Montag, 1. Februar 2010

Schnelle Küche mit Erinnerungsfaktor



Als Kind der 80er habe ich selbstverständlich meinen Führerschein in einem Golf gemacht und natürlich habe ich bei meiner Oma, die mit uns im Haus wohnte, regelmäßig Donnerstag Abend entweder sehnsüchtig auf den Auftritt von Wum und Wendelin gewartet oder bei Dalli Dalli gebannt auf den Fernseher geschaut, wenn Hans Rosenthal beim Ausruf „Sie sind der Meinung, das war…spitze!!!!“ scheinbar in der Luft stehen blieb.
Ebenso war ich zu dieser Zeit quasi heranwachsender Zeitzeuge vom invasiven Eröffnen unzähliger Chinarestaurants in der Gegend. Das war doch mal was ganz anderes als Kohlrouladen oder Schusterkarbonade. Und so war ich totaler Fan dieser für mich neuen, anders schmeckenden und doch preiswerten Küche.
Noch immer mag ich die intensiven Gewürze wie Ingwer, Sojasoße, Szechuanpfeffer uvm.(wenn auch nicht immer in der damals präsentierten Form) so dass es bei uns immer mal wieder etwas aus dieser Richtung auf dem Teller gibt, allerdings garantiert glutamatfrei :o)
Zuletzt gab es den Klassiker der Chinarestaurantküche „Schweinefleisch süß sauer“ ganz anders, aber nahezu in Windeseile zubereitet:


Schweinefilet mit süß-saurer Sauce
(2-3 Personen)

300 g Schweinefilet
1 kleine Knoblauchzehe
1 Scheibe Ingwer
2 EL Sojasoße
1 EL Reiswein
1 TL Speisestärke
1 Knoblauchzehe
1 Scheibe Ingwer
1 Chilischote (frisch oder getrocknet)
1-2 Hände voll Cashewkerne
2 Schalotten
150 g Zuckerschoten
1 Karotte
2 Hände voll frische Shiitake-Pilze
4 EL Sojasoße
2 EL Reisessig
1-2 EL brauner Zucker
150 ml Hühnerfond
1 TL Koriander
1 TL Szechuanpfeffer
Speisestärke zum Binden
Neutrales Öl

Schweinefilet in dünne Scheiben schneiden, große Scheiben ggf. halbieren. Knoblauch und Ingwer schälen und fein würfeln. Chilischote ebenfalls klein schneiden.
Alle Zutaten für die Marinade verrühren und mit dem Fleisch mischen, marinieren lassen.
In der Zwischenzeit Den Knoblauch und den Ingwer wie oben schälen und würfeln. Schalotten pellen und grob würfeln. Zuckerschoten waschen und in Rauten
schneiden. Karotte schälen und in Streifen schneiden, Pilze putzen, Stiele entfernen, klein schneiden, Köpfe vierteln. Sojasoße, Reisessig und Zucker verrühren.
Cashewkerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten.
Öl in einem Wok erhitzen und das Fleisch portionsweise darin kurz anbraten, warm stellen. Erneut Öl erhitzen, Ingwer, Chili und Knoblauch nicht zu heiß anschwitzen. Zuerst Karottenstifte, dann Schalotten, Pilze und zum Schluss Zuckerschoten zugeben und kurz angaren. Hühnerfond und Würzmischung zugeben, schnell erhitzen. Sezuanpfeffer und Koriander mörsern und zugeben. Mit in Wasser angerührter Stärke binden und noch mal abschmecken.
Mit dem Fleisch und den Cashewkernen grob mischen und verrühren. Mit Basmatireis servieren. 


Kommentare:

  1. Eine gelunge schöne Version meiner Leibspeisen aus Kindertagen.. Ich mache solche Wokgerichte sehr sehr häufig weil es so schnell geht und gesund ist...
    Was ich schade finde das in Deutschland in den Chinarestos noch viel MSG verwendet wird.. in den USA und Canada sind die meisten asiatischen Restaurants mittlerweile MSG frei und haben das auch sichtbar auf der Speisekarte deklariert...

    PS. Bin auch in den 80ern aufgewachsen mit all den bunten Farben und habe ebefalls auf einem Golf das Fahren gelernt ;-)

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  2. Bei mir war es ein Audi 80, aber der gehörte auch nicht einem Fahrlehrer, sondern meinem Freund. Da konnte man die Fahrstunden kribbelnd abschließen ;))
    Komisch, meine Vorliebe für asiatische Küche hat sich erst sehr spät entwickelt, meine Eltern sind mit uns eher türkisch essen gegangen, das war damals bei uns der Gipfel der Exlusivität. Ich habe dafür mit Spannung die Eröffnung diverser McDonald´s verfolgt, in die ich nie nie nie hineindurfte!

    Dieses Gericht mache ich oft als schnelle Küche, allerdings mit Hühnchen. Und ich kriege gerade ´n Jieper, auch ganz ohne Glutamatzugabe...

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  3. Ich bin neidisch auf Deinen Gasherd, super zum Kochen. Asiatisch esse ich sehr gerne, koche es auch, aber sweet-and-sour mag ich nicht besonders, weil es in Restaurants meist mit einer dicklichen (schleimigen, Maizenazugabe) Sauce serviert wird. Bei Dir sieht die Sache sehr gut aus, schleimfrei!

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  4. So ist Süss-Sauer auch was für mich!

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  5. Bei uns war das damals auch ein Highlight: der Besuch im Chinarestaurant :). Die klebrige süßsauer Version mag ich heute auch nicht mehr, aber die leichte Version von Dir sehr gern.

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  6. @Alissa,
    genau das sind die unbestechlichen Vorteile eines solchen Essens: schnell, gesund, lecker. Sicher keine besonders hohe Kochkunst, aber für die Alltagsküche in meinen Augen unverzichtbar.
    Hat dein Fahrlehrer dir auch die todsicheren Rückwärts-Seitwärts-Einparktips gegeben, wie "wenn das Heckende des vorderen Autos der Lücke genau die Teilung der hinteren Fensterscheibe des Golfes erreicht, dann kräftig nach rechts einschlagen und wenn dann die rechte Ecke des hinteren Fahrzeuges sich mit dem Wischeransatzpunkt der Heckscheibe überdeckt, dann scharf nach links einschlagen und langsam zurücksetzten, bis das Auto wieder gerade steht. So hab ich meine Prüfung bestanden, allerdinag konnt ich auch ganz lange kein anderes Auto so sicher einparken wie den Golf II :o)

    @AT,
    Audi statt Golf, Türke statt Chinese, manmanman, das ist aber elitär :o)
    Allerdings muss ich gestehen, dass meine Eltern auch nie mit uns zu MC Donalds gefahren sind und ich mir den damals geliebten und heute wegen des künstlichen Geschmacks verschmähten MC Sundae Eisbecher mit Karamellsoße von meinem Taschengeld ersparen musste.

    @Houdini,
    ich hab ja nicht immer auf Gas gekocht und muss sagen, dass "wokken" eigentlich nur auf Gas wirklich junktioniert.
    Vielen Dank übrigens für das Kompliment, dass mein Essen "schleimfrei" aussieht. Sowas hört man auch nicht alle Tage :o))))

    @Eline,
    jepp, die Süße ist nicht pappig und die Säure ist nicht zu spitz. Allerdings mag ich die Variante auf Tomatenbasis auch, wenn sie nicht "schleimig" aber dafür stimmig abgeschmeckt ist.

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  7. Ein großartiges Rezept! Traumhaft zubereitet, ohne Zusatzstoffe, das nenne ich richtiges kochen!

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  8. Suse - Mensch Du hast ja meinen Fahrlehrer gehabt - so hat er es mir auch beigebracht... Ich hatte diese Angabe total vergessen - schäm.. ich musste so lachen als ich das eben las!
    Was hatte ich viel Spass in den Fahrstunden und so manches verschwitztes T-Shirt..lach

    P.S. diese Sossen etc werden in Asien ja auch gar nicht so eklig zu bereitet und süß gemacht - das machen die Chinesen ja vorwiegend für uns westliche banausen... die essen das auch nicht - lach

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  9. @Alissa,
    das haben die bestimmt damals so in der Fahrschullehrerschule so gelernt, Thema "Didaktik des Einparkens".

    ebenso PS: Stimmt wohl, aber bei manchen Gerichten bin ich glaub ich auch ganz froh, dass sie für uns in abgeschwächter europäisiesrter Form angeboten werden.

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  10. lach - ja das ist wohl wahr - die haben die Texte auswendig gelernt!

    klar besser ist das..! Lustig sind die westlichen Gerichte in Asien - die sind auch auf asiatische Bedürfnisse angepasst und gleichen dem Original manchmal nur in der Optik... Aber so hat jede Kultur und Region seien Geschmäcker... wir hatten da mal mit Eline diskutiert wegen Teigtaschen etc - wie interessant es ist das es die weltweit gibt - nut eben anders gefüllt und zubereitet..

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