Samstag, 10. April 2010

Aufbauarbeit

Tja, was kann darauf die kulinarische Steigerung sein? Oder zumindest eine angemessene Fortsetzung. Nix! Das versuch ich erst gar nicht, da heißt es ganz von vorne anfangen und erst mal Basisarbeit leisten. 
Basis für gutes Essen sind gute Zutaten und die Herstellung letzterer erfordert optimale Bedingungen und genau DA setz ich jetzt an.

Die Gemeinde der Foodblogger hat sich diesen Sommer die Chilizucht auf die Blogfahne geschrieben. Und gesenkten Hauptes muss sich 180° an dieser Stelle zur absoluten Chililosigkeit bekennen. 
Aber nicht dass ihr meint, wir wären vollkommen untätig. Nein! Mit fürsorglicher Gärtnerinnenleidenschaft werde ich diese Saison 8 Sorten Tomatenpflanzen großziehen. Letztes Jahr hat mir der feuchtwarme Sommer und das zu enge Plastikhaus einen Großteil der Ernte dahingerafft. Und damit mir das dieses Jahr nicht noch mal passiert, steht der Bau eines richtigen Tomatenhauses auf dem Programm.

Aber erst mal gibt’s ein ordentliches Frühstück

Die künftigen Bewohner befinden sich derzeit noch zur Untermiete im Zwischenraum unserer Altbaudoppelglasfenster (die ausstehende Miete wird hoffentlich in Form reichlicher Ernte beglichen) und sind seit letztem mal ein ordentliches Stück gewachsen. Mit Elines, Petras und Miliways Chilis können sie allerdings noch nicht konkurrieren. Da haben auch viele strenge Blicke bisher nix geholfen ;)…


Und auch das Tomatenhaus, das Anfang Mai bezugsfertig sein soll, hat Formen angenommen und erfüllt zumindest seinen eigentlichen Zweck: Regen abhalten. 
Ansonsten ist es bisher ziemlich funktionell, ja ich möchte sogar sagen scheußlich. Da muss mit Farbe und Zierleisten noch ordentlich optisch nachgebessert werden. Und auch die greislige wenig ansprechende Thujenhecke im Hintergrund gilt es zu kaschieren. Aber da bis Anfang Mai noch etwas Zeit ist und ich auch mal wieder was Kochen will, wird das auf nächstes Wochenende verschoben...


Hier erst mal das Rezept für 
1 Tomatenhaus in der 180° Basisausstattung ( LxBxH: 3x1,16x2m)

Fundament
2 Säcke Fertigzement à 40 kg
Holzverschalungen 20x20x10cm

Gerüst
Balken, Stärke 60x80mm:
4 x 3m
3 x 1m
2 x 1,80m
3 x 1,60m
ca. 20 Winkel
2 Bretter, die irgendwo rumliegen und nicht gebraucht werden. Länge 1,16m Breite ca. 10 -20cm

Dachkonstruktion
Kunststoffwellendach 3,20m x 1,50m
100 Abstandshalter Sinus 76 /18
Dachlatten 30x50mm
4 x 3,20m
5 x 1,50m
viele Spenglerschrauben
und noch mehr Holzschrauben

Bauanleitung Tomatenhaus
Als routinierte Hobbykochbastler haben wir bereits die Fundamente vorbereitet. Die im geplanten Abstand gegrabenen Löcher und mittels Schnurgerüst und Schlauchwaage exakt ausgerichteten Holzverschalungen wurden mit dem nach Packungsanweisung angerührten Fertigzement ausgegossen. Um größtmögliche Genauigkeit zu erzielen machen wir uns hier das Prinzip der kommunizierenden Röhren zu Nutze. Ich hoffe doch ganz zur Freude von AT. Die Fundamente härten ein paar Tage aus, dann werden die Schalungen entfernt.

Die Bauaufsicht

Jetzt geht’s an die Bodenkonstruktion. Dafür die 2 Balken à 3m und die 3 à 1m mit langen Schrauben oder Winkeln zu einem Rahmen verschrauben. In die Betonfundamente 10er Löcher bohren, Dübel einsetzen, Balken vorbohren und die Bodenkonstruktion mit den Fundamenten verschrauben.


Weiter geht’s mit dem Aufbau. Für die Vorderseite werden jetzt die 1,80m Balken und für die Rückseite die 1,60m Balken mit den Winkeln auf die Bodenkonstruktion geschraubt und jeweils mit den 3m Querbalken verbunden.
Und jetzt kommen auch die Bretter, die irgendwo rum liegen zum Einsatz.
Weil wir noch nicht wissen, wie die Seiten des Häuschens gestaltet werden, schrauben wir sie rechts und links zur Stabilisierung der ganzen Konstruktion ;o).

Schaut doch schon ganz solide aus!

Das Dach. Das Kunststoffwellendach mittels Abstandshaltern auf 4 lange quer liegenden Dachlatten schrauben, auf diese Leisten werden jetzt senkrecht 4 kurze Leisten geschraubt, auf das Balkengestell auflegen und ausrichten, anschrauben. Fertig! 

Die ganze Aktion klappt natürlich wie am Schnürchen! Kein Vermessen und falsches Zuschneiden, der Akku des Schraubers ist selbstverständlich immer geladen, das benötigte Material ist vollständig, so dass man nicht am Ostersamstag nochmal schnell in den Baumarkt muss und es herrscht auch keine Uneinigkeit zwischen den agierenden Tomatenhausbauern, wie das Projekt anzugehen ist. Logischerweise muss auch nicht improvisiert werden. Niemals! Die Realisierung exakter Winkel brauche ich nicht extra erwähnen.

Jetzt fehlt noch: der Boden, die Seitenteile, eine deutliche optische Verbesserung und natürlich die Tomatenpflanzen!




Kommentare:

  1. Eigenartig, wo immer man im Garten werkelt, stellt sich ein Rotbrüstchen ein, das aufmerksam zuschaut.

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  2. Damit werde ich mich in naher Zukunft wohl auch genauer auseinandersetzen. Vorher sanieren wir aber der Omma ihr Kleingartenhäuschen.

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  3. Oh Mann, hier riechts verdammt nach Arbeit. Bin dann mal weg...

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  4. Ich bewundere alle, die die Anzucht ihrer Setzlinge selbst vornehmen. Ich hätte da nicht die Geduld dazu. Toll 8 verschiedene Sorten Tomaten, wo hast Du denn die Samen her, falls ich doch einmal auf die Idee kommen sollte, das selbst zu versuchen?

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  5. @Robert: unseres ist besonders aufmerksam ;)

    @Schnick Schnack Schnuck: das Sanieren haben wir schon hinter uns, jetzt kommt die Kür :)

    @Claus: Moment! Nimm noch schnell den Holzverschnitt mit !

    @Milliways: aber Du hast doch ganz tolle Chilis!


    @linda: die hab ich bei irinas-tomaten bestellt, funktioniert sehr gut!

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  6. Hach, da schlagen alle meine Herzen doch gleich viel lauter und schneller
    => das Bau-Ing-Herz bei soviel Bautätigkeit und schwerem Baugerät
    => das Gärtnerherz bei so viel Enthusiasmus, es den Pflanzen in Erwartung einer reichen Ernte so gemütlich wie möglich zu machen
    => das Kochherz, weil man aus der bevorstehenden Ernte soooo tolle Sachen zaubern kann
    => mein Vorratsherz aus demselben Grund wie das Kochherz
    => und mein kleines Ornithologenherz wegen des putzigen Zaungastes

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  7. ...nicht zu vergessen mein Herz für Gänseblümchen. Ich habe eine Schwäche für kräftig grüne Rasenflächen mit unzählig leuchtenden Gänseblümchen, die einzeln eher unscheinbar, in der Masse aber sehr beeindruckend ausschauen können.
    Bei uns hat sich leider noch keines blicken lassen.

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  8. Oh wie schön Ihr seid so fleissig... Ich hoffe Euch gedeiht und wächst alles prima in diesem Jahr!!

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  9. @Suse: gleich so viele Herzen :)! Kräftig grün ist unser Rasen noch nicht, aber Gänseblümchen sind schon einige da.

    @Alissa: das hoffe ich auch, wir werden dann auch berichten.

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  10. Das wäre auch ein nettes Heim für Chilies. Die vertrage sich ja bestens mit Tomaten und streiten nicht.

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  11. Deine Tomatensorten-Auswahl interessiert mich. Was züchtest du denn so?

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  12. Eline, meine eine überlebende Piment d’Espelette stell ich auch dazu ;). Dieses Jahr versuch ich mich an folgenden Sorten:

    Winogradnij (Erstversuch)
    Black from Tula (sehr guter Geschmack, zum einfach so Essen)
    Andenhorn (Erstversuch)
    San-Marzano (zum Einwecken, guter Ertrag die letzte Saison)
    Ochsenherz (auch zum Einwecken, guter Ertrag die letzte Saison)
    Mama Leone (Erstversuch)
    Testy (Erstversuch)

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  13. Und wie sieht das Tomatenhaus heute aus? Ist es funktionell? Bist du sicher, dass du nicht 5 Leisten senkrecht angeschraubt hast? Es sieht fast danach aus:) Das wäre mein "Traumhaus"!!

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    1. Es geht jetzt erfolgreich in die vierte Saison. Bei Gelegenheit muss vielleicht mal der Anstrich der Balken/Blenden erneuert werden.

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