir haben erst mal Geld gesammelt. Die Junggesellen unter den Spezeln meiner Eltern waren da immer besonders spendabel. Und dann sind wir losgezogen, ohne Aufsicht. Heutzutage undenkbar!

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  6. ...und dann kommen auch noch die Kölner und nehmen nen Punkt mit! Nix ist mehr so wie´s war...

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  7. @Fritz: schon schade. Der Sohn eines Kollegen war am Samstag schon um 6 Uhr draußen, um einen Platz zu ergattern. Da hat der Spaß doch ein Loch.

    @Claus: menno, musst Du den Finger in die Wunde… Das wird schon wieder :)

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  8. ja aber hallo, Toni - für so alt hätte ich dich garnicht gehalten, dass du dich noch an eine gemütliche Wiesn erinnern kannst!

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  9. @Ilse: jetzt grübel ich grad, für wie alt Du mich absofort hälst. Unter der Woche mittags find ich's auch heute noch gemütlich :).

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  10. Ich geh auch nicht mehr gerne auf die Wiesn. Viel zu laut und zu voll. Das macht echt keinen Spaß mehr. Im Biergarten ist es doch viel gemütlicher - da stimme ich voll und ganz mit Dir überein :-) An die Zeiten früher kann ich mich auch noch gut erinnern - wie Fritz haben wir Geld bekommen und sind alleine rumgelaufen (mit 10 und 12 Jahren!) Wirklich undenkbar heutzutage...

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  11. Schöne Bilder, schönes Bratl!
    Zur Oktoberfestzeit mache ich keine geschäftlichen Termine in München, denn dann ist der Bahnhof eine NoGo-Zone.
    Wenn aber Toni und andere hier schildern, dass das Oktoberfest auch andere, schöne Seiten hat (hatte?), freut mich das.
    Den schönen Hirschgarten samt Bier habe ich in bester Erinnerung aus meiner Ferialarbeitszeit bei Siemens.

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  12. @Andrea: alleine los durften wir nicht mehr. Vor dem Attentat waren wir noch zu klein, danach waren wir ein paar Jahre nicht mehr auf der Wiesn. Jetzt kann die Ilse noch mal rechnen ;)

    @Eline: die gibt's schon noch, aber nicht am Abend und nicht an den Wochenenden. Wenn ich's mal unter der Woche mittags aus der Arbeit wegschaffe, verblogg ich das demnächst mal

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  13. Hehe, jetzt wollte ich gerade schon lospoltern, was denn unser urbadisches Schäufele mit Franken zu tun hat - habe dann aber ganz schnell die Luft angehalten, nachdem ich mich mal wieder schlau gegoogelt habe: Fränkisches Schäufele gibt´s ja tatsächlich! ;-))

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  14. Hischgarten? War ich da auch schon oder wurde der mir bislang etwa vorenthalten und zwar aus dem einzigen Grund, sich nicht mit den bekloppten Norddeutschen zu blamieren, die das Wasserbecken zum Gläserspülen leer trinken, ein KLEINES PILS bestellen und und fragen, ob das Bier denn auch aus dem Barrique sei...

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  15. Siehste, Suse, das wollte ich meine persönliche Referenzmünchnerin auch fragen ... Toni, nicht Du ... auf der Wiesn war ich jetzt zweimal und muss sagen, naja, kann man, muss man nicht ...
    Aber Danke für den Biergartentipp!!!

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  16. @Tin
    mich beschleicht der begründete Verdacht, dass wir Nichtbajuwaren aufs Übelste gemobbt werden, uuuuääääääää!!!!!!

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  17. @Suse: Liebelein, Du warst im Augustinerbiergarten, das ist auch ein sehr schöner Biergarten. Und wenn ihr das nächste mal zu Biergarten tauglicher Jahreszeit kommt gehen wir in den Hirschgarten. Also nix da Mobbing. Ich steh doch zu meinen Lieblingsmuschelschubbsern :o)

    @Tin: mittags ist es eigentlich ganz gemütlich und wo bekommt man sonst so eine Auswahl kurioser Bekleidungen zu sehen. Da braucht man garnicht in die Geisterbahn um sich zu gruseln :o)

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  18. Schäufele ist schon lecker; aber im Zweifel halte ich es da mit Christina und dem Badischen.

    Und auf dem Oktoberfest war ich auch schon mal; als kgl. bay. Wiesnauscheider. Ist jetzt aber auch schon ein paar Tage her…

    Habe mich vom Gedanken an Alternativen inspirieren lassen und werde am Montag auf das landwirtschaftliche Hauptfest gehen.

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  19. Oh! Jetzt hätte ich doch beinah die Christina überlesen. Danke Gottfried! Das es ein badisches Schäufele gibt wusste ich noch garnicht. Wieder was gelernt.

    @Gottfried: echt, Du warst als Ausscheider auf der Wiesn? Staun! Das sind ja Seiten an Dir, die kenn ich garnicht. Hast Du dann auch so nen tollen Pulli zum Unterschreiben angehabt? :o)

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  20. Hach, ich beneide Euch ja schon um die schönen Biergärten, die sind einfach toll in Bayern und auch in Franken :-) Bei der Wiesn war ich auch schon mal, ich fands halt riesig, ich glaub da muss man sich langsam herantasten. Freunde von uns wohnen in Rosenheim und wir waren schon häufiger auf dem Rosenheimer Herbstfest, da ist es auch schön.

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  21. Isi, nachdem ich jetzt schon mal auf der Wiesn war (Mittags unter der Woche) und es dieses Jahr einfach furchtbar voll ist, ist man glaub ich auf dem Rosenheimer Herbstfest besser aufgehoben.

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