Mittwoch, 17. Februar 2010

Am Aschermittwoch ist alles vorbei….

So besang Jupp Schmitz einst das Ende der Narrenzeit und den Beginn der 40tägigen Fastenzeit, welche sich bis einschließlich Ostersamstag schier endlos dahinstrecken kann. In seinem Liedchen, welchem ich in meiner Kindheit an dem einen oder anderen Aschermittwoch im TV (bevorzugt beim Blauen Bock mit Heinz Schenk;o)) lauschen durfte, ging es dem Interpreten anscheinend eher um die körperliche Enthaltsamkeit in Bezug auf das weibliche Geschlecht („…von all deinen Küssen darf ich nichts mehr wissen…“). Das ist aber verständlicherweise kein Thema für einen weiblich geführten Foodblog, so dass wir eher in Richtung kulinarischen Verzichts denken und agieren.
Auch wenn weder München noch die Lüneburger Heide zu den Hochburgen des Karnevals gehören, so wird die Bedeutung des Aschermittwochs als Einläuten der Fastenzeit auch in unseren Gegenden als Anreiz genommen, für einen definierten Zeitraum von vierzig Tagen auf etwas zu verzichten, was im Prinzip eine Art Luxusgut ist, uns aber durch den täglichen Gebrauch/Verzehr der Wert desselbigen abhanden gekommen zu sein scheint. Das kann Autofahren, Rauchen, Alkohol, Schokolade uvm. sein, der Fantasie sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt.

Zu diesem Anlass starten wir mit unseren ersten Aktionstagen von Hunderachtziggrad°, welche erst kürzlich auf unserer Jahreshauptversammlung beschlossen wurden. Passend zur Fastenzeit, deren Bedeutung schon einige Blogger angesprochen haben, ist unser aktuelles Thema :  

VEGETARISCH

Wer jetzt allerdings auf vierzig fleischlose Rezepte in Folge bei Hundertachtziggrad° wartet, den müssen wir leider enttäuschen. Wir verzichten vierzig Tage lang nämlich auf ganz andere Dinge und möchten hiermit lediglich jedem, der die Zeit bis Ostern ohne Fleisch verbringen möchte, ein paar Anregungen für eine abwechslungsreiche Zeit geben.

Und so beginne ich heute mit einem schnellen, einfachen, wärmenden Süppchen, mit dem man nach der ganzen Feierei ganz gut die Umgewöhnung von flüssiger auf feste Nahrung hinbekommt:


Cremige Zwiebelsuppe mit knusprigen Käsecroutons
(für 2 Personen)

Käsecroutons
100 g gemischter Käse (gern ein fester Bergkäse und ein cremiger Schnittkäse, z.B. Stilfser)
1 großes Ei, verquirlt
1 EL Mehl
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
Pankomehl
Öl

Suppe
2 Knoblauchzehen
500 g Zwiebeln
200 g Kartoffeln
1 Prise Zucker
Noilly Prat
100 ml Weißwein
400 ml Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
Salz, weißer Pfeffer
Cumin, Piment, Muskat, jeweils frisch gemahlen
ggf. Sahne oder Crème fraîche


Käse reiben, mit der Hälfte des verquirlten Eis und dem Mehl verkneten, mit den Gewürzen abschmecken. Die Masse auf einer Frischhaltefolie ca 1 cm dick zu einem Rechteck auslegen, einschlagen und ein paar Minuten im Eisfach stark herunter kühlen.
Für die Suppe Knoblauch und Zwiebeln pellen, Kartoffeln schälen. Knoblauch in Scheiben schneiden, Zwiebeln vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Kartoffeln grob würfeln. In einem Topf etwas Olivenöl erhitzen und Knoblauch, Zwiebeln und Kartoffen darin anschwitzen ohne, dass sie Farbe nehmen. Zucker zugeben, mit Noilly Prat und dem Weißwein ablöschen und etwas einköcheln lassen. Gemüsebrühe angießen, Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer zugeben und in 15 bis 20 Minuten sanft garen.
Da ich gern etwas Einlage in der Suppe habe, habe ich einen Teil der Zwiebeln mit der Schaumkelle aus der Suppe gefischt und dann erst die Suppe pürriert. Nach Bedarf kann man nun einen kleinen Schluck Sahne dazu geben, die Suppe mit den Gewürzen abschmecken, Zwiebeln wieder zurück geben und noch ein wenig ziehen lassen.

Die gekühlte Käsemasse wird nun in Würfel geschnitten, nacheinander in Ei und Panko gewälzt und anschließen in ausreichend Öl bei mittlerer Hitze goldbraun und knusprig gebacken.
Suppe in vorgewärmte Teller geben, Käsecroutons darauf verteilen und mit ein paar Schnittlauchröllchen garnieren.
 

Kommentare:

  1. Zwiebelsuppe mal in gebundener Form. Sieht gut aus und kommt auf die Nachkochliste. Die Fastenzeit werde ich jedoch auslassen :-)

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  2. Auch für bekennnende Fleischliebhaber eine leckere Alternative.

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  3. Viel besser und raffinierter als eine ungebundene Zwiebelsuppe, die ich immer als etwas derb empfinde.

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  4. Genau, wir verzichten gaaaaanz oft auf das gemeinsame Kochen. Aber unfreiwillig!! Deswegen müssen wir uns ja einen Blog halten :o).

    Die Käsecroutons sind pfiffig!

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  5. @Robert,
    ich mach auch nur in den geraden Jahren mit ;o)

    @Peter,
    ich gehöre auch eher zu den Fleischliebhabern, aber ab und an drafs eben auch mal "ohne" sein.

    @Eline,
    Zwiebel ist eigentlich ohnenhin ein recht wandelbares Gemüse und lässt sich durch unetrschiedliche Würzungen erstaunlich variieren.

    @Toni,
    genau, schnief. Das ist Verzicht, der wirklich schmerzt.

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  6. Ich verbrenne mich grundsätzlich an Zwiebelsuppe und bisher hatte das für mich immer so eine WEtt an Kneipenessen mit heftig Käse... irgendwie nich tso doll... dann habe ich in England mal eine fantastische Zwiebelsuppe mit winzigen Fleischklösschen gegessen - leicht gebunden... die war so gut und nicht so heftig... Suse Deine Variante finde ich wunderbar - die ist bestimmt elegant ausgewogen und nicht so salzig.. ich fruee mich darauf die nachzukochen

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  7. Sieht toll aus, und der Teller passt ausgezeichnet dazu, sehr schön. Pürierte Zwiebelsuppe ist neu für mich, mach ich nach, vielleicht heute, als volle Mahlzeit für Lunch, muss Kalorien zählen, wieder mal. Seit letzten Samstag bin ich neu im Fitness Center, 3x trainiert und Gewicht zugelegt. Training macht Appetit.

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  8. @Alissa,
    autsch, das mit dem Verbrennen kenn ich auch, wenn sich die Hitze unter der Käsedecke staut ;o)
    Das kann dir hier nicht passieren, ohne auf die wirklich perfekte Kombination von Käse und Zwiebeln zu verzichten.
    Bei nahezu allen Suppen und so auch bei dieser empfiehlt es sich, sie vor dem Verzehr (natürlich ohne die Croutons) durchziehen zu lassen. Die Aromen verbinden sich mit der Zeit viel besser.

    @Houdini,
    der Teller ist noch aus meiner Erstausstatung, als ich zum Studieren ausgezogen bin, aber einfaches muss ja nicht schlecht sein...und das trifft eben auch auf Geschirr zu.
    Dass du durch das Training Gewicht zugelegt hast, liegt doch nicht an dem vermehrten Hunger, weißt du denn nicht, dass Muskelmasse viel mehr wiegt als Fett?? ;o)

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  9. Mensch - Heinz Schenk beim Blauen Bock, darauf trinken wir noch a Bembele - oder wie war das ?? Das hat mich grad wieder voll in meine Kindheit versetzt :-)

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  10. Äh, die Suppe sieht übrigens auch toll aus - hab ich ganz vergessen in meiner Euphorie...

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  11. Ich schließe mich an - diese gebundene Zwiebelsuppe ist absolut nachkochenswert, kommt auf die Liste.

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  12. @Andrea,
    ja mit Lia Wöhr, der lilahaarigen Assistentin. Quasi die Vorgänger von Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker :o) Früher hab ich das echt gern gesehen, irgendwann gig es dann gar nicht mehr und mittlerweile schau ich ganz gern mal wieder zu, wenns beim Zappen auf einem dritten Programm zum x-ten Mal wiederholt wird. Aber dann muss auch unbedingt das Medium-terzett mit von der Partie sein :o))))

    @Nathalie
    gern! Ich würde mich freuen, wenn ich sie bei dir wiederfinde...hoffentlich schmeckt sie dann auch *bibber*

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