Freitag, 18. April 2014

Dienstag, 15. April 2014

Noch mehr Eier ...

.. und ich muss meinen Kohles ... Kolle ... Cholesterinspiegel kontrollieren lassen.

Hallo Ihr Lieben

Ich bin es wieder, der Leo, der einzig wahre 180°-Bloglöwe.

Ich muss hier mal wieder einspringen, weil die 180°ler alle verhindert sind, die susa muss Weine verkosten, der Praktikant muss seit Januar Berichtsheft nachschreiben und die Toni und die Suse haben Osterurlaub. Ich soll von allen herzlisch grüßen und frohe Ostern wünschen, auch von der Luzie.

Die susa hat mir einen Zettel da gelassen mit den Weinen, die sie für die Eiergerichte von den anderen ausgesucht hat. Soll ich nur abschreiben. Muss ich aber erstmal kontrollieren. Da ist kein einziger Boddoh dabei, das geht eigentlich gar nicht. Ihr seid meine Zeugen: Unter diesen Umständen mach ich  das nur unter Protest!

Und dann hat sie noch ihr Eierlikörrezept da gelassen. Weil sie ja auch ein Eierrezept einstellen muss. Eierlikör??? Worauf hab ich mich hier nur eingelassen. Ich, ein wilder und gefährlicher Löwe, ich soll über Eierlikör schreiben!!! Eierlikör, das ist was für alte Tanten. Oder für überSchokoladenpudding, sagt die Luzie, und der Eierlikör von der susa, der hätte den besonderen Kick.

Gut, dann los:

susas Eierlikör (3 Flaschen à ca. 500 ml)

500 ml Birnenschnaps
16 Eigelb (Bio-Eier der Größe M)
50 g Vanillezucker, selbstgemacht
350 g Rohrzucker
500 ml Sahne
1 Prise Salz
½ Teelöffel Zitronenschalenabrieb (Bio)

Die Eigelbe mit dem Zucker cremig aufschlagen, dann zuerst die Sahne und danach den Birnenschnaps kräftig unterrühren. Zum Schluss die Gewürze hinzugeben. Wenn alles zu einer homogenen eher flüssigen Masse verbunden ist, diese in eine Metallschüssel geben und im 70 °C heißen Wasserbad weiter schlagen, solange bis die Masse ca. 65 °C warm ist. Das dauert. Und man braucht ein vernünftiges Thermometer. Aber die susa macht es sich leicht, die gibt einfach alle Zutaten in den Thermomix und lässt den ca. 10 Minuten bei 70 °C und Stufe 4 laufen.

Fertigen Eierlikör in Flaschen füllen und kühl stellen.

Und dann hat die Luzie noch gesagt, das geht nicht, dass wir jetzt von 16 Eiern die Eiweiße übrig haben. Da müssen wir auch was mit machen. Und deswegen gibt es an Eierlikörtagen immer Îles flottantes zum Dessert. Herr susa sagt, das wäre das einzig Gute an den Eierlikörtagen.

Îles flottantes (4-6 Personen)

6 Eiweiß
1 Prise Salz
750 ml Milch
2 EL Mandelblättchen
4 EL Rohrzucker

Die Eiweiß mit der Prise Salz sehr steif schlagen. Die Milch bis kurz unter den Siedepunkt erhitzen und leicht simmern lassen. Von der Eiweißmasse mit zwei Esslöffeln Nocken abstechen und in der Milch pochieren, dabei einmal wenden. Die Eiernocken herausnehmen und erkalten lassen.

Kurz vor dem Servieren den Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen, die Mandelblättchen dazugeben, leicht Farbe nehmen lassen.

Eigentlich gehören die Îles flottantes in einer Crème anglaise serviert, aber dafür bräuchten wir ja wieder Eigelbe. Also pfuschen wir ein wenig und machen eine einfache Vanillesauce. Und weil wir nichts wegwerfen, verwenden wir dazu die Pochiermilch. Die geben wir einmal durch ein ganz feines Sieb, damit die restlichen Eiweißflöckchen herausgesiebt werden. Ein bisschen was wird vielleicht drin bleiben, das ist aber nicht so schlimm.

Vanillesauce (4-6 Personen)

500 ml Milch
30 g Speisestärke
5 EL Zucker
2 Vanilleschoten
1 Priese Salz

Die Vanilleschoten aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit den leeren Schoten zur Milch geben. Ca. 50 ml von der Milch abnehmen und mit der Stärke und dem Zucker und Salz zu einer homogenen Masse verrühren. Die Milch gut aufkochen lassen, vom Herd nehmen, die Vanilleschoten herausfischen, die Stärke-Zucker-Mischung dazugeben und auf kleine Flamme solange rühren, bis die Flüssigkeit leicht angedickt ist (wenn sie zu dick wird, ein bisschen Milch nachgeben). Die Sauce erkalten lassen.

Servieren: Auf jeden Teller einen Saucenspiegel setzen und drei bis vier Eischneenocken (man nennt sie auch Schneeeier, Oeufs à la neige) setzen und mit dem Karamell und den Mandelblättchen servieren. Statt Mandelblättchen kann man auch Krokant nehmen.

Jetzt ist es aber genug mit dem Süßkram, sonst bekomm ich noch Löwenzahnschmerzen. Jetzt geht es zum Wein. Die susa schlägt zu jedem der Eiergerichte aus unserer kleinen Serie einen Wein vor und sie hat gemeint, es ist nur einmal im Jahr Ostern und da kann man sich auch mal was gönnen.

Freitag, 11. April 2014

Eiertanz…


…bei 180°!
Anlässlich dazu sei mir erlaubt, ein Titelbild aus 180° Anfangszeiten auszugraben, es passt einfach zu schön!
Das damalige Gericht wiederhole ich allerdings nicht, auch wenn es immer noch eines meiner Lieblingsalltagsessen ist. Aber nachdem der Praktikant soviel Eier in der Hose hatte, dreieckige zu servieren (*höhö, den konnte ich nicht liegen lassen), muss mein Beitrag dann doch einen echt schlanken Fuss machen.

Greif ich zu einer der letzten Kochbuchneuerwerbungen und zwar Cuisine Int., zehn Jahre kulinarische Überflieger im Hangar 7 und orientiere mich an einem Rezept von Cornelia Poletto, Agnolotti alla Carbonara. Bei mir sind es eher Ravioli und anstelle von Kaviar wie im Originalrezept, könnte ich mir dazu ein paar Trüffelscheibchen sehr gut vorstellen. Heute gibt es sie nur mit etwas knusprig gebratenem Speck…

Ravioli alla Carbonara im Specksud 



Dienstag, 8. April 2014

Das mit den Eiern,


ist mit Sicherheit nicht so vertrackt, wie das mit dem Mais.

Außerdem ist es schöner bebildert. Dieses Mal sogar mit einem Bild von mir. Oben links. 

Und der Toni, der Susa und der Suse. Und natürlich dem Leo und seiner Verlobten, der Luzie.

Aber, wenn ich das mal erwähnen darf, die Toni macht nicht nur schöne Aktionsbilder, sondern auch ziemlich geniale Kategorienbilder. Schaut doch mal in unserer „Küche“ vorbei. Da sind übrigens auch die Hundertachtziggrad - Rezepte thematisch geordnet.

Apropos Aktionsbilder; wir haben wieder eine klitzekleine Osteraktion. 


Und zwar hat jeder den Auftrag ein „Eiergericht“ zu präsentieren, das idealerweise auch als Buffetmitbringsel taugt. 

Ein Thema, bei dem Erwartungen an mich besonders hoch seien, meinte die Suse. Wobei ich keine Ahnung habe, was sie damit meint.

Zumal an Eiern ja eigentlich nichts zu verbessern ist. Von Natur aus ein praktisch perfektes Produkt. 

Also bis auf die Form. Die taugt nichts fürs Buffet; die Dinger rollen immer weg. 

Freitag, 4. April 2014

Vom Rinderboxenlaufstall zum Tomatenhaus



Juni 1993, Bauingenieurstudium, INKO 4. Letzteres steht für Ingenieurkonstruktion und nach Stahlbetonbau im 3. Semester stand Holzbau im folgenden als Disziplin auf dem Lehrplan.
Professor W., seines Zeichens Vollblutstatiker, unterrichtete dieses Fach mit einer Begeisterung, die niemand aus der Studentenschaft zu teilen vermochte. Das lag zum einen daran, dass der gefürchtete Dozent stets die Meisterschaft der Klausurendurchfallquote anstrebte (und auch meistens erreichte) sowie an seinen unmöglichen Aufgabenstellungen zur semesterlichen Ausarbeitung.

Seine Vorlesungen fanden aufgrund der großen Wiederholerzahl stets im größten Saal statt, den die FH zu bieten hatte; die Klausuren sowieso.
Weil der Herr Professor W. ein außerordentlich mitteilsames Exemplar -weniger in Wort denn in Schrift- war, wurden extra für ihn zusätzliche Tafeln angeschafft, welche er in rasender Geschwindigkeit vollschrieb und anschließend quitschenass abwischte, um diesen Vorgang alsbald zu wiederholen. Ein "Abzieher" wie ihn die gründliche Hausfrau zum Fensterputzen benutz, sollte den Trockenvorgang beschleunigen.
Immer, wenn die Kreideschreiberei so allmählich wie eine Art Zaubertinte auf den trocknenden Tafeln zum Vorschein kam, wischte  der erbarmungslose Schwamm des Professors ungeachtet dessen, ob der Inhalt bereits von jedem Studenten verzweifelt ins eigene Heft übertragen war, die Tafeln wieder sauber, so dass alles von vorn begann.


Und dann die bereits erwähnten Ausarbeitungen, von denen ich vermute, dass er sich diese in besonderen Momenten der Enttäuschung, des Sich-ungeliebt-Fühlens oder des Frustes einfallen ließ. Das Semester vor uns z.B. durfte sich mit der Planung und Berechnung eines muschelförmigen Strandcafés in Holzbauweise plagen. Da waren wir mit dem Rinderboxenlaufstall inklusive Melkkarussel möglicherweise etwas besser bedient.
Allerdings erforderte diese Aufgabe ein intensives Eintauchen in die Materie, wie z.B. Platzbedarf der Tiere, Funktionsweise des Karussels, sonstige Ausstattung usw., schließlich musste ein ausführlicher Plan angefertigt werden und dass, obwohl wir weder zu Architekten, noch zu Hochbauingenieuren ausgebildet wurden, nein, unser Hauptanliegen galt dem Tief- und Straßenbau sowie der Siedlungswasserwirtschaft. Aber gut, ein gewisses Basiswissen ist ja nie verkehrt.

Und so ermöglichten uns diese fachlichen (Er)Kenntnisse aus INKO 4 knapp 21 Jahre später, ein ähnlich aufwändiges Holzkonstrukt zu planen und zu erbauen.

Da mir der Platz auf der Terrasse nicht ausreichte und das alte Billigteil schon lange seinen Geist aufgegeben hatte, wollte ich endlich mit der Niederlassung Süd gleich ziehen und ein schönes Tomatenhaus errichten, welches sich harmonisch in die unsymmetrische Form unseres Gemüsebeetes einfügen sollte:

Absteckung und Höhenschnur im Gemüsebeet


Die im Fundament einbetonierten Balkenschuhe für die Stützen



Der Anfang der Konstruktion mit 7er Kanthölzern aus Lärche ist gemacht

Fehlt nur die Richtkrone



Dach- und Seitenverkleidung mit 2 mm starken Acrylglasplatten vervollständigen das Holzbauwerk
(an der Rückseite wurden oben Lüftungsschlitze frei gelassen)



Details der Knotenpunkte mit Winkellochblechen

Noch ist es nicht "bewohnt", aber die Babystation der Pflanzen hält mich mittlerweile ganz schön auf Trab. Gießen, zur Sonne drehen, nochmal gießen, pikieren, düngen, bespaßen  ... naja, was tut man nicht alles für den Nachwuchs *seufz*

Aber bis die Tomatensaison eingeläutet werden kann, dauert es noch eine ganze Weile. Der Speiseplan muss bis dahin mit anderen Zutaten gefüllt werden, wie zum Beispiel, passend zu Ostern, mit Eiern.
Für die kommenden Ostertage kann ich diese wirklich simple, aber leckere Kleinigkeit als Beitrag zu einem Brunchbuffet oder als österlichen Gruß aus der Küche vor dem Hasenbraten empfehlen.

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