Dem 180°-Frequentanten an sich dürfte es schon längst aufgefallen sein, dem sporadischen Besucher oder gar dem Zufallsleser erkläre ich es gern, nämlich dass wir ein durch und durch bunter
Ein weiterer trefflicher Hinweis für unser Faible für das Bunte lässt sich durch einen Blick in unsere abgehandelten Themen liefern. Da gab es zum Beispiel die bayrische Variante der Farbe Orange, aber auch ein Referat über das warme Rot, das kalte Blau und die Suche nach einem Zusammenhang. Außerdem sind wir 180GradlerInnen Fans von Rosa, welche wir gleich zweifach thematisierten. Naja und grün darf in einem Foodblog ohnehin nicht fehlen, schließlich trägt ein nicht unerheblicher Teil unserer pflanzlichen Nahrung diese Farbe.
Für mich ein Grund, sie mal wieder hervorzukramen und in original norddeutschem Platt (keine Angst, mir sind die Finger beim Schreiben der Überschrift nicht an der Tastatur hängen geblieben, das gehört so) anzukündigen.
Hehe, bestimmt denkt Ihr jetzt: "Ah, jetzt kocht die Suse uns bestimmt den norddeutsche Klassiker Grünkohl mit Kohlwurst und Zuckerkartöffelchen!" Nee, kocht sie nicht. Wusstet Ihr nämlich, dass der Grünkohl nur ein paar Kilometer weiter südlich (von mir aus gesehen) schon als Braunkohl tituliert wird? Siehste! Und schon gildet "grün" nicht mehr.
Das, was bei mir tatsächlich zu diesem Farbthema auf dem Teller landete, ist weniger deftig und trotzdem saisonal hoch aktuell. Es handelt sich um die freie Interpretation des klassischen Winterarrangements Feldsalat mit Speck und Kartoffeldressing. Herausgekommen sind diese lecker frischen, leicht bitteren und feinwürzigen
Knallgrünen Feldsalatgnocchi im Specksud
(für 4 Personen)
Gnocchi
700 g Kartoffeln, als Pellkartoffeln gekocht oder im Ofen gebacken, anschließend durchgepresst
4 Hände voll kräftige, feste Blätter Feldsalat von den Stielen getrennt
2 Eier
1 Eigelb
2 Prisen Vitamin C
Mehl
Salz, Pfeffer, Muskat
Feldsalat in eine große Schüssel mit kaltem Wasser geben und stehen lassen, damit der Sand auf den Boden sinken kann. Salat abtropfen und mit den Eiern und Eigelb sowie dem Vitamin C im Mixerganz fein pürrieren. Zu den durchgepressten Kartoffeln geben und unterrühren. So viel Mehl hinzugeben, dass eine stabile, formbare Masse entsteht. bei mir waren es irgendwas zwischen 5 und 20 Esslöffeln. Ich empfehle dringend einen Probekloß zu formen und diesen zu garen. Wenn die Masse zusammenhält, ist die Konsistenz gut. Mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss abschmecken.
Nun portionsweise auf ein gut bemehltes Brett geben und jeweils eine Rolle von ca. 3 cm Dicke formen. Davon ca. 2 cm Dicke stücke abschneiden, diese auf die Schnittfläche stellen und mit einer bemehlten Gabel Rillen hineindrücken. Wer im Besitz eines Gnocchibrettes ist, der lässt die Rohlinge über selbiges rollen. Die Rillen erhöhen die Oberfläche der Gnocchi und lassen mehr Soße aufnehmen (Brett, Platte) .
Die Gnocchi können an eine einem kühlen Ort auf einer gut bemehlten Fläche zur Verwendung einige Stunden stehen bleiben.
Gnocchi kurz vorm Verzehr in Salzwasser garen bis sie an die Wasseroberfläche steigen.
Specksud
70 g durchwachsenen Speck
1 Schalotte
500 ml Hühnerfond
1 Schuss Weißwein
1 Knoblauchzehe, angedrückt
1/4 TL Koriandersamen
3v Pfefferkörner
1/2 Lorbeerblatt
2 Pimentkörner
1 Stück Macisbüte
Speck und Schalotte fein würfeln, in einem Topf hell anschwitzen und mit Weißwein ablöschen. Hühnerfond angießen, Gewürze zufügen und bei geringer Hitze 20-30 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durch ein Sieb passieren, Flüssigkeit auffangen, erwärmen und mit angerührter Stärke ganz wenig abbinden.
außerdem:
Speck, durchwachsen
Ofentomaten (aus dem eigenen TK-Vorrat)
Butter
Parmesan, frisch gerieben
Speck und Ofentomaten in feine Streifen schneiden, Speck in Butter anschwitzen, Tomatenstreifen zugeben und erwärmen.
Heiße Gnocchi durch den Sud ziehen, mit der Speck-Tomaten-Mischung und dem Parmesan anrichten.
Und wer noch mehr Lust auf die kleinen Kartoffelklöße hat, der schaut einfach mal bei Claus vorbei, der derzeit ebenfalls "in Gnocchi macht", allerdings in einer komplett anderen Farbe.




Ui, ist das eine tolle Idee! Ich esse in diesen Zeiten Unmengen an Feldsalat mit Speck, zwar nicht mit Kartoffeldressing, dafür mit Croutons. Zur Abwechslung habe ich schonmal Feldsalatsüppchen gemacht, jetzt wandern die Gnocchi direkt auf die Nachkochliste. Und bei den oberen Bildern mag ich die Rolläden gar nicht hochziehen, nachdem vom Wetterdienst schon mit diesen Hardcore-Minustemperaturen gedroht wurde ... hoffentlich wird´s bei uns nicht mehr weiß. Brrrr!
AntwortenLöschenWunderschöne Gnocchi, ich mag sie in allen Variationen.
AntwortenLöschen@Christina, wenn es bei uns nur mal weiß würde!!
Diese grüne Gnocchi-Variante hört sich super an - und in Verbindung mit Speck... mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen ;-)
AntwortenLöschenWerde ich sicherlich bald nachkochen!
LG Amika
Gut hast Du die hinbekommen. Gar nicht so einfach oder nur mit viel Mehl zu beheben, wenn man zusätzliche Feuchte vom Feldsalat in die Kartoffelmasse bringt.
AntwortenLöschenUii,
AntwortenLöschendiese grünen Dinger könnten mich von meiner Gnocchi-Phobie heilen.Ich liebe Vogerlsalat, nicht als Salat serviert!
Mmmhh lecker, das Grün machts!Ein bisschen aufwendig mit dem Sud, aber was solls im Winter hat man ja genügend Zeit :-)
AntwortenLöschenGruß Ulla
Wow, sind die grün! Klasse Idee!!!
AntwortenLöschen@Christina
AntwortenLöschenGenau! Und bei solch einem Wetter geht so ein kalter Salat gar nicht...deswegen mal diese Variante
@Täglich Freude am Kochen
Ich mag Gnocchi auch gern. wenn die nur nicht so schrecklich iel Arbeit machen würden...
@Amika
Viel Spaß beim Nachkochen
@Robert
Ich hab auch einge Probeklößchen ins Wasser werfen müssen, bis ich mich langsam der richtigen Konsistenz angenähert hatte.
@Eline
Gnocchi-Phobie? Ach, wie schrecklich. Da empfehle ich dringend eine Therapie.
@The Reisetante
Ehrlich gesagt ist der Sud noch das, was besonders wenig Aufwand macht.
@Barbara
Danke!
Diese Suse ist doch immer für eine Überraschung gut. Jetzt ist es zu spät, meinen angewelkten Feldsalat noch zu Gnocchi zu machen. Hübsch!
AntwortenLöschenNoch gibts reichlich frischen nachzukaufen :o)
LöschenIch hab gedacht, was mit Feldsalat funktioniert, funktioniert auch mit Kopfsalat (es wartete noch ein Eichblattsalat auf Verwendung) - liebe Kinder, nicht nachmachen - es schmeckt na ja, es braucht schon einen Salat der einen ausgeprägten Geschmack hat.
AntwortenLöschenAllerdings von der Tunke wurde mir beschieden, habe ich viel zu wenig gemacht.
Ui susa, das nenn ichmutig :o) Wars denn wenigstens grün?
LöschenGgf, könnte ich mir noch Postelein vorstellen, der ist auch so schön grün mit feinen Blättern.
Nein, *seufz, richtig grün war auch nicht - ich hatte Gottseidank parallel einfache Gnocchi gemacht, denen wurde wesentlich begeisterter zugesprochen.
LöschenSehr schöne Knotschies; und ich bin gespannt, was dann kommt, wenn “Malve” das Thema wird.
AntwortenLöschenIch entdecke geade diese Antwortfunktion für mich und bin schwer begeistert, dass das jetzt wieder so gut klappt.
LöschenDa überlese ich die Malvenspitze ganz einfach....
Ich mag gar keinen Feldsalat. Früher hieß es immer: Iß, der hat viele Vitamine! Das hab ich geglaubt. Dabei waren's nur die Sandkörner!
AntwortenLöschenUnd dann haben die Experten herausgefunden, dass er gar nicht sooo viele Vitamine hat. Da hab ich mich gefreut! Und jetzt kommst Du, liebe Suse, und mischst Vitamin C drunter....gemein. :-)
Matthias! Ich hab mir schon große Sorgen um dich gemacht, ich möchte sagen, dass du mir gefehlt hast...
LöschenUnd was das Vitamin C angeht, das kannst du wie Natriumglutamat für die Farbe sehen, sie wird dadurch verstärkt (OK, nicht verstärkt, aber so ähnlich) und dann bekommt dieser Zusatz doch eine völlig neue Bedeutung, oder?