Donnerstag, 11. März 2010

Wan hun won tan ton tun?


Da wollte ich EINMAL einen gut recherchierten Artikel mit Hintergrundinformationen zum Gericht, dessen Herkunft, Geschichte und unterhaltsamen Anekdoten mit allem Pipapo schreiben und dann verwirren mich die gesammelten Zusammenhänge so sehr, dass ich nicht einmal mehr eine gescheite Überschrift zustande bekomme. Zu meiner Ehrenrettung möchte ich allerdings nicht versäumen, den Versuch zu wagen, das scheinbar unverständliche Gewirr an asiatischen Silben zu enträtseln. In vernünftiger Gruppierung und Reihenfolge erhält man nach Entzerrung der Silben nämlich wie durch ein Wunder drei Mal einen Begriff aus der chinesischen Sprache, welche alle dasselbe bezeichnen. Und wenn ich mich ganz doll konzentriere, dann schaut das ganze so aus:

Huntun
Won Ton
Wan Tan

Pling! Ich höre förmlich das Lichtlein aufgehen ;o) Oder war das etwa jedem klar? Nun gut, so bald werde ich sicher nicht mehr auf Recherche gehen, das können andere viel besser und mir erspart es einen brummenden Schädel.

Nun aber zum Rezept:


Herzhafte Wan-Tan-Suppe mit Ente und Schwein
nach einem Rezept aus dem Feinschmecker Bookazine Nr. 11, nach persönlichem Gusto modifiziert
3 bis 4 Personen

500 g Schweinebauch
2 Entenkeulen
½ Lauchstange
1 Karotte
1 Stück Sellerei
1 Zwiebel
1 Lorbeerblatt
1 zerdrückte Knoblauchzehe
1 Scheibe Ingwer
1 Zacke Sternanis
½ TL Koriandersamen, zerstoßen
½ TL Sezuanpfeffer, zerstoßen
5 Pfefferkörner
½ TL Salz
1-2 EL Misopaste
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Chilischote, getr.
1-2 Pak-Choi, je nach Größe

150 g Schweinehack
1 Stück Ingwer, daumennagelgroß
1 Frühlingszwiebel
1 Ei
1 EL frischer Koriander, gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Chilischote, getr.
Sojasoße
Salz, Pfeffer
Wan-Tan-Blätter
Ggf. grüner Teil von Frühlingszwiebeln, blanchiert



Eine Entenkeule häuten und das Fleisch vom Knochen lösen. 150 g grob würfeln und im Eisfach 30 min anfrieren.
Knochen und Haut der Keule mit der anderen Keule und dem Schweinfleisch in einen Topf geben.Porree, Sellerie und Möhren putzen und würfeln. Zwiebeln halbieren, die Schnittflächen in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Gemüse, Knoblauch, Lorbeerblatt, Ingwer, Sternanis, Koriandersamen, Pfefferkörner und Salz zu dem Fleisch in den Topf geben, mit 1 bis 1,5 l Wasser aufgießen, so dass alles bedeckt ist und zum Kochen bringen. Anschließen herunter stellen und 1,5 bis zwei Stunden köcheln lassen.

Das angefrorene Entenfleisch wolfen (1x mittlere, 1 x kleine Scheibe) und mit dem Hackfleisch und dem Ei mischen. Von der Frühlingszwiebel das weiße und hellgrüne fein schneiden, mit dem Knoblauch, Chili, Koriandergrün, Sojasoße, Salz und Pfeffer kräftig würzen. Wan-Tan-Blätter auftauen, jeweils auf ein Blatt etwas Hackmasse geben, die Ränder nach oben ziehen und zusammendrücken. Frühlingszwiebelgrün längs vierteln und mit jeweils einem Faden ein Wan-Tan-Säckchen zubinden.

Die Wan-Tans in leicht siedendem Salzwasser gar ziehen lassen.

Die Suppe durch ein feines Sieb passieren und ggf. abkühlen lassen. Entfetten und mit der Misopaste, der Knoblauchzehe und dem Chili erneut erhitzen, abschmecken. Vom Pak-Choi die Stiele abschneiden und in mundgerechte Stücke schneiden, zur Suppe geben und nicht zu weich garen. Das Fleisch von der Entenkeule teilen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit dem mageren Teil des Schweinebauchs ebenso verfahren. Zurück in die Suppe geben.

Kurz vorm Servieren die Blätter des Pak-Choi in die Suppe geben, die Suppe mit den Wan-Tans servieren.


Kommentare:

  1. Liebe geschätzte Blogpartnerin,

    auch wenn das jetzt den Anschein bloginterner Lobhudelei erwecken mag ;):

    Deine Artikel müssen nicht perfekt recherchiert sein, die müssen unterhalten und was feines zu Essen bieten. Und diesen Anspruch hast Du heut mal wieder übererfüllt

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  2. ich bin beschämt...
    Danke, liebes Toniherzerl ;o)

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  3. Die Wan-Tan schauen perfekt aus! Bei mir wäre bestimmt alles auseinander gefallen;-).

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  4. Nachtrag: Mann kommt gerade ins Zimmer, sieht die leckeren Teig-Päckchen auf dem Bildschirm und meint nur noch ganz verzückt: "Ohhhhhh..... ohhhhh!"

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  5. auch wenn das nicht mein Kochgebiet ist, die Fotos sind sehr schön. Wieviele saccottini gibt das denn aus diesem Rezept

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  6. Lecker, lecker, ganz tolle Fotos und schön in Szene gesetzt!

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  7. Unsere Barbara von der Spielwiese ist doch Sinologin, die hat für mich auch schon verwirrende Zeichen entwirrt.

    Die Bezeichnung ist mir aber völlig wurscht, wenn ich diese köstlichen Teigtäschchen sehe. Hach, ich krieg Hunger!

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  8. @Milliways
    och nööö, mit ein ganz bisschen Wasser halten die bei dir auch zusammen. Und was deinen Mann betrifft, da weißt du ja, was du ihm dann als nächstes kochen kannst ;o)

    @Robert
    ich meine es waren so um die 20 -25 Stück.

    @Hannes
    Danke sehr ;o)

    @Petra
    Sinologin? Dann werd ich bei wiederholt auftretenden Problemen dieser Art mal ganz höflich bei ihr anklopfen.

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  9. Die kleinen Päckchen sehen oberhübsch aus! Wan Tans habe ich noch nie selbst gemacht, dabei esse ich sie sehr gerne - wird Zeit ;-)

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  10. Oh! Sind die entzückend!
    Für so etwas bin ich zu grobmotorisch, :(

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  11. Sind die schön geworden... auch haben will das wan tan won ton...lecker

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  12. @Christina
    jepp und ist auch gar nicht so schwer. Man muss ja nicht gleich für 10 Personen pfriemeln ;o)

    @AT
    ach watt. Das kriegste auch hin. Zum Üben verwendest du erstmal Frühlingsrollenteigblätter (Originalgröße) und wirst dann immer kleiner, bis zu bei den Wan-Tans angekommen bist...

    @Alissa,
    oooh, jetzt redest du auch so wirr wie ich... :o))

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  13. Ganz großes Kino...egal wie sie heißen. Die hätte ich jetzt gerne.

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  14. @Isi *freu*
    schön, dass du vorbei schaust. Ich hoffe, es geht dir gut.
    Leider sind schon alle aufgegessen, sonst hätte ich dir welche vorbei geschickt, ganz ehrlich ;o)

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  15. Boah, was für ne Friemelei, bekäm ich niemals hin...

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  16. @mestoli,
    wie war das nochmal mit dem blinden Huhn? *bescheidenschau* ;o)

    @Claus
    mit ein bisschen vorheriger Fingergymnastik klappt das ...sonst leihst du dir für die filigranen Arbeiten zarte Frauen- oder Kinderhände... ;o)

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