Dienstag, 13. September 2016

"Niemals geht man so ganz"


Auf einmal ist dieses Lied da. Bohrt sich in das Bewusstsein und lässt keinen Raum für einen klaren Gedanken.

"Nein, nein, nicht dieses Lied, nicht dieser Anlass, nicht!" möchte man schreien. Man möchte alles geradezu gewaltsam wegschieben. Aber es geht nicht. Es pocht wie die Domglocken gegen die Schläfen. 


"Wenn man Abschied nimmt
geht nach unbestimmt
mit dem Wind wie Blätter wehn."

Warum Abschied? Wozu? Wir hatten doch ganz andere Sachen vor!

Und von wegen "Abschiedslied"; ein großer Donner möge die Welt stille stehen lassen. 


"Susanne ist gestern Abend gestorben."

Seit diese Nachricht gekommen ist, ist nichts mehr wie es war. Unsere Susa, die uns wie ein Teil der Familie ist; die den Laden zusammenhielt, die organisierte, moderierte und deren feinsinniger Humor oft ein Lichtblick in den gebrauchten Tagen war, unsere Susa soll wirklich diesem Arschloch unterlegen sein? 

Es kann nicht sein, es darf nicht sein. "Irrtum" möchte man schreien; es war doch vorgesehen, dass die Forschung schneller ist, dass dieser Kampf, den sie in einer Art und Weise führte, die ihresgleichen sucht, dass dieser Kampf gewonnen wird. Oder wenigstens nicht so schnell verloren.

Es ist anders gekommen. Und es ist zum Heulen. 

Wer Ihren letzten Post gelesen hat, wurde davon vielleicht auch sehr berührt. Wenn es eine Art Vermächtnis ist, dann ist nicht das schlechteste.

Überhaupt wird man immer an einen großen Menschen denken, wenn man an Susa denkt. Und wird spüren, welch große Lücke, welch große Fußspuren sie hinterlässt. 


"...
so ein Tod ist noch lange kein Abschied."

Deshalb bleiben wir in Verbindung. Mit jedem Glas Wein, mit jeder Kerze, die wir entzünden und mit unseren Herzen sind wir ja eh verbunden.

Aber vermissen tun wir Sie schmerzlich und wir trauern mit Dietmar, Herrn Susa, dem wir alle Kraft dieser Welt wünschen, und den wir auch von hier aus drücken.

Suse, Toni und Gottfried


Freitag, 26. August 2016

Weinrallye #101 – Herzensweine



Wie an jedem letzten Freitag im Monat so findet auch heute wieder eine Weinrallye statt. Die Kollegen von drunkenmonday (Ihr wisst schon, die von Lieblings-Nico) laden heute ein zum Thema "Herzensweine". Die Aufgabe: "… ein Wein, der dir nahe geht, begeistert, rührt, erfreut.

Was auch immer dir dazu einfällt: Teile mit uns deine Herzenswein Geschichte."


Freitag, 29. Juli 2016

Jubel, Trubel, Jubiläumsweinrallye#die Hunderste!

Wer hätte das gedacht, heute geht die Weinrallye zum hundertsten Mal an den Start. Sie ist das Lagerfeuer, um das sich die Freunde des Weinschreibs regelmäßig versammeln. Und der Gastgeber stellt quasi das Brennholz, mittels Thema zur Verfügung. Naturgemäß steigt dabei mal mehr und mal weniger Rauch auf. Aber immer wärmt es und beschert Lesenswertes und oft sogar Besonderheiten. Und Stärkung der Gemeinschaft (Team Building in Neusprech) eh klar.

Zum Jubiläum ist der Initiator das Ganzen, Thomas Lippert himself der Gastgeber. Mit der tollen Idee, eines "was bisher geschah".

Aber vorher gebührt es sich,  die allergutesten  Wünsche zu übermitteln. Und da gilt es, in die Vollen zu gehen:

1.) Weltfrieden: tatsächlich befremdet es mich bisweilen,  wie wir Weinheinis uns in manchen Diskussionen aufführen, als ob wir die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten. Missionarisch Hilfsbegriff!
2.) Das Arschloch würde mir als Sternzeichen völlig genügen. Es wäre schön, wenn  in unserer Community und überhaupt, diesem Gliederfüßer keine Teilhabe hätte. Oder zumindest keine Relevante.
3.) Weiter so. Wenn es hier und da mal semi ist, also perfektionistisch betrachtet,  ein Glück!

Jetzt aber zum Thema.  Für mich war eh und sofort klar, dass ist nicht die zweite von links, sondern die Nummer 74.

"Jetzt hemmers überhopft"
Da sind irgendwie die  ganzen Chancen und Möglichkeiten drin, die noch nicht so realisiert haben werden wollen.

Ich sag mal Österreich.  Nicht nur, dass ich dort einen entschieden besseren Service erleben darf, als ich von daheim gewohnt bin,  (vielleicht auch weil die Leute dort bezahlt werden) sondern auch,  weil mich eine Blasmusik in Hitisau sehr beeindruckt hat.


Din Jungs spielen jeden Mittwoch und machen ganz anständig Party.  Und weil es einen der ihren ziemlich doof erwischt hat, machen sie das jetzt auch als Benefiz.  Und ehrlich, nicht wenige Erwachsenenbands spielen schlechter als die Jungs.

Und damit zu einem sehr gepflegtem Lieblingsvoruteil von mir. Dem Dornfelder.

Brauch ich nicht, und ich wüsste auch nicht wozu.  Bis zum Dry Aged von den Rux. Zupackend, beerenfruchtig und ein perfekter Grillwein. Und dabei die Praktikanten Vorurteile atomisierend.


Mittwoch, 15. Juni 2016

Suppe trotz bzw. wegen Sommer




Den berühmten Ausspruch:  Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht.
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!

wird man von mir so schnell nicht hören. Ich bin nämlich kein Suppenkaspar, sondern eine absolute Suppentante. Ob Sommer ob Winter, egal, Suppen gehen immer, zumindest bei mir. Da Suppen, zumindest diejenigen, die heiß serviert werden, durchaus während des Verzehrs den Schweiß aus den Poren treiben, verzichten viele bei sommerlichem Wetter auf den Genuss. Und dabei gibt es doch gerade jetzt eine so große Auswahl an frischem Gemüse, welches eine wunderbare Suppengrundlage bietet.
Sollte das Thermometer zu weit in die Höhe klettern, gibt es eben ein eisgekühltes Süppchen, welches eine angenehme, leichte Erfrischung bietet.

Für alle Skeptiker, Fans und Neugierige habe ich mal ein paar Suppen aus unserem Blogarchiv herausgesucht, die ich für sommertauglich halte. Die Fotos aus der oberen Collage gehören zu der Auflistung und sind von links oben waagerecht nach rechts unten zu lesen:

3. Krabbensüppchen (geht immer und überall)
7. Spinatsuppe mit pochiertem Souflée-Ei (nochmal die klassische Kombi)

Meine aktuelle Suppe besticht nicht nur durch ihre wunderschöne, leuchtende Farbe, sie bringt geschmacklich alles mit, was man erwarten kann: Fruchtigkeit, Süße, eine leichte Schärfe und durch das passieren eine Leichtigkeit, so dass sie hervorragend als Sommersuppe geeignet ist. Entweder als leichtes Mittag- oder Abendessen oder aber auch als Teil eines kleinen Menüs. Namensgeber und Vorlage für die Suppe ist das italienische Schmorgemüse Peperonata aus Zwiebeln, Paprika und Tomaten, welches als Gemüsebeilge zu Fleisch gegessen wird.
Der Rezeptursprung stammt von Holger Stromberg, ein paar Änderungen schienen mir sinnvoll. So habe ich mir z.B. die Mühe gemacht, die Paprika vorher zu schälen, so dass die Bitterstoffe sich gar nicht erst in der Suppe entfalten können.

Sonntag, 5. Juni 2016

Sääsong!!!



Leute es ist (Früh-) Sommer! Herrlich! Ich sitze leicht bekleidet (nein! Keine Details!) im Baumschatten auf der Liege, Notebook auf dem Schoß und genieße das Leben. Sonne, Licht, Wärme, Vitamin D pur. Aber der eigentliche Grund, warum ich das innerlich so zelebriere ist das Wissen um die Begrenztheit der Situation. Wie eingangs betont, ist es Sommer.

Aber es wäre auch schön, wenn es erst Frühling wäre, die Luft noch etwas frischer, ich etwas weniger leicht bekleidet, die duftende Natur, die sich gierig dem Jahr entgegenstreckt. Oder aber Herbst. Modrig, erdige Gerüche und goldene Farben, die die kalte Jahreszeit ankündigen, den Winter. Welcher trotz seiner meist grauen Färbung auch seinen Reiz auf mich hat. Jahreszeiten! Ich wollte nicht ohne sie, denn ohne sie gäbe es auch keine Saisons. Egal ob im Aussehen der Natur, im Kleiderschrank oder beim Essensangebot. Insbesondere bei letzterem erhöht für mich die Länge der jeweiligen Saison die Attraktivität des Produktes. Klar schmecken Äpfel, Bananen, Blumenkohl und Karotten und haben auch ihre absolute Berechtigung auf dem Speiseplan, aber wie wollen sie mit etwas wie frischen Erdbeeren, Rhabarber, Spargel, Brombeeren, Nektarinen, Wassermelonen, Tomaten, Erbsen oder Kirschen konkurrieren, die es hiesig nur zu ganz bestimmten Zeiten in guter Qualität gibt?
Klar kann ich an Weihnachten auch peruanischen Spargel essen oder im Februar nach nichts schmeckende spanische Erdbeeren. Aber da habe ich meine Prinzipien. Ehrlich gesagt könnte ich den Spargel ja auch wunderbar in der Saison auf Vorrat kaufen und einfrieren -hab ich auch schon gemacht, aber dann am Ende doch erst zu Beginn der neuen Saison aufgebraucht. Genauso braucht mir mein Lieblingsschlachter im September nicht mit Bärlauchbratwurst zu kommen. Ich gebs ja zu, so ganz sauber ist meine Linie da nicht, und ich könnte auch nicht mal so ganz plausibel und fundiert erläutern, was wann für mich geht und was nicht, nennt es einfach den Suse-Spleen :-)

Worauf ich in diesem Jahr schon richtig gejiepert habe waren deutsche Erdbeeren, wenn es denn auch wirklich die deutschen sind, die ich da bekommen habe. Zugegeben, ich lege für mich den Begriff der Saison da durchaus großzügig aus, denn sonst hätte ich noch immer keine einzige Erdbeere in 2016 gegessen. Denn die gemeine Gartenerdbeere hat noch gar keine Saison. Bis zum letzten Jahr hatten wir im Nutzgarten der NL Nord auch immer ein paar Reihen Erdbeeren der Sorte Senga Sengana angebaut, welche aber nun wegen der beschwerlichen Bodenbearbeitung und der mäßigen Erträge verbannt wurden. Erntezeit war dann immer von Anfang/Mitte Juni bis Mitte Juli, das wars.

Zum Naschen und fürs Auge habe ich mir ein paar wenige Pflanzen Ganzjahreserdbeeren (bis zum Frost, na da bin ich mal gespannt) ins Hochbeet gesetzt. Aber eben nur zum Naschen, zum Stillen meiner Erdbeergelüste reicht das natürlich hinten und vorne nicht. Zum Glück bietet unser örtlicher Edeka täglich aromatische Erdbeeren aus der Region an, die mittlerweile auch ein sehr angenehmes, massentaugliches Preisgefüge entwickelt haben, so dass es mittlerweile täglich die roten Goldstücke gibt, es ist ja schließlich Sääsong!!

Heute hatte ich mal Lust auf einen absoluten Klassiker: Erdbeerkuchen mit Vanillecreme. Leicht gekühlt mit einem Klacks Sahne, um die etwas dickeren Stellen des Bodens besser flutschen zu lassen. Ich verzichte gern auf die gutgemeinte Unterstützung von Doktoren und deren Kollegen und habe die Erdbeeren statt mit Tortenguss mit etwas geschmolzener weißer Schokolade fixiert. Bis auf die Zugabe von ein bisschen Backpulver kommt dieses Rezept ohne Tütchen aus.
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