Samstag, 27. März 2010

Scholle auf die Schnelle

ich korrigiere: auf die Mittelschnelle, denn dies hab ich nicht mal eben in 30 Minuten hingezaubert. Die meiste Zeit hab ich allerdings damit verbracht, die Paste für das Gemüse ganz fein zu bekommen. Mein Problem war, dass ich diese nur in einer kleinen Menge ausschließlich für dieses Gericht herstellen wollte und leider nicht über ein Gerät verfüge, welches in der Lage ist, eine so kleine Menge zu zerhäckseln. Letztendlich wanderten die Zutaten von einem Behälter in den nächsten, Zwischenaufenthalt im Mörser, bis sich irgendwann eine recht akzeptable Teilchengröße ergab.
Die Grundidee für die Paste, die an thailändische Currypaste erinnert, was sie auch soll, hab ich bei meiner lieben Blogtoni hier abgeschaut und dann nach den Möglichkeiten meines Vorrates und des Auf-dem-Nachhauseweg-Supermarktes modifiziert.
Das Gemüse habe ich mit Scholle kombiniert, weil Scholle einer meiner Lieblingsfische ist, Scholle kleine Abweichungen in der Garzeit verzeiht und weil Scholle aufgrund der Anatomie hervorragend zu Röllchen zu verarbeiten ist. Die Röllchenform wiederum wollte ich, weil ich die gegarte Scholle sonst nie einigermaßen ansehnlich aus dem Dämpfeinsatz bekommen hätte.
Von den Selbstaufrolleigenschaften bei Plattfischen hatte ich zum Zeitpunkt der Zubereitung noch nichts geahnt, ansonsten wäre eines der Filets ganz bestimmt als Versuchskanichenfisch verwendet worden.

Meinen Gesamtaufwand für das Gericht schätze ich mal inklusive der Fotografiererei, welche aufgrund der leicht aufkommenden Hektik ein wenig vernachlässigt wurde, auf ne gute Stunde.

Da dieses Gericht kein thailändisches, sondern lediglich ein partiell abgekupfertes, fremdinspiriertes, modifiziertes Suserezept ist, gibt es auch keinen originellen, wohlklingenden Namen, sondern es heißt ganz einfach

Gedämpfte Schollenröllchen mit Gemüse in Kokosmilch
2 Personen

Paste
1 kleine getr. Chilischote
1 Knoblauchzehe
1 Stange Zitronengras
1 Knoblauchzehe
1 Schalotte
ein paar Körner Koriander
1 paar Blättchen Koriander
1 TL Cashewkerne

Gemüse
150 ml Gemüsebrühe
1 kleine Dose Kokosmilch (ca. 160 g)
1 mittelgroße Möhre
1 Handvoll junger Spinat
2 Frühlinszwiebeln
1 Handvoll Zuckererbsen
Limettensaft

2 doppelte Schollefilets
2 Stangen Zitronengras
2 Zweige Koriander
1 Scheibe Limette
ein paar Körner Koriander

Für die Paste werden alle Zutaten vorzerkleinert, gemischt und dann in geeignetem Gerät so fein wie möglich zu einer Paste zerrieben. Pfiffigerweise werden die trockenen Zutaten zunächst im Mörser oder in der Gewürzmühle zerrieben, mit den anderen Zutaten vermengt und entsprechenden bearbeitet.

Die Möhre schälen und in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden. In wenig Gemüsebrühe mit 2-3 TL Würzpaste zum Kochen bringen und bissfest garen. Zwischendurch etwas Kokosmilch angießen. Frühlingszwiebeln putzen, schräg in Scheiben schneiden, Spinat waschen, Zuckerschoten schräg halbieren. Kurz vor Ende der Garzeit das restliche Gemüse zu den Karotten geben, ziehen lassen. Mit Limettensaft und etwas Salz abschmecken.

Die Schollenfilets längs an der "Naht" halbieren, mit wenig Limettensaft und Salz würzen, mit der "Hautseite" nach innen aufrollen und mit Küchengarn zusammenbinden.
Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Dämpfeinsatz darüber stellen und in diesen das zerkleinerte und angestoßene Zitronengras, den Koriander, die Limettenscheibe und die angequetschten Koriandersamen hineingeben, die Röllchen draufstellen und bei geschlossenem Deckel je nach Größe 5 bis 10 Minuten dämpfen.

Anrichten, fotografieren und servieren. Trotz der verlängernden Umstände für mich ein schönes Gericht für die mittelschnelle Alltagsküche.


Dass der Abwasch aufgrund der vielen getesteten Zerkleinerungsgeräte länger dauerte als die Zubereitung , brauche ich eigentlich nicht extra zu erwähnen, oder?

Kommentare:

  1. Farbenfroh durch das Gemüse - und schön gerollt. :-)

    Ich hatte auch mal versucht, Fisch zu rollen, das Ergebnis war aber irgendwie ziemlich unansehnlich, seitdem lasse ich das...

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  2. Lecker!

    Das Problem mit dem Zerkleinern kenne ich. Und jedes Umfüllen bedeutet bei mir etwas Verlust von dem kostbaren Gut. Nachdem ich dann zum x-ten Mal umgefüllt habe, frage ich mich immer wieder, warum ich nicht doch mit den Originalmengen gearbeitet habe ;D.

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  3. @Barbara
    es gibt da wohl rollprädestinierte Fische, wie eben alle Plattfische. Wenn man die Hautseite nach inne dreht, sollte es wirklich kein Problem sein.

    @Milliways
    na da bin ich ja froh, dass ich mit diesem Problem nicht allein dastehe ;o)

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  4. Eigentlich könntest Du sie "Schnolle" nennen ;o) Sieht sehr lecker aus, die Schnolle.

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  5. das Rollen ging doch, wolltest Du es verkehrtrum probieren ? Für kleine Mengen Pasten nehm ich gerne die Gewürzmühle von Ken.wood.

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  6. @nata
    :o)))

    @Robert
    nee, ich wollte schon so rollen, aber wenn ich gewusst hätte, dass sich der Fisch möglicherweise von allein aufrollt, hätte ich vielleicht etwas Zeit aufholen können ;o)

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  7. Das Gemüse sieht wunderschön frühlingshaft aus und die Schollenröllchen gefallen mir sehr gut dazu. Ich habe jetzt nur nicht ganz verstanden, wo die Paste zum Einsatz kommt. Wird sie separat dazu gereicht oder habe ich etwas überlesen?

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  8. So kleine Mengen Paste püriere ich mit dem Zauberstab und geb einen Schluck Kokosmilch dazu, dann geht's besser.
    Oder ich mach gleich eine größere Menge und frier sie portionsweise ein.

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  9. Lecker... Scholle mag ich auch sehr gerne. Obwohl es das bei uns immer seltener zu kaufen gibt. Manchmal ist es schon schwierig mit den Pasten. Eigentlich mache ich es so wie Toni.

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  10. @Toni,
    jepp, der Pürrierstab durfte zwischendurch auch mal ran und die Kokosmilchzugabe hab ich auch versucht, was mich tatsächlich etwas weiter nach vorn gebracht hatte ;o)

    @Isi,
    hier in "Küstennähe" gibbt es sehr viel Salzwasserfisch zu kaufen. Auf die Maischolle konnte ich einfach nicht warten, aber ich werde spätestens dann wieder zugreifen.

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  11. Leckerlecker! Und das Kleine-Mengen-Zerkleinerungs-(oder Mahl- oder Pürier-)problem kenne ich. Wollte neulich eine kleine Portion Mohn mahlen, ohne dafür geeignetes Gerät, und das war ein Heidenspaß - für den Mohn.

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  12. Autsch. DAs kann ich mir vorstellen. Der Mohn fährt Karussel und denkt im Traum nicht dran, sich zermahlen zu lassen ;o)
    Allerdings bietet sich für so etwas eine kleine elektrische Mühle an (oberstes Bild, 2. vl)

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  13. Mensch Suse, das bringt mich auf eine gute Idee. Wir sollten uns ein 180° Werkzeuglager zulegen, dann können wir immer gleich auf den zu verwendenen Standard verweisen :o)

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  14. Seeehr gute Idee. Dann bräuchten wir bei solchen Beiträgen zukünftig nur noch die 180°-Inventurnummer zu nennen. Wir zwei sind eh bis auf ein paar Herstellerabweichungen nahezu gleich ausgerüstet...OK, war ja auch Bedingung für die Bloggründung und wurde auf der JHV schriftlich fixiert ;o)

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  15. wenn Scholle Seezunge ist, dann wäre mir der Fisch zu schade.....

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  16. @Bolli
    Scholle ist keine Seezunge.
    Allerdings wäre mir die Seezunge auch nicht zu schade für dieses Rezept. Der Fisch wird sanft gegart und nicht durch zu intensive Aromen überdeckt.
    GsD ist ja alles irgendwie Geschmackssache.

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  17. Wieder ein ganz feines Fischgericht, KLASSE gemacht!

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