Freitag, 19. Februar 2010

A runde Sach' !

Liebe geschätzte Blogpartnerin, danke für die gelungene Eröffnung unserer 180° vegetarischen Wochen, die ja im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung durchaus kontrovers diskutiert wurden. Ein nicht unwesentlicher Grund hierfür war die Befürchtung der angetrauten Blogehemänner, in Sachen Fleisch zu kurz zu kommen. Um so mehr haben wir uns natürlich die größte Mühe gegeben, Gerichte auszuwählen, die das Potenzial haben, sich das höchst mögliche Lob der Besorgten zu verdienen: „da braucht man ja gar kein Fleisch!“. 
Unter diese Kategorie fällt im Hause Toni ein Urlaubsmitbringsel aus Südtirol: der Spinatknödel - übergossen mit feiner Nussbutter und mit reichlich frisch geriebenem Parmesan bestreut.

Wie stellt man jetzt den Spinatknödel vor. Beim Semmelknödel wär’s ja kein Problem. Da hat Karl Valentin eine wunderbare Vorlage geliefert - Stichwort: Semmelknödel vs. Semmelnknödeln. Oder auch der Leberknödel, der gemeinsam mit vorher genanntem in diesem originell derb vorgetragenen Gedicht eine tragende Rolle spielt. @Suse: für Dich als Fortgeschrittene im Anwenden der bayrischen Sprache eine Aufwärmübung, oder ;) ? Ach, ich lass den Spinatknödel einfach für sich sprechen...
für 4-6 Spinatknödel

200 g altbackenes Roggenmischbrot, gewürfelt
50 ml Milch
300 g Blattspinat
1,5 EL Butter
1 Knoblauchzehe, angedrückt
1 kleine Zwiebel(n)
1 Ei
1 Eigelb
Salz, Pfeffer, Muskat

Nussbutter
frisch geriebener Parmesan

Das Brot mit der erwärmten Milch übergießen und mit einem Teller beschwert ca. 20 min. ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel fein würfeln und in der Butter anschwitzen. Die Knoblauchzehe dazugeben und den Spinat in der Zwiebelbuttermischung zusammenfallen lassen. Etwas abkühlen, Knoblauchzehe entfernen, Spinat grob hacken, dann mit Ei, Eigelb und den Brotwürfeln vermischen. Die Masse mit Salz, Pfeffer, Muskat abschmecken.
Semmelknödel jeder Art koche ich am liebsten eingepackt, ich mag das Glitschige nicht, das sie so an sich haben, wenn man sie ins Wasser schmeißt. Zuerst in Frischhaltefolie, dann straff in Alufolie gewickelt und im Wasserbad 20 – 25 min. ziehen lassen. Das gibt aber nur runde Scheiben. Deswegen hab ich sie diesmal mit dem Dampfeinsatz gegart. Das dauert ebenfalls je nach Knödelgröße 20 – 25 min. Anschließend bekommen sie ein (Fuss)Bad in Nussbutter und werden mit reichlich Parmesanspänen angerichtet.

Da braucht man doch kein Fleisch!

Kommentare:

  1. "Blogehemänner" - diese Wortkomposition hat sich mir nicht sofort erschlossen - Blogehe? Was sind das bloss für Männer? ;-)
    Spinatknödel und Schlutzer - schöne Südtiroler Tradition. Welchen Grund gibt es für die Verwendung Roggenmischbrot? Werden die Knödel damit auch richtig "fluffig" ? (endlich darf ich mein deutsche Lieblingswort wieder verwenden!)

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  2. Ja wie, hast Du etwa keinen ;)? Das sind ganz tolle Männer, gell Suse!

    Das Roggenmischbrot gibt den Knödeln einen herzhafteren Geschmack. Ich backe mein Brot selber, das ist nicht schwer und kompakt. Schaust Du: http://hundertachtziggrad.blogspot.com/2009/12/mein-alltagsbrot-rustikales-bauernbrot.html
    Weißbrot jeder Art geht natürlich auch.

    Fluffig und Knödel? Also fluffig ist für mich ein Soufflé oder eine Mousse. Ein Knödel darf nicht zu fest sein und das waren sie.

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  3. Unser hier übliches Roggenmischbrot ist ziemlich kompakt und rustikal. Knödel daraus würden sich wahrscheinlich als Golfbälle eignen.
    Lass mir doch mein Fluffig - es ist für mich das Synonym von Flaumig und das müssen Semmelnknödeln schon sein. Apropos: Es kommt gerade einen Karl Valentin und Liesl Karlstadt Film in unsere Kinos. Hast du den schon gesehen?

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  4. Die Altbrotverwertung verbreitet sich, war wohl vorher schon vorhanden, aber nicht oder wenig verblogged, weil frau und man exquisite Kreationen zeigen wollen statt an profane Gerichte zu erinnern, respektive wie im vorliegenden Fall einem Knödel-Banausen oder -Muffel näher zu bringen. Ich denke hin und wieder daran, Knödel wenigstens einmal, endlich, selbst zu machen, kam aber nie über den Gedanken hinaus. Ist dieser Bericht der Anstoss? Ich bookmarke mal.

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  5. So, das habe ich mir jetzt vorgemerkt,ich muß endlich lernen mal Fleisch weg zu lassen! Tolles Rezept, sieht Klasse aus!

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  6. super - mit dem Roggenbrot sind sie mir noch sympatischer..Mir gehts wie Houdini ich denke immer mal wieder an Knödel und mache sie sehr selten.. Es wird zeit... Ihr heizt uns richtig ein mit Euren 180°C!!
    Ich bin froh das ich in dem Fall auf Blog-Ehemann Bedüfnisse keine Rücksicht nehmen muss... ich koch was ich will.. :-))

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  7. Schönes Projekt, bin auch sehr gespannt auf die Folgen.

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  8. da könnte man gleich im Südtirol bleiben und ein mit Anis gewürztes Roggenbrot verwenden. Der Knödel ist noch lange nicht am Ende.

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  9. @ Eline: na gut, dann lass ich Dir Dein fluffig, wobei mir flaumig bei Knödeln besser gefällt ;). Vom Valentin Film hab ich schon die Vorschau gesehen. Die Schauspieler mag ich sehr, aber ich bin ein Kinomuffel und schau mir Filme, bei denen man nicht unbedingt die riesen Leinwand braucht lieber gemütlich daheim an. Da kann ich das Chipstüterascheln und Popcorngeknusper selber regeln...
    @ Houdini: NEIN! Von was hast Du Dich bisher ernährt? Keine selbstgemachten Knödel. Das sollte für Dich doch ein leichtes sein :)

    @ Hannes: ach ne, bleib Du ruhig "fleischig" ;). Ich hab mich so über Dein feines Chateaubriand gefreut.

    @ Alissa: wenn Du dabei nicht Deine schönen Anregungen vernachlässigst nur zu ;)

    @schnickschnackschnuck: wir auch :)))))

    @Robert: jaaa, Südtirol wär mal wieder schön!

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  10. Huhu zusammen :o)

    Zunächst einmal möchte ich auf die durchaus wichtige Aufgabe der Blogehemänner eingehen, die nämlich seit Bestehen des Blogs nicht mehr nur beim Beurteilen unserer Gerichte unsere stärksten Kritiker sind. Nein, mittlerweile sind sie auch diejenigen, die das letze Wort vorm Veröffentlichen eines Posts haben...
    Ach ihr dachtet, dass wir, Toni und ich, uns die Artikel gegenseitig absegnen? Neee, die Männer sind da viel ehrlicher...

    Die Knödel find ich total super und möchte Eline an dieser Stelle beipflichten, dass fluffig in diesem Zusammenhang ein durchaus pasendes Adjektiv ist...zumindest für mein norddeutsches Gehör ;o)

    Ich habe zum ersten Mal solche Knödel in Wolkenstein beim Skifahren bzw. zwischendurch gegessen und habe mich auch schon zum wiederholten Male rangetraut. Ich versteh den großen Respekt davor gar nicht, die sind wirklich gar nicht soooo schwer, dafür unglaublich lecker.

    @Hannes,
    wenn du magst, darfst du natürlich gern unserer Aktionstage zum Anlass für ein vegetarisches Gericht nehmen. Aber nicht, dass deine Leser mit dir schimpfen...;o)

    @Alissa,
    ach und ich dachte, wir würden schon längst heizen...na gut, dann legen wir halt noch eine Schippe Gemüse drauf!

    @Schnick schnack schnuck
    setz und bloß nich unter Druck, nicht, dass wir noch einen Blackout bekommen ;o)

    @Robert,
    Guter Hinweis. Mein nächstes Roggen-ST-Brot werde ich mal mit Anis backen und dann extra sparsam essen, damit Reste bleiben

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  11. Toni... das stimmt - ich werde mir dennoch die größte Mühe geben ;-)

    Aber sicher doch Suse... Toni und Du haben schon von Anfang an gut gefeuert...

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  12. Dazu braucht man wirklich kein Fleisch. Und es erinnert mich daran, das Knödel schon lange auf meiner Liste stehen. mal sehen, wann es endlich wird.

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  13. Hallo Toni, mein Blogehemann ist da anscheinend ziemlich handzahm. Er schaut nur alle heilige Zeit mal rein in meinen Blog, aber er rührt kräftig die Werbetrommel :-)Auf die Idee, die Knödel mit Roggenbrot zu machen, bin ich auch noch nicht gekommen. Das wird auch mal ausprobiert. LG Andrea

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